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Die Sanierungsarbeiten an der Gaststätte selbst sind so gut wie abgeschlossen. Jetzt wird noch die Terrasse neu gestaltet. Ende Oktober soll der Zipfl-Wirt wieder aufmachen. 

Nach aufwendiger Sanierung und Verzögerungen

Einkehr im Zipfl-Wirt bald wieder möglich

Bayrischzell - Schon bald sollen im historischen Zipfl-Wirt in Bayrischzell wieder Gäste bewirtet werden. Die aufwendige Renovierung des Gebäudes befindet sich endlich auf der Zielgeraden.

Fast scheint es so, als verginge die Zeit am Ursprungspass zwischen Bayrischzell und Tirol etwas langsamer: Seit 104 Jahren steht hier an der österreichischen Landesgrenze die historische Wirtschaft Zipfl-Wirt. Eigentlich sollte sie im Sommer 2016 in neuem Glanz erstrahlen und wieder Gäste empfangen. Doch die Bauarbeiten dauern an. Immerhin soll das Gebäude von der Optik her mit Ziegelaußenfassade, Holzverschlag und Rundfenstern ins Erbauungsjahr 1912 zurückversetzt werden.

Seit der jetzige Besitzer Albert Jupé, Urenkel des Gaststättengründers Georg Bucher, den Zipfl-Wirt im Jahr 2014 erworben hat, kam es immer wieder zu Unterbrechungen der Sanierungsarbeiten (unsere Zeitung berichtete). Der neue Eröffnungstermin ist jetzt für Ende Oktober geplant.

„Im Moment fliesen Handwerker gerade die Küche, Kühlung und die Speisekammer“, berichtet Jupé. „Danach werden die Innentüren eingesetzt und die Holzböden verlegt“. Auch Malerarbeiten stünden noch aus. Für den Gaststättenbesitzer bedeutet das alles viel Aufwand, den er neben seinem eigentlichen Beruf als Szenenbildner beim Film stemmen muss. „Ich stehe seit Monaten sieben Tage die Woche auf der Baustelle“, berichtet er. Eine Doppelbelastung, die den Bayrischzeller ganz schön ins Schwitzen bringt.

Neben den anstrengenden Arbeiten auf der Baustelle trieben Jupé in den vergangenen Monaten vor allem bürokratische Hürden Sorgenfalten auf die Stirn. Wie unsere Zeitung berichtete, musste der Bauantrag anfangs einige Gutachter-Instanzen durchlaufen, Jupé musste beim Landratsamt fehlende Unterlagen nachreichen. Das liegt jetzt alles hinter dem Gaststättenbesitzer, der seit Herbst 2015 endlich die Baugenehmigung in seinen Händen hält. Danach kam es allerdings wieder zu Verzögerungen. „Dann hatten die Handwerker wieder keine Zeit“, seufzt Jupé. Darum habe sich alles ein wenig nach hinten gezogen.

„Ich bin heilfroh, wenn alles fertig ist“, betont der Bayerischzeller – und blickt nun guter Dinge in die Zukunft. In seiner Wirtschaft, die im Erdgeschoss für rund 100 Leute Platz bietet, möchte Jupé seinen Gästen eine Speisekarte mit bayerischen Gerichten bieten. Das Obergeschoss bezieht die Familie Jupé privat.

Auch an der Terrasse sind noch bauliche Veränderungen geplant. „Dort werden in den nächsten Tagen die Pflaster verlegt und die Eingangstreppe neu betoniert.“ Zudem müssten die Handwerker noch den Sockelputz auf der bereits fertigen Außenfassade auftragen. Jupé bezeichnet diese Bauarbeiten als letzten Schliff.

Die Gäste können es unterdessen kaum erwarten. Die Nachfrage ist groß. „Es rufen schon Leute an und wollen bei mir ihre Hochzeit buchen“, freut sich Jupé. „Das ist echt der Wahnsinn.“ Einen Ansturm gab’s auch schon auf die Internetseite des Zipfl-Wirts. „Ich habe im April einige Bilder vom Umbau an der Wirtschaft ins Netz gestellt“, berichtet Jupé. Dort verfolgen nach seinen Angaben monatlich bis zu 1000 Besucher die Baumaßnahme. Aber der Wirt möchte erst in Ruhe alles zu einem guten Abschluss bringen, ehe er Gästebuchungen annimmt. Er sagt: „Wenn ich aufsperre, sperre ich auf.“

Daniel Wegscheider

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