Spuren der Ausflügler: Die Beschädigungen auf dem Wanderweg oberhalb der Wendelsteinalm werden ausgebessert. Erste Arbeiten auf über 1400 Metern Höhe haben bereits begonnen.
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Spuren der Ausflügler: Die Beschädigungen auf dem Wanderweg oberhalb der Wendelsteinalm werden ausgebessert. Erste Arbeiten auf über 1400 Metern Höhe haben bereits begonnen.

Trampelpfad-Effekt

Wanderweg auf den Wendelstein muss saniert werden

Bayrischzell – Viele Wanderer bedeuten auch eine hohe Belastung für die Wege. Jetzt muss ein Weg auf den Wendelstein hergerichtet werden unter Zuhilfenahme eines Hubschraubers.

Eigene Wege zu gehen, mag grundsätzlich erstrebenswert sein. Auf Wanderwegen ist dieser Wunsch oder besser die Umsetzung weniger gern gesehen. Denn dann setzt der sogenannte Trampelpfad-Effekt ein: Einer latscht vorweg, viele anderen stampfen hinterher – egal ob direkt oder mit Stunden oder Tagen Abstand –, und dann verbreitert sich der Hauptweg immer weiter.

Dies führt im alpinen Gelände oftmals zu Trassen, auf denen bei Starkregen das Wasser als Sturzbach gen Tal rauscht. Auch auf dem Wanderweg zum Wendelstein hoch hat Bayrischzell derzeit mit solchen Problem zu kämpfen, daher reagierte jetzt die Gemeinde.

Stadler: „Weg zweiweise auf fünf Meter ausgelagert“

Im Gemeinderat stellte Vize-Bürgermeister Egid Stadler (CSU) zuletzt das Projekt Wegsanierung vor. „Der Weg ist teilweise auf fünf Meter ausgelagert, da viele Wanderer abkürzen“, berichtete er. Und weil immer wieder weitere Wanderer die entstandenen schlechten Stellen umgehen, „entstehen immer neue Pfade“. Bei einer Ortsbesichtigung mit Vertretern der Wendelsteinseilbahn GmbH, dem Grundbesitzer und der Firma Sepp Stiller hat die Gemeinde nun vereinbart, den Weg wieder herzurichten. Zupacken wird zudem auch der kommunale Bauhof. Gemeinsam soll das Projekt auch finanziell gestemmt werden.

Material muss per Hubschrauber auf 1400 Meter gebracht werden

Trotz geteilter Arbeit werden die Baumaßnahmen aber nicht billig werden. Wie Stadler berichtete, benötige es einen Hubschrauber, um das Baumaterial auf die etwa 1420 Höhenmeter zu fliegen. Nichtsdestotrotz führe daran kein Weg vorbei, da dieser die Hauptwanderroute zum Wendelstein hinauf sei, so der Vize-Bürgermeiter weiter. Dass die Wegepflege wichtig sei, betonte auch Hanno Acher (FWG): „Die Ausflüger werden immer mehr. Und irgendwann wird es richtig teuer.“ Florian Müller (CSU) fügte an: „Ein Hauptwanderweg muss erkennbar sein.“

Es gibt auch andere schöne Wege auf den Wendelstein. Lesen Sie hier.

Auf die Gemeinde kommen Kosten zwischen 5000 und 7500 Euro zu

Letztlich stimmte der Gemeinderat einhellig dafür, dass sich die Wendelsteinseilbahn und Wendelsteinkommune die anfallenden Material-, Transport- und Firmenkosten aufteilen. Der geschätzte Anteil für das Gemeindesäckel beläuft sich auf eine Summe zwischen 5000 und 7500 Euro. Der Betrag ist im Haushaltsetat eingeplant.

Daniel Wegscheider

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