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Die Lifte am Sudelfeld fahren zur Zeit nur vereinzelt. Trotz der Niederschläge in der Nacht auf Mittwoch liegt zu wenig Schnee.

Sudelfeld

Weltcup droht auszufallen

Bayrischzell - Ob der Snowboard-Weltcup am 1. Februar am Sudelfeld stattfinden kann, ist noch fraglich. Momentan liegt zu wenig Schnee, um den Wettbewerb auszutragen.

Peter Krogoll beobachtet den Wetterbericht in diesen Tagen so aufmerksam wie sonst nie. Im Internet verfolgt er regelmäßig die Prognosen. „Ich schaue in jeder freien Minute“, sagt Krogoll. „Aber der Wetterbericht ändert sich halbtäglich.“ Der 55-Jährige ist Technischer Delegierter des internationalen Skiverbands FIS und Rennleiter beim Snowboard-Weltcup, der am 1. Februar am Sudelfeld stattfinden soll. Der Parallel-Riesenslalom ist auch der Grund, weshalb Krogoll so oft in den Wetterbericht schaut. Denn ob der Weltcup tatsächlich stattfindet, ist wegen der milden Temperaturen fraglich.

Obwohl noch zweieinhalb Wochen Zeit bleiben, ist die Lage kritisch, was unter anderem das Beispiel Garmisch-Partenkirchen zeigt. Dort ist der für 25. und 26. Januar geplante Weltcup der Skirennläuferinnen am Montag abgesagt worden. Das, so hofft das für den Snowboard-Weltcup zuständige Organisationskomitee, soll eine Woche später am Sudelfeld nicht passieren. „Wir hoffen, dass wir nicht in den sauren Apfel beißen müssen und das Wetter umschlägt“, sagt Krogoll. „Die Vorbereitung läuft wie geplant weiter.“ Schicksalstag ist Samstag, 25. Januar, wenn die offizielle Schneekontrolle der FIS ansteht. „Bis dahin“, bekräftigt der Miesbacher, „müssen wir eine taugliche Piste vorweisen.“

Derzeit liegt nur eine dünne Schneedecke von zehn bis 15 Zentimetern am Waldkopf-Lift. Das reicht allerdings nicht aus, um einen Snowboard-Weltcup durchzuführen. Die Mindestvorgabe beträgt 30 Zentimeter – besser wären dem Rennleiter zufolge 50 Zentimeter. „Je verdichteter der Schnee, desto besser.“ Das Problem: Am Starthang, wo am meisten Schnee für die Startrampe benötigt wird, liegt derzeit am wenigsten. Noch bleiben ein paar Tage Zeit. Zeit, um zu hoffen, zu bangen sowie auf Schnee und Kälte zu warten. Denn die Schneekanonen am Hang können nur rattern und die Pisten besprühen, wenn es kalt genug ist.

Am Dienstag haben sich Krogoll, Josef Lechner (Chef des Organisationskomitees) sowie die Organisatoren von Snowboard Germany, dem Skiverband Oberland und der Liftbetriebe Sudelfeld im Bayrischzeller Rathaus getroffen, um die Lage zu besprechen. Klar ist: Sobald es richtig schneit, beginnt der Skiverband, die Piste zu präparieren. Laut Lechner wäre dies längst erfolgt – wäre da nicht der langwierige Prozess um die Ausweitung der Beschneiung im Skigebiet Sudelfeld (siehe Kasten). „Wenn es zum Start der Wintersport-Saison Ende November, Anfang Dezember mehr Wasser zum Beschneien gegeben hätte, würde es jetzt keine Misere geben“, sagt er mit einem kritischen Unterton. „Dann wäre der Weltcup nicht gefährdet.“ Künstlicher Schnee schmilzt nämlich deutlich langsamer ab als natürlicher.

Aus organisatorischer und finanzieller Sicht lief die Vorbereitung unterdessen glatt. Es ist nachvollziehbar, dass ein Abbruch so kurz vor dem Ziel für alle Helfer schmerzhaft wäre. „Es wäre jammerschade, wenn es scheitern sollte“, betont der OK-Chef. Immerhin ist der Weltcup sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus sportlicher Sicht ein wichtiges Ereignis: Die ARD überträgt 50 Minuten live, die Kristallkugeln für die besten Snowboarder im Parallel-Slalom werden vergeben, zudem ist das Sudelfeld die letzte Station vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi.

Am Mittwoch, 22. Januar, bespricht das Organisationskomitee in einer Telefonkonferenz, wie es weitergeht. „Wir sind auf Petrus angewiesen“, sagt Lechner. „Aber wir sind guter Dinge, dass er uns nicht im Stich lässt.“

Marc Lamberger

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