Nicht nur Nebel und Raureif sorgen am Sudelfeld für eine winterliche Kulisse. Seit dem Wochenende laufen auch die Beschneiungsanlagen auf Hochtouren, um einen Saisonstart vorzubereiten.
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Es wird weiß: Nicht nur Nebel und Raureif sorgen am Sudelfeld für eine winterliche Kulisse. Seit dem Wochenende laufen auch die Beschneiungsanlagen auf Hochtouren, um einen Saisonstart vorzubereiten.

Bergbahnen-Chef hofft auf Eröffnung Anfang Januar

Skigebiet Sudelfeld startet mit Beschneiung - trotz fehlendem Termin für Saisonstart

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Seit dem vergangenen Wochenende läuft die Beschneiung im Skigebiet Sudelfeld. Und das, obwohl derzeit wegen des Lockdowns völlig unklar ist, wann die Lifte in Betrieb gehen können.

  • Der Start in die Skisaison steht wegen Corona nach wie vor in den Sternen.
  • Dennoch ist am Sudelfeld die Beschneiung angelaufen.
  • Die Betreiber hoffen auf Anfang Januar.

Bayrischzell – Die Schneemacher haben ihre Arbeit aufgenommen. Seit dem vergangenen Wochenende läuft die Erzeugung des weißen Goldes im Skigebiet Sudelfeld. Und das, obwohl derzeit wegen des Corona-Lockdowns völlig unklar ist, wann die Lifte in Betrieb gehen können. „Eine Grundbeschneiung muss sein“, erklärt Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld GmbH. Selbst wenn die Skisaison erst im neuen Jahr eröffnet werden kann, brauche es eine gute Unterlage, um die Pisten schnell und weitgehend wetterunabhängig präparieren zu können.

Kunstschnee wird in „Depots“ gelagert

Die Taktik unterscheide sich aber von normalen Jahren, erklärt Stadler. Um die Beschneiung möglichst effizient und damit auch kostensparend zu gestalten, lasse man die Maschinen nur bei niedriger Grundtemperatur von etwa -7 Grad Celsius laufen. Zudem sprühen die Kanonen und Lanzen den Kunstschnee nicht auf die breite Fläche, sondern häufen ihn auf wenigen Punkten auf. Diese „Depots“ haben laut Stadler den Vorteil, dass sich der Schnee auch bei einem möglichen Wärmeeinbruch länger hält. Mit der Verteilung per Pistenbullys beginne man erst, wenn der Saisonstart vor der Tür steht.

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Nicht nur aus Haltbarkeitsgründen werden die Skigebietsbetreiber vorerst keine durchgehenden Schneebahnen anlegen. Sie hoffen auch, dass sie damit Tourengeher davon abhalten können, die geschlossenen Abfahrten für eine Alternative zum Alpin-Skifahren zu nutzen. Stadler schickt hier eine eindringliche Warnung an alle Brettlfans, die trotzdem mit diesem Gedanken spielen. Die Pisten seien mit Schläuchen und Kabeln durchzogen, die Maschinen seien noch nicht mit Polstern ummantelt. Entsprechend groß sei die Unfallgefahr. Haftungsanspruch bestehe angesichts der Sperrung nicht.

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Lieber heute als morgen würde der Bergbahnen-Chef seine Lifte einschalten, betont er. Auch wenn der Lockdown derzeit nur bis zum 20. Dezember dauert, rechnet Stadler nicht mehr damit, dass die Saison vor Weihnachten noch starten kann. „Aktuell wäre ich froh, wenn es an Neujahr losgeht.“

Bergbahnen-Chef: „Skifahren heißt nicht gleich Après-Ski à la Ischgl“

Obwohl er die Corona-Maßnahmen durchaus nachvollziehen kann, würde er sich eine differenziertere Betrachtung der Skigebiete wünschen. Das Sudelfeld beispielsweise verfüge über keine geschlossenen Gondeln, die Skifahrer würden sich also ausschließlich an der frischen Luft befinden. Um Menschenansammlungen an den Kassen zu vermeiden, habe man einen neuen Online-Shop mit kontaktloser Abholung der Skipässe per Smartphone eingerichtet. „Skifahren heißt nicht gleich Après-Ski à la Ischgl“, macht Stadler klar.

sg

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