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Im Dezember war an einen Skibetrieb am Sudelfeld trotz Beschneiungsmöglichkeit nicht zu denken. 

Skigebiete: Bilanz und Ausblick

Achter-Sessel: Neue Genehmigungsrunde

Bayrischszell/Spitzingsee - Nun stehen die Lifte auch in den größeren Skigebieten Sudelfeld und Spitzingsee-Tegernsee still. Ein mäßige Saison ist zu Ende. Am Sudelfeld wollen die Bergbahn-Betreiber auch im Sommer richtig Gas geben. Mal wieder.

Die Schneekanonen in Vollbetrieb im November, aber nur eingeschränkter Skibetrieb, ein schwaches Weihnachtsgeschäft, dafür ein guter Saisonausklang: So ist der Winter in den großen Skigebieten der Region verlaufen. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt zum Beispiel Peter Lorenz, Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee. Gegenüber dem Fünfjahres-Durchschnitt seien Einbußen von ungefähr 20 Prozent zu verzeichnen gewesen.

Ähnlich die Situation am Sudelfeld. 150 000 Gäste seien gekommen, berichtet Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahngesellschaft Sudelfeld. Das könne man schon mal einen Winter verschmerzen, angesichts der vergangenen und bevorstehenden Investitionen sollten es aber schon regelmäßig 200 000 sein.

Bekanntlich hat die Bergbahngesellschaft, in der von drei Ausnahmen abgesehen alle Lifte am Sudelfeld vereinigt sind, viel Geld in Beschneiungsanlagen und Sechser-Sessellifft am Waldkopf investiert, und weiterhin Großes vor. Ein Achter-Sessellift soll von Grafenherberg zum Oberen Sudelfeldkopf führen. Doch die Bergbahnen sind in ein neues Genehmigungsverfahren eingestiegen. Zur Erinnerung: Vergangenes Jahr war Stadler fest entschlossen, den Bau des Achter-Sessellifts über die Bühne zu bekommen. Doch die Sache entwickelte sich zur Hängepartie, und als absehbar war, dass die Genehmigung auf Widerstände stößt,ließ die Bergbahngesellschaft ihre Pläne kurzerhand fallen. Das war Ende Juli 2015.

Die Verträglichkeit mit der Umwelt muss neu geprüft werden

Mit der Überplanung gehen die Bergbahnen einem Konflikt aus dem Weg, der an Grafenherberg herrscht. Der dortige Schlepplift gehört der Familie Berger aus Oberaudorf. Die ist nicht Gesellschafterin der Bergbahnen Sudelfeld GmbH und unterstützt auch deren Modernisierungspläne in der bestehenden Form nicht. Das Problem: Der Grafenherberglift müsste dem Neubau der Talstation der neuen Bergbahn weichen. Bevor es zu einem Rechtsstreit unbestimmter Länge kommt, weicht die Bergbahngesellschaft ein paar Meter zur Seite. Wie es mit dem Schlepper an der Grafenherberge weitergeht ist unklar, Betreiber Berger war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Laut Stadler kann er stehen bleiben oder ersetzt werden, die zugehörige Fläche habe aber die GmbH gepachtet.

Die will mit der weiteren Modernisierung heuer fortschreiten. Die unteren Stützen des Achter-Sessellifts werden rund 30 Meter versetzt und der Umlauf der Bahn geändert, was für die Skifahrer ohne Bedeutung sein sollte. Derweil müssen die Bergbahnen das Genehmigungsverfahren neu durchlaufen, mit Umweltverträglichkeitsprüfung für die geänderte Trasse und weiterem mehr.

Dazu müssen der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt Miesbach, erst alle erforderlichen Unterlagen vorliegen. Um die zu vervollständigen, „muss teilweise erst der Schnee weg sein“, sagt Stadler. In zwei Wochen, so hofft er, wird er die Papiere zusammen haben.

Das ist immerhin deutlich früher als im vergangenen Jahr. Dann beginnt wieder das Warten auf die Genehmigung. Im Zuge des Verfahrens können auch wieder verschiedenste Behörden und Verbände Stellung nehmen. Der Widerstand der Naturschützer wird ungebrochen sein. Dann erfolgen Erörterungstermin und nochmalige Prüfung durch das Landratsamt. Stadler bleibt zuversichtlich und gelassen: „Solche Anlagen baut man gern auch im August. Das hab ich auch erst lernen müssen.“ 6,5 Millionen Euro wird der Achter-Sessellift wohl kosten. Wieder sollen staatliche Zuschüsse fließen.

Hinzu kommt der weitere Ausbau der Beschneiungsanlagen als Bestandteil der alten Genehmigung. Hier möchten die Bergbahnen schneearme Pistenabschnitte mit der weißen Pracht versorgen und somit auch bei wenig Naturschnee befahrbar machen.

Auch im Tegernseer Tal hatte der milde Winter Auswirkungen auf viele, die vom Wintersport abhängig sind.

Von Daniel Krehl

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