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Beliebt bei Einheimischen und Gästen: Etwa 12 000 Badegäste kommen pro Saison ins Alpenfreibad.

Schwimmbad Bayrischzell

Sanieren, umbauen oder zusperren?

Bayrischzell will sein Schwimmbad erhalten – am liebsten mittels einer Sanierung. Doch die Förderung fällt geringer aus als erwartet. Der Umbau in ein Naturfreibad kommt wieder ins Gespräch – und auch das endgültige Aus.

Bayrischzell – Ausgepumpt und mit Schneepfützen auf dem Beckenboden ruht derzeit das Alpenfreibad. Winterruhe für das Bayrischzeller Schwimmbad. Im Sommer schlugen dort die Wellen hoch, als in der Wendelsteingemeinde erstmals das Wort „Schließung“ umhergeisterte. Doch das will eigentlich keiner. Weder die Bürger und vor allem nicht der Tourismusverein, der zum „Rettet unser Schwimmbad“ aufrief. Auch die Gemeinde möchte nicht auf ihr Schwimmbecken mit Gastrobetrieb verzichten. Bürgermeister Georg Kittenrainer betonte mehr als einmal, er wolle für dessen Erhalt kämpfen. So zog die Gemeinde zwei Varianten in Betracht: Sanierung oder Umwandlung in ein Naturfreibad. Jetzt hat Kittenrainer doch erstmals das Wort öffentlich ausgesprochen: „Die dritte Alternative – wir sperren zu.“ Das Schwimmbad ist alt: Die Pumpe ist kaputt, und das Becken leckt. Dazu kommt ein jährliches Defizit von rund 150 000 Euro bei etwa 12 000 Besuchern pro Saison. Bayrischzell ist damit relativ klein. Das Fischbachauer Schwimmbad etwa zählt 48 000 Badegäste.

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Um die wirtschaftlichen Verluste aufzufangen, überlegte Bayrischzell, das Alpenfreibad in ein wirtschaftlich tragbares Naturfreibad umzubauen und lies dafür ein Konzept ausarbeiten (wir berichteten). Dafür stand auch eine Förderung vom Freistaat auf der Agenda. Doch nun ereilte Kittenrainer „ein Tiefschlag“, wie er im Gemeinderat berichtete. Die Fördersumme des Freistaats fällt nämlich zu gering aus. Die gute Nachricht zuerst: „Der Förderantrag ist beantragt, und die Gelder dafür sind noch nicht vergriffen“, erklärte Kittenrainer. Zudem sei der Antrag förderfähig. „Sowohl für ein Naturfreibad als auch eine Sanierung des Warmfreibads.“ Doch anstatt der zuerst ausgeloteten und festgelegten 45 Prozent könne die Gemeinde nur einen Fördersatz von 26 Prozent erwarten. „Das ist die schlechtere Nachricht“, so Kittenrainer weiter. Verantwortlich dafür ist die Leistungsfähigkeit der Kommune. „Wir haben momentan eine gute Steuerkraft und eine gute Einnahmesituation.“ Für den Rathauschef war diese Mitteilung „suboptimal“. Denn die Gemeinde habe mit einem Satz von mindestens 40 Prozent gerechnet. „Im Hinblick auf die gesamten Baumaßnahmen hätten wir damit vernünftig planen können.“ Denn auch der Schwimmbad-Gastrobetrieb müsse modernisiert werden, und dieser sei nicht förderfähig. Um das Warmfreibad zu erhalten, „müssen wir die Wasserfläche verkleinern“, erklärte Kittenrainer weiter. Andernfalls sei diese Variante auf „keinen Fall schulterbar, um es zu erhalten“.

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Auch die Variante Naturfreibad ist noch nicht vom Tisch: „Wenn wir diesen Weg gehen wollen, lassen wir noch eine Leader-Förderung prüfen“, erklärte Kittenrainer. Dafür müssten zwar „irre“ bürokratische Hürden genommen werden, aber es gebe auch einen höheren Fördersatz. Der liegt laut Rathauschef über den 26 Prozent. Noch hat sich die Gemeinde nicht für eine der drei Varianten entschieden. Und vor 2020 investiert sie auch nicht in Sanierung oder Umbau. „Nächstes Jahr gehen wir, wenn es irgendwie geht, wieder in Betrieb“, sagte Kittenrainer. „Allerdings nur, wenn das Problem mit der Badeaufsicht geklärt ist“. Mit dem bestehenden Gemeindepersonal sei dies wegen versicherungstechnischer Anforderungen nicht möglich. Eine Badeaufsicht benötige mindestens den Rettungsschwimmerabzeichen in Silber. Kittenrainer regte sich über den Gesetzgeber auf: „Er will Freibäder erhalten und dass die Kinder schwimmen lernen. Aber auf der anderen Seite werden die Regularien angezogen, dass es nicht mehr möglich ist, Bäder kommunal zu betreiben.“ Die Zukunft des Warmfreibades werde wohl eine der ersten Entscheidungen des neuen Gemeinderates im Mai sein.

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