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Sind Ranger die Lösung für das Park-Chaos? Bayrischzell probiert‘s

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Am Start: Die Bayrischzell-Ranger – hier (v.l.) Tourist-Info-Leiterin Stephanie Hintermayer, Antonia Acher und Johanna von Mengershausen – sind zuletzt erstmals ausgeschwärmt. Sie sollen unter anderem helfen, ein Park-Chaos zu verhindern. © Thomas Plettenberg

Sie steuern, informieren und beraten. Und ein klein bisschen mahnen sie auch. In Bayrischzell haben die Ranger ihre Arbeit aufgenommen. Sie sollen den Ausflügler-Ansturm in geordnete Bahnen lenken.

Bayrischzell – Das ging ziemlich flugs: Erst im Juni war das Projekt „Bayrischzell-Ranger“ entwickelt und im Gemeinderat vorgestellt worden, und schon jetzt waren die Helfer erstmals im Einsatz. Am Wochenende haben Ranger an stark frequentierten Parkplatzen und Ausgangspunkten von Wanderrouten Stellung bezogen und Gäste informiert. Ein erstes Fazit fällt positiv aus. „Einheimische freuten sich über die Aktion, und die Ausflügler sind dankbar über alternative Vorschläge und Hilfestellung“, sagt Stephanie Hintermayr, Leiterin der Tourist-Info Bayrischzell.

Wie mehrfach berichtet, ist der Ausflugsverkehr mit der Corona-Pandemie beziehungsweise nach den Lockerungen noch einmal gestiegen. Die Rufe nach einer Lenkung der Touristen- und Ausflügler-Ströme wird immer lauter, ebenso der Wunsch nach einem echten Parkleitsystem. Zumindest im Kleinen gibt es das nun in Bayrischzell. Mit eigens produzierten T-Shirts bekleidet, stehen die Ranger an den bekannten Park-Hotspots, etwa am Seeberg, in Geitau und im Ursprungtal. Sind alle Plätze belegt, bekommen die Reisenden aus erster Hand und direkt vor Ort Infos über Alternativen. Auch auf dem neuen Live-Ticker der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS, wir berichteten) taucht die „Belegt“-Meldung auf.

Ranger sollen Parkverkehr steuern

Für die Ausflügler ist das gut, weil sie sich Zeit bei der Parkplatzsuche sparen und vielleicht eine weniger stark frequentierte Wanderung vorgeschlagen bekommen. Und für die Bayrischzeller ist es gut, weil sich die genervten Gäste nicht einfach an den nächsten Straßenrand oder auf Privatgrund stellen – oder gar Rettungswege versperren.

Flyer weist auf korrektes Verhalten in den Bergen hin

An das Einhalten von Regeln mahnen die Ranger quasi nebenher. Die Tourist-Information hat mithilfe der ATS Flyer erstellt, auf denen nicht nur ein paar Wandertipps zu finden sind, sondern auch die wichtigsten Verhaltensregeln – etwa dass Hunde anzuleinen sind und Müll natürlich wieder mitgenommen werden muss.

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Bis in den Oktober hinein werden die Ranger an stark frequentierten Tagen ausschwärmen. Der Pool von Hintermayr umfasst sechs bis sieben Personen. Sie habe kurzerhand jene gefragt, die schon im Winter an Loipen die Gäste betreuen. Bei einem Einführungsabend wurden die Freiwilligen fit gemacht für ihre Aufgabe. Hintermayrs großes Ziel: „Mir ist es wichtig, die zum Teil giftige Atmosphäre zwischen Tagesausflüglern und Gästen zu entschärfen und zu einem entspannten Miteinander beizutragen.“

Modell könnte Muster für Gemeinden wie Schliersee sein

Thorsten Schär, der das Projekt seitens der ATS mitbetreut, sagt: „Wir freuen uns, dass nach den Rotwand-Rangern im Sommer 2019 nun kurzfristig die Bayrischzell-Ranger starten konnten.“

Ähnliches gab es in Schliersee ein paar Jahre lang mit den Tourist-Scouts. Doch die private Initiative musste sich wegen mangelnder Unterstützung auflösen. Weil die Betreuung von Gästen auf der Straße unbestritten eine gute Sache war, betrachtet Schliersee das Geschehen in Bayrischzell höchst aufmerksam. „Das schauen wir uns auf jeden Fall an. Das hört sich interessant an“, sagt etwa Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer. Tatsächlich, so bestätigt Hintermayr, könnte das Bayrischzeller Modell Blaupause für ähnliche Projekte in anderen Gemeinden sein.

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