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Glücklich auf der Insel: Die Bayrischzellerin Franzi Müller studiert in Irland Musik und Gesang. 

Junge Musikerin berichtet

Von Bayrischzell nach Dublin: 21-Jährige berichtet

Aufgewachsen ist Franzi Müller im Oberland. Doch erst, seitdem sie weit weg ist, gefällt es ihr in der alten Heimat wirklich gut.

BayrischzellFranzi Müller ist ein bunter Vogel aus dem kleinen Dorf Bayrischzell. Die 21-Jährige – älteste Tochter des CSU-Gemeinderats, Physiotherapeuten und Heilpraktikers Florian Müller – hat den Schritt gewagt und ist nach Dublin gezogen, um dort ihren Traum zu verwirklichen. Sie studiert dort Musik und Gesang. Warum sie Bayrischzell zweitweise durch die Weltstadt Dublin ersetzt und was sie bewegt, erklärt Müller im Interview.

Woher haben Sie den Mut genommen, nach Dublin zu gehen und Ihr Musikstudium anzufangen?

Ich wollte schon immer weg von hier. Mich hat es nach Dublin gezogen, seit ich dort das erste Mal mit meiner Familie vor sechs oder sieben Jahren einen Campingurlaub gemacht habe. Wissen Sie, was auch sicherlich eine Rolle bei meiner Entscheidung gespielt hat? Die meisten von denjenigen, denen ich von meinen Plänen erzählt habe, kauften mir nicht ab, dass ich das durchziehen würde. Meine Familie hat mich zwar immer unterstützt, aber ich wollte es sowohl anderen als auch mir selbst beweisen.

Was gefällt Ihnen so sehr an Dublin?

Die Stadt ist einfach wahnsinnig musikalisch. Außerdem hat mir die Mentalität der Iren so gut gefallen. Deren offene und freundliche Art. In Dublin kannst du ausschauen wie du möchtest. Du kannst machen, was du möchtest.

Ist das der Grund, warum Sie aus Bayrischzell weg wollten?

Ja, ich war schon immer etwas anders. Der Traum vom Musikstudium war für Bayrischzeller Verhältnisse einfach zu abgehoben. Vor meinem Umzug habe ich mich wie ein schwarzes Schaf gefühlt, und in Dublin habe ich dann einfach voll reingepasst. Vielleicht fühle ich mich diesbezüglich in Städten einfach wohler, weil das nicht so konservativ wie bei uns in Bayrischzell ist.

Inwiefern hat sich Ihre Einstellung in Bezug auf Bayrischzell im Laufe der Zeit geändert?

Seit in Bayrischzell dann alle gemerkt haben, dass es mir ernst ist, dass ich das wirklich durchgezogen habe, fühle ich mich auch viel wohler und habe einen anderen Draht zu den Leuten. Ich fühle mich auf jeden Fall mehr integriert als zuvor.

Also haben sie manchmal doch mit Heimweh nach Bayrischzell zu kämpfen?

Wenn ich drüben in Dublin bin, vermisse ich Bayrischzell und umgekehrt. Ich genieße das Stadtleben, aber die Natur, vor allem die Berge und die Idylle hier in Bayrischzell, sind unersetzlich. Dennoch fehlt mir Dublin immer ein Fünkchen mehr als unser Dorf…

Können Sie Dublin in drei Worten beschreiben?

Bier, Pubs und Musik.

Inwieweit tauchen diese Dinge in Ihren konkreten Zukunftsplänen auf?

Ich fokussiere mich nicht zwanghaft auf ein konkretes Ziel, das ist in der Musikbranche einfach schwierig. Du kannst dir nicht einfach denken, dass du berühmt wirst – so funktioniert das in diesem Business nicht. Ich hätte total Lust, bei uns in der Gegend eine Livemusik-Kneipe aufzumachen und das Konzept an die Pubs in Irland anzulehnen. Ich kann hoffentlich irgendwann ein Stück Dublin ins Oberland bringen – mit Guinness (lacht).

Das Gespräch führte Marina Birner.


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