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Spitzingsee/Sudelfeld: Sachter Unmut über Parkplatz-Gebühren

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Von: Christian Masengarb

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Am Stümpfling zahlen Skifahrer 15 Euro Parkgebühr. Zehn Euro bekommen sie beim Kauf des Lifttickets zurück.
Am Stümpfling zahlen Skifahrer 15 Euro Parkgebühr. Zehn Euro bekommen sie beim Kauf des Lifttickets zurück. © Thomas Plettenberg

Einige Parkplätze in Skigebieten des Landkreises haben ihre Parkgebühren verändert. Gerade bei einigen Tourengehen lösen sie damit Unverständnis aus. Die Mehrheit zeigt aber Verständnis.

Bayrischzell/Spitzingsee – Wie viel darf ein Parkplatz am Berg kosten? Diese Frage wird unter anderem auf Facebook derzeit heiß diskutiert. Ein Anlass ist eine Erhöhung der Parkgebühren an den Hirschbergliften in Kreuth, die vor allem Tourengeher und Rodler treffen soll. Also all jene, die keine Liftkarte kaufen. Während die Aufregung auf der einen Seite groß ist, zeigt die Mehrheit offenbar Verständnis für die Gebühren. „Ski-Outfit habt’s bestimmt a für an Tausender“, schreibt einer Richtung der kritischen Stimmen aus der Tourengeher-Szene. Wie verbreitet die Konflikte sind, zeigen Gespräche mit verschiedenen Parkplatzbetreibern im Landkreis Miesbach.

Ski-Parkplätze: Am Sudelfeld in Bayrischzell fünf Euro für alle

Mehr zum Thema: Hirschberglifte in Kreuth: Höhere Gebühren sollen Parkplatz-Dilemma lösen - Rege Diskussion unter Tourengehern

Tatsächlich zahlen Skifahrer diesen Winter mehr als in der Saison 2019/2020, als die Pisten zuletzt geöffnet waren. Parkgebühren waren für Liftkarten-Inhaber bisher unüblich. Jetzt aber sind sie gang und gäbe die Parkplatzeigentümer verfolgen teils aber unterschiedliche Ziele.

Am Sudelfeld in Bayrischzell zum Beispiel werden inzwischen fünf Euro für das Parken fällig. Eingeführt wurde die Gebühr, um in der ausgefallenen Skisaison das Räumen der Parkplätze zu finanzieren und die Kosten für das Präparieren der Strecken wieder hereinzuholen. Die Gebühr wurde beibehalten, ausgenommen sind lediglich Saisonskipass-Besitzer.

Einerseits sei dieses Modell gerecht, sagt Bürgermeister Georg Kittenrainer: Ein Preis für alle; wer parkt, zahlt seinen Anteil an der Instandhaltung der Plätze. Andererseits wolle Bayrischzell die Menschen lenken. Die Gemeinde, die Mitgesellschafter bei der Bergbahnen Sudelfeld GmbH ist, investiere viel Geld in ihren kostenlosen Skibus. Bekommen Skifahrer die Parkgebühr am Lift zurück, mindere das den Anreiz, vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.. Müssen wiederum alle Wintersportfans fürs Parken zahlen, werde der Skibus attraktiver. Gleiches gelte für Fahrgemeinschaften, die ebenfalls Umwelt und Straßen schonen.

Dass die Bergbahn GmbH mit dieser Preispolitik einige Skifahrer verärgert, weiß Kittenrainer. Bislang seien die Rückmeldungen aber überwiegend positiv. Eine perfekte, für alle gerechte Lösung gebe es eben nicht.

Außerdem: Er habe sich historische Bilder angeschaut, sagt Kittenrainer. „Damals sind 10 000 Leute am Sudelfeld Ski gefahren, und die Parkplätze haben gereicht.“ Inzwischen seien die Flächen schon bei 7000 Besuchern überfüllt. Ein wenig Lenkung sei da angebracht.

Lesen Sie auch: Alpen-Plus-Gebiete nehmen am Wochenende Skibetrieb auf

Stümpflingbahn am Spitzing: 15 Euro Gebühr, zehn werden am Lift verrechnet

Ebenfalls in Richtung Besucherlenkung geht Handhaben der Alpenbahnen Spitzingsee an der Stümpflingbahn. Dort werden erstmal satte 15 Euro Parkgebühr fällig; zehn davon allerdings bekommen Skifahrer beim Kauf der Liftkarte verrechnet. Bei niedrigeren Preisen würden Tourengeher, Wanderer und Schlittenfahrer die Fläche überfüllen, sagt Antonia Asenstorfer, Sprecherin der Alpenplus-Gebiete. „Dann haben wir keinen Platz mehr für unsere Gäste.“ Das Gebührenmodell hilft, dass vor allem die Wintersportfans auf den Parkplätzen stehen, die später auch in den Liften sitzen. Es geht wohlgemerkt speziell um die Parkfläche direkt an der Talstation der Stümpflingbahn. Ansonsten beträgt die Gebühr überall fünf Euro – wie schon im Sommer.

Die meisten Skifahrer würden diese Preispolitik verstehen, sagt Asenstorfer. Kritik habe sich am vergangenen Wochenende eher an der langen Warteschlange an der Kasse entzündet. Wegen der 2G-Kontrollen ist ein Online-Kauf der Tickets heuer nicht möglich. Dieses Wochenende werden der Sprecherin zufolge daher je zwei Kassenkräfte und Einweiser zusätzlich eingesetzt. Das sollte das Problem eindämmen.

Trotz Parkgebühren und Wartezeiten ist die Laune bei den Brettlfans abre überwiegend gut. sagt Asenstorfer. „Die Leute sind begeistert, nach der ausgefallenen Saison 2020/21 wieder fahren zu können.“

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