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Auf dem Weg nach oben: (v.l.) Der Rosenheimer Landrat Wolfgang Berthaler, Miesbachs Vize-Landrätin Ingrid Pongratz, Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld GmbH.

Einweihung im Skigebiet

Sudelfeld: Erste Fahrt für Waldkopfbahn

  • Vera Markert
    vonVera Markert
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Bayrischzell - Schnee gab es keinen, ein Fest wurde es trotzdem: Am Freitagnachmittag sind die Waldkopfbahn mit Sechser-Sessellift und die Beschneiungsanlage am Sudelfeld eingeweiht worden. Der feierliche Abschluss nach jahrelanger Planung und heftigem Widerstand.

Um 16 Uhr setzt sich die Gondel mit der Nummer 1 in Bewegung – mit vier prominenten Fahrgästen. Darunter Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, die es sich im neuen Sechser-Sessellift der Waldkopfbahn am Sudelfeld bequem gemacht hat. Sie sitzt in einer mit Glitzergirlande und Tannenzweigen geschmückten komfortablen Gondel mit Wetterhaube und Sitzheizung. Dabei wäre Letztere gar nicht nötig: Bei acht Grad Außentemperatur schwebt der Sessellift von der Talstation auf 1025 Metern hinauf zum Oberen Sudelfeld. Die neue Waldkopfbahn mit Talstation ist am Freitag vor etwa 250 Gästen festlich eingeweiht worden.

Das moderne Gebäude steht inmitten braungrüner Pisten, vom Schnee sind nur noch einzelne Flecken übrig. „Es ist schwierig, am 19. Dezember bei positiven Temperaturen was Positives für Beschneiung herauszuarbeiten“, sagt Egid Stadler in der Talstation. Der Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld GmbH äußert es in Anspielung auf die Beschneiungs-Gegner, die sich durch das derzeitige Nicht-Winter-Wetter bestätigt fühlen dürften – bekanntlich kämpften Bund Naturschutz und Deutscher Alpenverein gegen die Modernisierung des Skigebiets. Vor einigen Wochen seien noch 70 Zentimeter Schnee am Sudelfeld gelegen, informiert Stadler. Und ergänzt überzeugt: „Wir werden wieder Schnee bekommen.“ Immerhin sei es schon öfter kurz vor und an Weihnachten so gewesen, dass der Schnee fehlte.

Einer der Widerstände, die Stadler in seiner Rede auf dem Weg zur Modernisierung des Familien-Skigebiets skizziert. Es war ein langer Weg von der ersten Studie im Jahr 2005 mit „langen Jahren des Planens und Abwägens“ bis hin zur Waldkopfbahn und zum Beschneiungsteich, die die erste Phase der Sudelfeld-Modernisierung abschließen. Die Besucher erwartet am Waldkopf eine neu gestaltete Talstation mit Servicezentrum, Toiletten und Bergwachtraum. Der Sechser-Sessellift – er ersetzt drei Schlepplifte – befördert mit kindersicheren Schließbügeln 2800 Personen pro Stunde auf die Skipiste. Übrigens eine mehr als bisher: Die neue Abfahrt vom Oberen Sudelfeld zur Waldkopf-Talstation verfügt über 2,5 Pistenkilometer, die voll beschneit werden können. Mit dem Wasser aus dem 150.000 Kubikmeter fassenden und 21 Meter tiefen neuen Speicherteich, für den 6,6 Kilometer Leitungen verbaut worden sind.

„An der Liftanlage sieht man, wie wichtig es ist, zu investieren. Es ist im Interesse der Region“, sagt Ministerin Aigner, die einst selbst am Sudelfeld das Skifahren gelernt hat. „Es geht nicht nur um Wirtschaftskraft, sondern auch um die Vereine.“ Und Miesbachs Vize-Landrätin Ingrid Pongratz (CSU), die Grünen-Landrat Wolfgang Rzehak vertritt, hebt die Investitionssumme von 13 Millionen Euro hervor.

Eine lohnende Investition auch für Regierungspräsident Christoph Hillenbrand. „Das ist ein deutliches Signal, dass man auch mal Projekte wagen muss“, sagt er. Zumal der Widerstand der Kritiker laut Geschäftsführer Stadler nicht nur Negatives mit sich brachte. „Wir hatten 200.000 Euro für Werbung in den Haushalt eingeplant. Aber nachdem die Werbung von Bund Naturschutz und Alpenverein gekommen ist, haben wir uns davon vier Schneekanonen gekauft“, sagt er lachend. Im Sommer 2015 möchte Stadler ein großes Seefest veranstalten, um auch die Sudelfeld-Kritiker zu überzeugen – von einem Teich, „der sich in die Landschaft einfügt“.

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