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Noch immer müssen die Bayrischzeller ihr Trinkwasser abkochen.

Abkochverfügung bleibt bestehen

Trinkwasser-Notversorgung: Jetzt sind die Gründe bekannt

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Spitz auf Knopf stand die Bayrischzeller Wasserversorgung vor zwölf Tagen. Mittlerweile steht die Ursache für den Ausfall des Tiefbrunnens fest. Die Lösung ist einfacher als gedacht.

Bayrischzell – Vom Normalzustand ist die Wasserversorgung in Bayrischzell noch ein Stück weit entfernt. Auch zwölf Tage nach dem Ausfall des Tiefbrunnens in der Melkstatt müssen die Bürger ihr Trinkwasser abkochen. Zwar ist das ins Wasser der wieder ans Netz genommenen Legerwaldquelle eingeleitete Chlor laut Bürgermeister Georg Kittenrainer bereits bis nach Geitau vorangekommen, aber noch nicht im erforderlichen Maß. „Erst wenn ein bestimmter Messwert erreicht wird, hebt das Gesundheitsamt die Abkochverfügung auf“, erklärt Kittenrainer. Er geht davon aus, dass dies spätestens Ende der Woche der Fall ist.

Bis der Tiefbrunnen wieder in Betrieb geht, wird es hingegen noch länger dauern. Trotzdem ist die Gemeinde einen Schritt weitergekommen. In einer Gesprächsrunde mit dem zuständigen Ingenieurbüro, einem Geologen und dem Wasserwirtschaftsamt habe sich herausgestellt, dass das Rathaus keine bei Planung und Vergabe der Arbeiten zum Tiefbrunnen keinen Fehler gemacht hat. „Uns trifft keine Schuld“, sagt Kittenrainer.

Auch die technische Ursache für den Ausfall steht nun fest. Durch die Niederschlagsarmut der vergangenen Monate sei der Grundwasserspiegel extrem abgesunken und dabei unter den Pumpenkopf gefallen. Das bedeute aber nicht, dass dem Brunnen insgesamt das Wasser ausgegangen sei, betont Kittenrainer. Auch die Beschneiungsanlagen am Sudelfeld hätten damit nichts zu tun. Vielmehr stünde an der Melkstatt in der Tiefe noch genug Wasser zur Verfügung. „Da ist noch ein riesiges Reservoir vorhanden“, sagt Kittenrainer.

Um dieses anzuzapfen und so die Anlage auf Dauer betriebssicher zu machen, werde man die Pumpe drei bis vier Meter weiter in die Tiefe versetzen. Aktuell ist sie 21,50 Meter unter dem Boden montiert. Luft nach unten ist laut Kittenrainer genug. „Der Brunnen ist 40 Meter tief.“ Sobald der Schnee weg sei, werde ein Autokran die Pumpvorrichtung anheben, eine zusätzliche Stegleitung installieren und dann alles ein paar Meter weiter unten wieder festschrauben.

Warum die Pumpe nicht gleich in einer ausreichenden Tiefe eingebaut wurde, ist noch nicht abschließend geklärt. Kittenrainer vermutet aber, dass die starken Grundwasserschwankungen bei der Planung nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Sicher ist der Bürgermeister dafür, dass auf die Gemeinde keine größeren Kosten zukommen werden.

Fest steht für ihn ferner, dass man sich auch in Zukunft gut um die Legerwaldquelle kümmern wird. Ohne diese Notversorgung hätte die Gemeinde nämlich ein großes Problem bekommen. „Dann hätte uns das Technische Hilfswerk mit Wasser beliefern müssen“, sagt Kittenrainer. Aber auch so bedankt er sich für das Verständnis der Bürger. Vor allem die Gastronomen und Hoteliers hätten durch die Abkochverfügung einen erhöhten Personal- und Materialaufwand. „Ab dem Wochenende“, sagt Kittenrainer, „läuft dann hoffentlich wieder alles normal.“

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