Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

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„Ich werde nicht reich, aber satt“, sagt Angie Sebrich (51) über ihr neues Leben.

Angie Sebrich 16 Jahre danach

Von MTV-Chefin zu Herbergs-Mutter: Wie es der Austeigerin heute geht

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Irgendwann reichte es ihr – und Angie Sebrich war raus. Von der Kommunikationschefin bei MTV krempelte sie ihr Leben um zur Jugendherbergs-Mutter - in Bayrischzell.

Bayrischzell - Bettenwechsel statt Blitzlichtgewitter, die heute 51-Jährige hat diesen Schritt weg aus München nie bereut. „Krass, jetzt bin ich seit 16 Jahren auf dem Berg“, sagt sie ein wenig überrascht von sich selbst.

Vor gut einem Jahrzehnt machte Sebrich Schlagzeilen. Nach einem Artikel im „Spiegel“ avancierte sie zu Deutschlands „Vorzeige-Aussteigerin“. Sogar ein Modewort gab es damals dafür: Downshifting – zu Deutsch: Runterschalten. Fernsehen, Radio und Zeitungen klopften an und berichteten, wie es der Wahl-Bayrischzellerin mit ihrer Entscheidung für ein Leben auf der Alm erging – oft mit einer Portion Skepsis, ob sich nicht irgendwann Entzugserscheinungen vom Glamour auf den Roten Teppichen dieser Welt einstellen würden. Die sind aber ausgeblieben. „Ich bin immer noch da“, sagt Sebrich. „Hier habe ich alles, was ich brauche. Ich werde nicht reich – aber satt.“

„Ich werde nicht reich, aber statt“

Mit ihrem gleichaltrigen Mann Mike und ihren drei Töchtern, zwei 16-jährigen Zwillingsschwestern und einer fünfjährigen „Nachzüglerin“, wohnt sie auf 1200 Metern Höhe mit Blick auf das Kaisergebirge. Direkt am Skigebiet Sudelfeld im Landkreis Miesbach betreiben die Sebrichs ihre Jugendherberge. Zurzeit wabern Nebelschwaden über den Hang, es sieht nach Regen aus. Trotz des mauen Wetters ist die Jugendherberge ausgebucht – eine Realschule ist auf Berufsfindungsseminar, eine Montessorischule übt Bogenschießen.

Lieber am Sudelfeld als in New York

Dass sie sich als Herbergsmutter nicht nur um ihre drei Töchter, sondern um bis zu 100 Kinder kümmern muss, sei zeitweise stressiger als ihr früherer Job beim Promi-Fernsehen. Und wenn die Schüler mal wieder eine Tür zerlegen, gibt es natürlich auch Ärger, sagt Sebrich. „Die positiven Momente müssen aber einfach überwiegen.“ Und das tun sie offenbar. „Wenn ich noch bei MTV wäre, wäre ich heute vielleicht in New York und morgen ganz woanders“, sinniert die Herbergsmutter. „Und hätte ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht bei meinen Töchtern sein kann – das Mehr an Lebensqualität gleicht den niedrigeren Verdienst mehr als aus“, sagt Sebrich. „Jetzt bin ich mittendrin.“ Auch ihre Töchter seien froh, auf dem Dorf statt im hektischen München aufzuwachsen. Nur als die beiden Älteren kürzlich keine Konzertkarten mehr für Pop-Superstar Ed Sheeran bekamen, weil alles restlos ausverkauft war, fiel der Satz: „Mensch Mama, wenn du bloß noch bei MTV wärst!“

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