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Kleine Attraktion im Sommer: Der Speichersee lockt Ausflügler zum Spazieren und Verweilen.

Streit mit Schlepper-Familie

Skigebiet Sudelfeld: Achter-Sessellift kommt erst 2017

Bayrischzell – Es wird auch heuer nichts mit dem Bau eines Achter-Sessellifts im Skigebiet Sudelfeld. Schuld ist ein Gerichtsverfahren. Nächstes Jahr wollen die Bergbahnen aber starten.

Seit die Skischaukelpläne am Riedberger Horn in den Fokus gerückt sind, ist die Modernisierung des Skigebiets Sudelfeld anscheinend etwas aus dem Blickfeld derer geraten, die solche Pläne kritisch betrachten. Und tatsächlich legt die Bergbahngesellschaft heuer abermals eine Pause ein – wiederum eine unfreiwillige. Der Bau des neuen Achter-Sessellifts von der Grafenherberge zum Sudelfeldkopf ist auf 2017 verschoben, wie Bergbahnen-Geschäftsführer Egid Stadler auf Anfrage mitteilt. „Das wird heuer definitiv nichts mehr“, sagt er.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung war ein Gerichtsverfahren. Wie berichtet, wollte der Eigentümer jener Fläche, auf der der alte Grafenherbergslift fährt, den Liftbetreiber zum Räumen seines Grundstücks zwingen. Der Pachtvertrag war 2013 abgelaufen, von da an bestand ein Vertrag des Eigentümers mit der Bergbahngesellschaft. Da diese mit ihren Liftbauplänen nicht vorankam, duldete sie den Betrieb des alten Schleppers. Ohne Ersatz wäre auch eine merkliche Einschränkung des Skigebiets entstanden. 

Neue Leitungen für weitere Bescheneiungsanlagen werden heuer verlegt.

Als heuer der Abriss hätte kommen sollen, wehrte sich die Lifteigentümer-Familie, die Bergbahngesellschaft änderte daraufhin ihre Pläne und versetzte die Talstation des Sessellifts um rund 30 Meter. So wäre ein Neubau unabhängig vom Rechtsstreit möglich gewesen. Doch die Genehmigung zog sich hin. Als dann auch noch besagte Verhandlung verschoben wurde, zogen Stadler & Co. die Reißleine und begruben für heuer ihre Pläne. Denn: Die Wunsch-Baufirmen hatten schon zuvor auf eine zeitige Auftragserteilung gedrängt. Zudem gilt: Je später der Zuschlag, desto teurer der Bau. „Ein paar hunderttausend Euro sind da gar nichts“, sagt Stadler. Mit 6,5 Millionen Euro ist das Errichten des Sessellifts schon teuer genug. Gut für die Bayrischzeller: Das bayerische Kabinett hat das Seilbahnförderprogramm heuer im April um drei Jahre bis Ende 2019 verlängert. Das Sudelfeld kann somit auf bis zu 35 Prozent Förderung für die Seilbahn hoffen.

Inzwischen ist die Bergbahn-Gesellschaft zu ihren ursprünglichen Plänen zurückgekehrt. Denn Stadler zufolge gab es vor Gericht einen Vergleich zwischen Grundeigentümer und Liftbetreiber. Demzufolge fährt der Schlepper auch im kommenden Winter, Ende April muss er dann wirklich abgebaut werden und macht somit Platz für den neuen Lift. „Mit sechs Metern pro Sekunde wird es die schnellste Sesselbahn Deutschlands sein“, wirbt das Skigebiet auf seiner Homepage. Einstweilen bleibt der Flaschenhals am Sudelfeldkopflift aber bestehen. An dem jetzigen Einzel- und früheren Doppelschlepper stauen sich an frequenzstarken Tagen regelmäßig die Skifahrer.

Derweil ist die Bergbahngesellschaft nicht untätig. Vielmehr verbessert sie auch heuer die Beschneiung. Im Bereich des Plattenlifts und an der Damenabfahrt wird rund ein Kilometer Leitung verlegt. Bis zu 800 000 Euro wird das laut Stadler kosten. Bespeist werden auch diese Anlagen aus dem Speichersee. Der hat sich Stadler zufolge zu einer kleinen Sommerattraktion gemausert. Bis zu 200 Ausflügler tummelten sich täglich an dem Gewässer auf 1400 Metern Höhe.

dak

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