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Volle Hütte: Beim Skitourenabend am Mittwoch war in der Speck-Alm am Sudelfeld kein Platz mehr frei.

Tourengehen am Sudelfeld und Spitzingsee boomt

Jede Menge Ski vor der Hütte

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Bayrischzell/Spitzingsee -Mit den Skiern den Berg hinaufsteigen, dann gemütlich in der Hütte einkehren und im Anschluss daran wieder abfahren: Skitourenabende am Sudelfeld und am Spitzingsee boomen. Seit den Pistensperrungen eine der wenigen Gelegenheiten für viele Sportler, um Touren zu gehen.

So schnell ging es in dieser Saison noch nie. „Innerhalb von 20 Minuten war die Gaststätte voll. Das war absolutes Maximum“, berichtet Sepp Ettenhuber. Der Wirt der Speck-Alm am Sudelfeld erlebte am Mittwochabend einen Ansturm durch Tourengeher. Etwa 200 Besucher drängten im Zuge des Skitourenabends in seine Hütte. „Das war in diesem Winter der Höhepunkt“, sagt Ettenhuber. So mussten die Sportler länger auf Essen und Getränke warten. Aber auch sonst boomen die Skitourenabende in den Skigebieten Sudelfeld und Spitzingsee.

Jeden Mittwoch bieten Speck-Alm und Walleralm am Sudelfeld im wöchentlichen Wechsel einen Skitourenabend – nun die dritte Saison. „So hat jede Hütte ihr Geschäft und kann sich auch personell darauf einstellen“, sagt Waller. 100 bis 150 Tourengeher kehren im Schnitt in beiden Almen ein. Volle Hütte herrschte am Mittwoch auch am Spitzingsee: 100 Gäste bevölkerten das Taubensteinhaus beim Skitourenabend. „Es gab keinen Stehplatz mehr“, sagt Wirt Joachim Dennerlein. „Die Leute haben lange auf optimale Schneeverhältnisse gewartet.“

Nicht der einzige Grund für den enormen Zuspruch: „Tourengehen hat es schon immer gegeben, momentan ist es aber eine Trendsportart“, sagt Wirtin Ute Waller von der Walleralm. Der „neue“ Tourengeher bevorzuge anstelle des Tiefschnees eine präparierte Piste. „Der Vorteil ist, dass man auf einem beschneiten, präparierten Hang sicherer aufsteigt und nicht abseits der Piste gehen muss“, ergänzt Ettenhuber.

Doch diese Möglichkeit haben die Sportler nicht oft – wegen der Pistensperrungen. Hintergrund: In den vergangenen Jahren hatte sich der Konflikt zwischen Tourengehern und Skigebiets-Betreibern zugespitzt und zu einigen Pistensperrungen geführt. Seit diesem Winter sind Verbote aber nur bei konkreter Gefahr zeitweise zulässig, zum Beispiel während der Pistenpräparierung. So die Rechtslage.

Am Sudelfeld ist die Piste daher nach Liftschluss ab 18 Uhr für Skibergsteiger gesperrt. „Wenn die Pistenraupe am Seil ist, sehen das die Tourengeher im Schnee nicht unbedingt. Das ist sehr gefährlich“, erklärt Waller das Verbot. Um den Aktiven entgegenzukommen, dürfen sie mittwochs beim Skitourenabend auf die Piste. „Abends können die Leute gehen, wie sie wollen.“ Zudem öffnen Speck-Alm und Walleralm von 18 bis 21.30 Uhr. Bis 22 Uhr müssen die Tourengeher zurück ins Tal fahren, denn dann beginnen die Pistenraupen mit ihrer Arbeit. Am Spitzingsee ist die Piste am Taubenstein für Skitouren von Freitag bis Sonntag ab 17.30 Uhr tabu. Montag bis Mittwoch – außer in den Ferien – bietet das Taubensteinhaus Skitourenabende an.

Das Angebot beider Skigebiete zieht Sportler aus den Landkreisen Miesbach und Rosenheim, aber auch viele Münchner an. „Tagsüber sind die Tourengeher meist Rentner, am Abend vorwiegend Berufstätige“, sagt Dennerlein. Ettenhuber fügt hinzu: „Viele sind froh, dass sie durch den Skitourenabend überhaupt gehen können."

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