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Die Wohltäterin und ihre Laudatoren: Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer und Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (r.) überreichen Anna Maria Holzmann die Ehrenurkunde.

„Der Ort wird massiv profitieren“

Stiftung: Anna Maria Holzmann (89) bringt 31 Wohnungen ein

Bayrischzell - Ihr Mann hatte einst in Bayrischzell 50 Wohnungen gebaut. Weil sie diese ihrer gemeinnützigen Stiftung übertrug, bekam Anna Maria Holzmann nun die Goldene Ehrennadel.

„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“, heißt es in Goethes „Das Göttliche“ – ein Satz, den sich Anna-Maria Holzmann aus Bayrischzell zu Herzen genommen hat. Die 89-Jährige hat 31 Mietwohnungen, die sich seit dem Tod ihres Mannes in ihrem Eigentum befinden, in ein neu gegründete, gemeinnützige Stiftung eingebracht: die Rudolf und Anna Maria Holzmann Stiftung. Dafür erhielt sie im Rahmen eines feierlichen Festaktes im Pfarrheim St. Margareth nun die Ehrennadel der Gemeinde – unter den Augen von rund 100 Festgästen und Bayerns Wirtschaftsministerin und stellvertretender Ministerpräsidentin Ilse Aigner. 

„Herr Holzmann war auch sonst ein großzügiger Gemeindebürger“

Von 1968 bis 1974 errichtete Rudolf Holzmann in Bayrischzell rund 50 Wohneinheiten, die jeweils zu sozialen Preisen an Einheimische vermietet wurden – besonders an die junge Generation. Ein Projekt, das damals nicht unumstritten war. Dennoch erhielt der Unternehmer 1971 die Goldene Ehrennadel der Gemeinde, obendrein benannte Bayrischzell eine Straße nach dem Wohltäter. „Herr Holzmann war auch sonst ein großzügiger Gemeindebürger“, sagt Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer. „Er war sehr angesehen.“ 

Das Erbe ihres wohltätigen Mannes führte Holzmann nach dessen Tod im Jahre 1975 fort. Da die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit sah, selbst Wohnraum für Einheimische zu schaffen, verkaufte die Witwe einen Teil der Wohnungen an Gemeindebürger. Die verbleibenden 31 Wohnungen der „Holzmann-Blöcke“ verwaltet sie bis heute. 

„Das zeigt, was unser Land und die Menschen in unserem Land ausmacht. Besser hätte man sich das nicht ausdenken können“

Nun hat sich die 89-Jährige entschieden, die Wohnanlage in eine soziale Stiftung einzubringen, „speziell um den langjährigen und anständigen Mietern die Heimat zu erhalten“, heißt es in der Präambel der Stiftungssatzung. Die Mietpreise für die Wohnungen orientieren sich jeweils an den finanziellen Möglichkeiten der Bewohner. Die Mieteinnahmen dienen vorrangig dem Erhalt der Gebäude, der Rest soll sozialen Zwecken zugute kommen. „Das zeigt, was unser Land und die Menschen in unserem Land ausmacht. Besser hätte man sich das nicht ausdenken können“, sagte die Wirtschaftsministerin in ihrer Laudatio. Bedacht werden unter anderem Einrichtungen der Kinder-, Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe sowie die katholische Kirchenverwaltung Bayrischzell. Und: die örtlichen Vereine. 

„Sie haben über den Tellerrand geblickt und allen gezeigt, dass Sie edel, hilfreich und gut sind“

Das freute Aigner besonders, denn mit Gleichgesinnten etwas voranzubringen, das sei etwas Besonderes. „Das ist das Salz in der Suppe, das wir brauchen.“ Dem Bürgermeister bereiteten vor allem die Aussichten für seine Gemeinde Freude. „Der Ort wird massiv profitieren. Das wurde für Bayrischzell gemacht.“ Pfarrer Josef Spitzhirn stellte dagegen die Verbindung zum Göttlichen her – im literarischen Sinne: „Sie haben über den Tellerrand geblickt und allen gezeigt, dass Sie edel, hilfreich und gut sind.“

Bastian Huber

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