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Wer am Wochenende mit dem Auto unterwegs war, musste Zeit mitbringen und geduldig sein. Auf vielen Straßen – im Bild oben die B 307 bei Neuhaus – herrschte dichter Verkehr, die Situation entspannte sich erst in den Abendstunden.

„Es ist schon außergewöhnlich, was da los war.“

So hat der Landkreis das Wahnsinns-Wochenende verkraftet

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Bayrischzell/Spitzingsee - Stahlblauer Himmel und strahlender Sonnenschein: Das Traum-Winterwochenende hat dem Landkreis einen riesigen Ansturm beschert. Das waren die Auswirkungen.

Lange mussten sich Wintersportler jeglicher Couleur in Geduld üben – der heiß ersehnte Schnee ließ auf sich warten. Das traumhafte Wochenende lockte Schneehungrige nun in selten großer Zahl in die Region.

Parkplatznot und Wartezeiten

„Es ist schon außergewöhnlich, was da los war“, sagt etwa Peter Lorenz. Der Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee und Wallbergbahnen gerät regelrecht ins Schwärmen. „Das hat uns wirklich gutgetan.“ Insbesondere am Wallberg habe „brutaler“ Andrang geherrscht. Wer hinauf wollte, kam nicht um gewisse Wartezeiten umhin. „Für die Rodler hat das schon mal eine Stunde gedauert“, sagt Lorenz. „Die Leute waren aber sehr geduldig und ich habe nichts Negatives gehört.“

Auf etwas längere Wartezeiten mussten sich Wintersportler auch an den Liften einstellen. Am Sudelfeld etwa waren an beiden Tagen jeweils um die 7000 Ski- und Snowboardfahrer unterwegs. 15 Minuten Wartezeit waren die Norm.

Erträglich ging es hingegen an Stümpfling und Sutten zu. „Da war es mit maximal 15 Minuten Wartezeit nicht so wild“, betont Lorenz. Auch die Parkplatzsituation habe man gut im Griff gehabt.

Von rund 7000 Wintersportlern pro Tag berichtet Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld. Die Blechlawine, sei enorm gewesen. „Teilweise war es so unübersichtlich, dass wir die Polizei gebraucht haben, weil die Leute an der Straße geparkt haben“, berichtet Stadler. Dank sieben Parkwächtern ist ein Chaos aber ausgeblieben. Als wertvoll haben sich Stadler zufolge die neuen Parkplätze erwiesen, die Platz für 18 Busse bieten (wir berichteten). Die Flächen seien teils zu zwei Dritteln belegt gewesen.

Hochbetrieb in den Hütten

Auf den Pisten war trotz der Ausflügler-Massen reichlich Luft. 15 Minuten Wartezeit an den Liften hätten niemandem diese selten schönen Tage vermiest. Dass bei diesem Wetter die Hölle los sein würde, sei ja schließlich auch absehbar gewesen.

Oben war man ebenfalls auf den Besucheransturm eingestellt. „Wir haben das Personal auf 18 Mitarbeiter aufgestockt, damit jeder schnell kriegt, was er will“, sagt Petra Ettenhuber von der Speck-Alm am Sudelfeld. „Die Bude war voll, die Terrasse war voll. Für uns war es das beste Geschäft seit zehn Jahren.“ Angesichts der weiterhin guten Wetteraussichten richtet sich die Wirtin auch fürs kommende Wochenende auf viel Arbeit ein.

Bergwachteinsätze im normalen Rahmen

Also alles eitel Sonnenschein? Nein, denn auch ein Traum-Wochenende hat manche Schattenseite. „Spannend“ war es etwa im Tegernseer Tal, wie Felix Oswald, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Rottach-Egern zu berichten weiß. Das „enorme Sportleraufkommen“, wie es Oswald formuliert, habe den Bergwachten reichlich Arbeit beschert. „Weil alle anderen Hubschrauber gebunden waren, wurde ein Mann mit Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung am Samstag mit einem Heli aus Österreich geborgen“, sagt der Bereitschaftsleiter. Auch am Sonntag seien die Helfer gefordert gewesen. Bereits am Morgen hatte sich ein elfjähriges Mädchen am Hirschberg verletzt und musste nach Murnau geflogen werden. Am Nachmittag folgten drei Einsätze an Wallberg und Sutten. Zwar habe der Andrang zeitweise „alles getoppt. Für das, was da an Menschen unterwegs war, ist aber wenig passiert“, resümiert Oswald und lobt die gute Zusammenarbeit der Bereitschaften. Ruhiger verlief das Wochenende für Oswalds Kollege Günter Riedl von der Schlierseer Bergwacht „Alles im Normalbereich“, lässt der Bereitschaftleiter wissen. Dem pflichtet auch Marinus Gruber, Sprecher der Bergwacht Leitzachtal, bei. Mit insgesamt 14 Einsätzen habe sich die Arbeit im üblichen Rahmen bewegt. Zum Einsatzgebiet der Leitzachtaler Wacht zählt auch das Wendelsteingebiet. „Da haben wir aber immer weniger zu tun, weil dort die besseren Skifahrer unterwegs sind“, sagt Gruber.

Fünf Einbrüche ins Eis am Schliersee

Nicht nur Pisten und Loipen waren bei Sportlern gefragt. Hochbetrieb war auch auf den Seen angesagt. Die Schlierseer Wasserwacht verzeichnete fünf Einbrüche ins Eis. Vor Ort angekommen, war die Hilfe der Einsatzkräfte jedoch nicht mehr vonnöten, da sich die Personen selbst befreit hatten, wie bei der Schlierseer Wasserwacht auf Facebook zu lesen ist.

Lediglich kleine Pannen bei der BOB

Froh über ein Wochenende ohne große Pannen zeigt sich auch die Bayerische Oberlandbahn (BOB). Wie Sprecher Christopher Raabe mitteilt, habe es „lediglich kleine Störungen“ gegeben. Die Bahnen seien „gut gefüllt, die Situation jedoch zu keinem Zeitpunkt kritisch gewesen.“ Man habe gemerkt, „dass die Leute Bock auf Wintersport hatten“.

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