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Arbeit getan: Die Schneekanonen am Sudelfeld stehen still. Das Augenmerk der Bergbahnbetreiber richtet sich nun auf den Neubau des Achter-Sessellifts. Der Startschuss soll Mitte Mai fallen.

Skigebiete Sudelfeld und Spitzingsee

Nach der Saison ist vor der Saison

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Schluss, aus, vorbei. Nach einem durchwachsenen Wintergeschäft stehen die Lifte und Bergbahnen nun wieder still. Abhaken lautet die Devise. Und Ärmel hochkrempeln. Schließlich ist nach der Saison immer auch vor der Saison.

Sudelfeld/Spitzingsee – Rund zwei Wochen ist es her, da war Egid Stadler noch guter Hoffnung, die Saison mit einer Gästezahl von rund 200 000 abschließen zu können (wir berichteten). Seinerzeit hatte der Geschäftsführer der Sudelfeld Bergbahnen allerdings auch damit gerechnet, die Lifte noch ein Weilchen laufen lassen zu können. Zwar war am vergangenen Sonntag der offiziell letzte Skitag. Tatsächlich, so Stadler, habe man die Anlagen aber bereits eine Woche früher in den Sommerschlaf versetzt. Schuld waren reichliche Regenfälle. „Die Pisten waren so einfach nicht mehr vorzeigbar.“

Bedauerlicherweise konnten so die anvisierten 200 000 Wintersportler auch nicht erreicht werden. „Das haben wir nicht geschafft“, sagt Stadler. Runde 175 000 sind es letzten Endes geworden. Nicht gerade ein Grund zum Jubeln. Zum Trübsal blasen aber eben auch nicht. „Es war besser als letztes Jahr“, sagt Stadler. Und der Januar, freut sich der Chef der 16 Bergbahnen und Lifte, bleibe als einer der besten in den vergangenen 40 Jahren im Gedächtnis. „Schnee, Eiseskälte. Da hatten wir Südtiroler Verhältnisse“, gerät Stadler ins Schwärmen. „Ein Top-Monat.“

Weniger Arbeit haben Stadler und seine Mannschaft nach dem Ende des Winterbetriebs aber keinesfalls. Insbesondere der Bau des neuen Achter-Sessellifts von der Grafenherberge zum Sudelfeldkopf (wir berichteten) wird in den nächsten Monaten reichlich Manpower binden. „Das ist ein Riesen-Projekt.“ Der Startschuss für den Bau soll Stadler zufolge Mitte Mai fallen. Läuft alles glatt, könnte die Anlage im November den Betrieb aufnehmen. Darüber hinaus gilt es jetzt, die Revisionsarbeiten zu erledigen und die Zäune für den Almbetrieb aufzubauen. „Wir sind voll ausgelastet.“

Über zu wenig Arbeit können sich die Betreiber und Mitarbeiter der Alpenbahnen Spitzingsee ebenfalls nicht beklagen. Nach 107 Betriebstagen und über den Daumen gepeilt etwa 210 000 schneehungrigen Gästen haben auch die Alpenbahnen insbesondere die unbeschneiten Pisten vorzeitig geschlossen und befinden sich mitten in der Revision, informiert Pressesprecherin Antonia Asenstorfer. Lediglich der Kurvenlift habe bis Ultimo einige wenige Wintersportler befördert. Natürlich, sagt Asenstorfer, hätten manche Skifahrer noch nicht genug. Es sei jedoch schlicht zu aufwendig, bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen die Pisten zu präparieren. „Die Kosten-Nutzen Relation ist einfach nicht mehr gegeben.“

Auch die Alpenbahnen richten ihr Augenmerk nun auf das, was kommt. Zu Ostern wolle man gegebenenfalls den Taubensteinlift anlaufen lassen – freilich abhängig vom Wetter. Schließlich seien vereinzelte Schneefälle bis Ende April ja in diesen Breiten keine Seltenheit. Stümpfling- und Suttenbahn sollen zu Pfingsten folgen. Dann, so zumindest der Plan, locken am Spitzing wieder rasante Abfahrten mit den Mountaincarts, die seit vergangenem Sommer die Alpenbahnen attraktiver machen sollen (wir berichteten). Wann genau die Gefährte aber gen Tal rauschen, kann Asenstorfer noch nicht sagen. Sobald klar sei, in welchem Zustand sich die Strecke befindet, könnten die vorbereitenden Arbeiten beginnen.

Die Nutzung des Forstweges, der vor etwas mehr als zehn Jahren angelegt wurde und in Teilen den Bayerischen Staatsforsten gehört, erfolgt laut der Pressesprecherin auf eigene Gefahr. Sowohl Kart-Fahrer als auch Wanderer würden durch Hinweisschilder informiert. Konflikte fürchtet Asenstorfer jedoch nicht, da der Weg bei Wanderern nicht gerade populär sei. „Wir empfehlen ohnehin eher die Wege über die Firstalm oder den Roßkopf.“ Ganz ausschließen könne man etwaige Kalamitäten zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen freilich nicht. Doch mit gegenseitiger Rücksichtnahme sei eine friedliche Koexistenz sicherlich möglich. Und schlussendlich könne und wolle man ja auch niemanden aussperren.

ah

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