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Auge in Auge: Was tun, wenn einem ein Rind den Weg versperrt?

Das hat uns dann doch überrascht

Verrückter Tipp: So kommen Sie als Autofahrer an einer Kuh vorbei

Ein Kollege unserer Redaktion stand mit seinem Auto neulich vor einer Kuh - und wusste nicht mehr weiter. Wir haben beim Experten nachgefragt, was er hätte tun sollen - und waren baff.

Bayrischzell – Da stand sie plötzlich: eine stattliche Kuh mit eindrucksvollen Hörnern, beinahe mitten auf der öffentlich befahrbaren Straße zwischen Grafenherberg und Mittlerem Sudelfeld. Ihr gegenüber saß: ein Mitarbeiter unserer Zeitung im Auto. Die Kuh wollte keinen Schritt zur Seite weichen. Was macht man in einer solchen Situation? Wir haben nachgefragt bei Nikolaus Schreyer aus Fischbachau, Bezirksalmbauer im Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern. Die Antwort: Mit ihr reden und zur Not anschieben, hier das ganze Interview:

Herr Schreyer, passiert das öfter, dass die Kühe einfach stehen bleiben, wenn ein Auto kommt?

Schreyer: Ja, das ist ganz normal. Da fahren ja so viele Autos, vor denen haben die Kühe keine Angst.

Was macht man dann am besten, wenn man vorbei möchte?

Schreyer: Erst mal schauen, ob ein Kalb in der Nähe ist. Dann könnte die Kuh tatsächlich aggressiv sein und auch angreifen, weil sie ihr Kalb ja verteidigen will. Aber das kommt bei uns kaum vor.

Warum nicht?

Schreyer: Die Mutterkuhhaltung auf der Alm ist hier in Bayern noch nicht sehr verbreitet. In Österreich dagegen schon. Deshalb gibt es dort auch mehr Unfälle.

Wenn also kein Kalb zu sehen ist?

Schreyer: Dann können Sie ruhig aus dem Auto aussteigen. Das Wichtigste ist, dass man das Tier anspricht und mit ihm redet, denn das sind die Kühe ja gewöhnt. Normalerweise geht die Kuh dann schon von allein zur Seite – oder man darf auch mal ein bisschen anschieben. Wenn ein Tier wirklich aggressiv ist, dann merkt man das eigentlich.

Wie?

Schreyer: Dann senken die Kühe den Kopf oder scharren.

Haben Sie auch einen Tipp für Radlfahrer?

Schreyer: Eigentlich gilt da das Gleiche: das Tier ansprechen und ruhig und langsam vorbeifahren. Wer an den Kühen vorbeiprescht, der braucht sich nicht wundern, wenn sie erschrecken. An einem Spaziergänger fährt man ja auch langsam vorbei. Wenn eine Kuh erschrickt, dann schlägt sie auch mal aus.

Und wie ist das mit Hunden?

Schreyer: Ein Hund gehört vor allem an die Leine. Wenn eine Kuh aber auf den Hund losgeht, dann sollte man ihn gleich loslassen. Der Hund kann sich leicht in Sicherheit bringen. Das alles ist übrigens sehr gut in der Broschüre „Almen sind kein Streichelzoo“ zusammengefasst. Die liegt bei uns in allen Torusimusbüros aus.

Das Gespräch führte Christine Merk.

Lesen Sie auch: Kühne auf der Weide - so verhalten Sie sich als Wanderer richtig.

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