Schlimme Diagnose für Markus Maria Profitlich: „Will Erkrankung nicht verbergen“

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Die beleuchtete Loipe führt wie hier eingezeichnet durch Bayrischzell und soll nun auch künstlich beschneit werden können. Das beantragte der Skiclub.

Langlauftraining auf Kunstschnee

Skiclub Bayrischzell will beschneite Loipe schon für Herbst

Der Skiclub Bayrischzell beantragt eine beschneite Loipenspur für November und Dezember. Für die Sportler bedeutet eine spitzen Trainingslocation vor der Saison, und für Bayrischzell vielleicht mehr Touristen. Aber es gibt Bedenken.

Bayrischzell – Wie schneereich wird der Winter? Eine Frage, die Bayrischzeller Touristiker bereits zum Herbstanfang beschäftigt. Denn die vergangenen Wintermonate zeigten: Die weiße Pracht lässtoftmals auf sich warten. Insbesondere um die Weihnachtszeit bedeutet das einen finanziellen Verlust für eine Gemeinde, die vom Wintersport lebt. Auch Sportvereine beklagen, erst spät mit dem Training beginnen zu können, da im Dezember oft keiner da ist. Darum möchte der Skiclub eine beschneite Langlaufstrecke am Seeberg stemmen – den Antrag nahm der Gemeinderat einstimmig an.

Skiclub-Vorsitzender Florian Müller begründete: „Ausbleibende Niederschläge und Wärmeeinbrüche machten es in den vergangenen Wintern nicht möglich, früh eine befahrbare Loipe anzubieten.“ Auch zum Schutz der landschaftlichen Nutzfläche könne erst ab einer gewissen Schneehöhe die Loipe maschinell gespurt werden. Um trotzdem das Langlauftraining in der Vorweihnachtszeit anbieten zu können, karrte der Skiclub seinen Nachwuchs zweimal wöchentlich ins 124 Kilometer entfernte Seefeld in Tirol. „Ein Aufwand, der für Athleten und berufstätige Fahrer kaum vertretbar ist.“

Ebenso zeigten laut Müller Beobachtungen in den vergangenen Jahren, dass die Temperaturen ab November im Bereich der alten Sprungschanze bis zum Waldfestplatz am Seeberg kalt genug seien, um dort eine beschneite Loipe zu betreiben. „Dazu wären nur minimale Veränderungen durchzuführen“, sagte Müller. „Der Fußballplatz und andere von Vereinen genutzte Einrichtungen bleiben unberührt.“ Die Kosten für das Bauprojekt lägen bei rund 15.000 Euro, Beschneiungsdauer circa zehn Tage. Die Nutzungsdauer der künstlichen Loipe solle sich auf die Monate November und Dezember beschränken, „Ab Januar schneit es meist.“

Auch vonseiten des Landratsamtes Miebach gebe es mit Blick auf Naturschutz und Wasserrecht keine Einwände, ergänzte Vize-Bürgermeister Egid Stadler. „Wir haben uns als Langlaufort im Landkreis positioniert“, befürwortete auch Georg Kittenrainer die beschneite Loipe. „Es braucht dort keine großen Eingriffe durch Grabungen für Rohrleitungen“, erklärte der Bürgermeister. Strom für die Schneekanone sei vorhanden. Diese soll via Grundwasser bei der Einfahrt zur alten Rodelbahn am Seeberg gespeist werden.

Dagegen äußerte Kilian Häusler Bedenken: „Ich sehe es kritisch, für ein paar Extremsportler unser Grundwasser für eine Beschneiung zu investieren.“ Dem Nutzungsaufwand zwecks zwei Monaten steht Häusler skeptisch gegenüber. „Wir reden da einmalig von 3000 Kubikmeter Wasser“, erklärte Stadler. „Eine überschaubare Menge, die nicht verbraucht wird, sondern im Frühjahr abschmilzt und wieder ins Grundwasser wegsickert.“

Freilich benötige Kunstschnee Energie, betonte Kittenrainer – darüber diskutierte der Rat nicht weiter. Dem Projekt aufgeschlossen ist auch Matthias Sobotta: „Es ist eine super Loipe, für jemanden der dort trainieren möchte. Auch werden viele kommen, wenn es rundherum keinen Schnee hat.“ Finanzieren möchte Müller die Trainingsstrecke aus Spenden sowie einem Vorschuss der gemeinde. Zudem soll es eine Loipengebühr von fünf Euro geben, die wieder an die Kommune zurückfließt.

Von Daniel Wegscheider

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