Auto fährt in Menschenmenge in Helsinki: Ein Toter

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Mit der Seilwinde entfernte der Forstbetrieb Laubbäume bei der Kreuzbergalm in Bayrischzell.

Staatsforsten fällten angeblich während der Brutzeit

Naturschützer entsetzt über Kahlschlag im Schutzgebiet

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Bayrischzell - Bei der Kreuzbergalm haben die Staatsforsten jüngst auf knapp zwei Hektar Bäume gefällt. Naturschützer sprechen von einem Skandal. Der Staatsforsten-Chef winkt ab. 

Das Gebiet um die Kreuzbergalm bei Bayrischzell ist ein Schutzgebiet für die seltenen und recht störungsempfindlichen Raufußhühner. „Dazu zählen Auerhühner, Birkhühner und Haselhühner“, erklärt Christine Miller aus Rottach-Egern. Die Wildbiologin kennt sich damit aus. Als Vize-Vorsitzende des Naturschutzvereins „Wildes Bayern“ war sie deshalb entsetzt, als sie Bilder von Hiebsmaßnahmen – so wird der Holzeinschlag genannt – sah, die dort vor wenigen Wochen vorgenommen worden waren. „Ich dachte, ich falle aus allen Wolken“, sagt Miller, die die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt in Miesbach darauf aufmerksam machte.

Entsetzen über Kahlschlag in Schutzgebiet

In ihren Augen ist der Eingriff in diesem Gebiet ein Skandal. „Es gibt Vorschriften, die auch für den dort zuständigen Forstbetrieb Schliersee gelten“, erklärt sie. So dürften während der Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit dort keine Holzeinschläge oder sonstige Arbeiten durchgeführt werden. „Die Vögel brauchen in dieser Zeit Ruhe. Asthaufen und Schnittabfall, wie er bei Forstarbeiten anfällt, erweisen sich für geschlüpften Küken oft als Todesfallen.“ Im betroffenen Gebiet sei vor allem das scheue Haselhuhn beeinträchtigt worden.

Forstbetrieb: Absolut korrekt verhalten

Aus Sicht des Forstbetriebs habe man sich absolut korrekt verhalten, erklärt Forstbetriebsleiter Christoph Baudisch auf Nachfrage unserer Zeitung: „Unser Forstbetrieb hat im Bereich der Kreuzbergalm Hiebsmaßnahmen durchgeführt.“ Millers Kritik könne er aber nicht nachvollziehen. „Die Fläche südlich der Forststraße zur Kreuzbergalm liegt nicht im Auerwild-Kerngebiet und ist daher aus unserer Sicht nicht zu beanstanden.“ 

Und die Fläche nördlich der Forststraße befinde sich zwar formell im Kernbereich, weise für das Auerwild derzeit aber kaum interessante Strukturen auf: 80 Prozent Laubholz statt Nadelholz, zudem sei keine Beerstrauchvegetation zu finden. Das soll sich laut Baudisch durch die Hiebsmaßnahmen ändern. „Um die Situation für das Auerwild zu verbessern, hat der Forstbetrieb im Zuge der kritisierten Hiebsmaßnahme auf einer Fläche von 1,85 Hektar hauptsächlich Laubholz entnommen.“ Dadurch soll erreicht werden, den in der Verjüngung vorhandenen Nadelholzanteil zu erhalten und zu erhöhen, um „die Fläche mittel- bis langfristig zu einem für das Auerwild geeigneten Biotop zu entwickeln“.

Betriebsleiter Baudisch: "Keinerlei negative Auswirkungen"

Auch mit Blick auf die Flächenverhältnisse glaubt Baudisch nicht, dass der Einschlag schädigend war: „Im Vergleich der kritisierten Hiebsfläche mit 1,85 Hektar zur Fläche des Schutzgebiets Mangfallgebirge im Forstbetrieb Schliersee mit 12 093 Hektar ist ersichtlich, dass die Maßnahme keinerlei negative Auswirkungen auf das Auerwildvorkommen im Bereich des Forstbetriebs Schliersee hat.“ Zudem habe man den Einschlag mithilfe einer Seilbahn innerhalb von fünf Tagen auf zwei Seiltrassen durchgeführt. Allerdings ließen sich damit bei der Bergabbringung von Holz kleinere Schäden entlang der Seiltrassen nicht vermeiden.“

Landratsamt: Staatsforsten sind eben auch Wirtschaftsbetrieb

Bei der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt nimmt Josef Faas Millers Kritik ernst, wenngleich er sagt: „Der Forstbetrieb Schliersee hat ausreichend Fachkompetenz, um die Situation beurteilen zu können.“ Andererseits sei klar, dass die Staatsforsten auch ein Wirtschaftsbetrieb seien und auf diesem Gebiet Anforderungen gerecht werden sollen. Faas will deshalb das Gespräch vor Ort mit dem Forstbetrieb suchen und im Dialog klären, wie die Hiebsmaßnahme gelaufen ist.

Laut Baudisch ist die Situation im Schutzgebiet Mangfallgebirge erfreulich: „Die allermeisten Arten in unserem Vogelschutzgebiet befinden sich in einem günstigen, also hervorragenden Erhaltungszustand.“

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