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Durchs Holztor mussten sie alle: Hier der Mercedes Benz 220 SE Ponton Cabrio mit Ehepaar Neumann.

Wendelstein Historic

Der Rohdiamant beginnt zu glänzen

Bayrischzell - Zum dritten Mal sind bei der Wendelstein Historic   die Oldtimer durch Bayrischzell und Umgebung gerollt. Trotz Startschwierigkeiten und schlechten Wetters ziehen die Veranstalter vom Classic Cabrio Club  eine positive Bilanz.

„Klein, gemütlich und ganz ohne etepetete.“ Mit diesen Worten hat Moderator Michael Hagemann die Oldtimertage  in Bayrischzell beschrieben. Dabei wäre die Veranstaltung fast ins Wasser gefallen – und das noch nicht einmal wegen des schlechten Wetters. Der Grund: Im Vorstand des Classic Cabrio Clubs hatte es einen Wechsel gegeben (wir berichteten). Doch das Team um den neuen Clubvorsitzenden Niels van Meerwijk  zog an einem Strang, und das Oldtimer-Treffen konnte über die Bühne gehen: „Wichtig ist, dass die Mitglieder mitmachen, die so eine Veranstaltung hauptsächlich stemmen“, sagt van Meerwijk.

Insgesamt 84 Old- und Youngtimer  kamen zur dritten Auflage der Wendelstein Historic nach Bayrischzell. Ein paar weniger als 2013, damals waren es noch 107 Vehikel. Dies wiederum war sehr wohl dem schlechten Wetter geschuldet, meint Meerwijk. Viele der historischen Karossen seien Cabrios und so mancher Eigentümer würden nur bei absolut trockenem Wetter anreisen. Für die übrigen Oldtimer sei das nasse Wetter aber kein Nachteil.

Gut gelaunte Organisations-Chefs: Thomas Glas (l.) im Austin und Niels van Meerwijk.

Lichtblicke gab es an jedem der drei Tage. Beim Startschuss – dem Grand Prix von Bayrischzell am Freitag – hellte der Himmel auf, und es blieb die gesamte Gleichmäßigkeitsprüfung über trocken. Die erste Fahrt gebührte dem Zweiten BürgermeisterEgid Stadler, der sich von van Meerwijk in dessen Mercedes-Benz 300, Adenauer Cabrio (Baujahr 1953) durch den Parcours fahren ließ. „Die Veranstaltung passt gut zu einem Ort wie Bayrischzell – es geht um Geschichte und Kultur“, sagte Stadler. Sieger beim Grand Prix war der Teilnehmer, der einer festgelegten Idealzeit am nächsten kam.

Am Samstag wurden die Oldtimer weiter auf Hochtouren gebracht. Die sportliche Ausfahrt mit 180 Kilometern führte nach Valley, Bad Feilnbach und über das Sudelfeld zurück nach Bayrischzell. Höhepunkt der Oldtimertage war dann der „Concours d’Elégance“ am Sonntag. Auf dem Rathausplatz präsentierten sich die Boliden, und die Zuschauer konnten für ihr Lieblingsauto abstimmen.

Der erste Platz ging auch dieses Jahr wieder an den dunkelbraunen VW Käfer Ovalis aus dem Jahre 1954. Der Dach- und Skiträger mit original Skiern, Rucksack und Reisekoffer aus den 1950er-Jahren machen den Oldtimer zum Blickfang. „Mit dem Käfer sind meine Eltern schon nach Italien in den Urlaub gefahren, da sind noch die Pickerl vom Brenner drauf“, erzählt die Besitzerin Christine Kofler-Vogginger  (41). Auf Rang zwei kam der Veranstalter selbst. Thomas Glas, Vize-Vorsitzender des Classic Cabrio Clubs, konnte mit seinem Austin Seven Spezial (Baujahr 1927) bei den fachkundigen Zuschauern punkten.

Nicht nur die Gewinner waren sichtlich stolz, sondern auch die Veranstalter: „Das ist ein Rohdiamant, der langsam das Glänzen anfängt“, beschreibt Meerwijk die Entwicklung der Wendelstein Historic in Bayrischzell. Dem schließt sich Glas gerne an: „Nächstes Jahr machen wir es wieder.“ Flyer für das Oldtimertreffen 2015 in Bayrischzell sind bereits gedruckt.

Daniel Wegscheider

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