Signieren für den Schwimmbad-Erhalt: Schon etwa 1000 Unterschriften hat der Tourismusverein bei seiner Aktion gesammelt. Wie es weitergehen kann, wird bei der Präsentation der Machbarkeitsstudie zum Umbau in ein Naturbad nächste Woche klar. foto: andreas leder

Unterschriftenaktion in Bayrischzell

Warmfreibad: 1000 Mal Nein zur Schließung

In einer Woche herrscht mehr Klarheit: Dann kommt die Machbarkeitsstudie zum Umbau in ein Naturfreibad auf den Tisch. Derweil regt sich Widerstand in der Bürgerschaft.

Bayrischzell – Ein rot-weiß gestreifter Schwimmreifen treibt auf hellblau schimmernden Wellen. Dazu der Schriftzug „Rettet unser Schwimmbad!“ So gestalteten Flyer liegen derzeit an der Kasse des Warmfreibads Bayrischzell sowie in örtlichen Geschäften und bei Vermietern aus. Der Tourismusverein möchte mit dieser Aktion möglichst viele Unterschriften von Einheimischen und Gästen sammeln und ein Zeichen setzen – für den Erhalt des beheizten und gechlorten Alpenfreibads im Ort.

Machbarkeitsstudie soll klären: Kann das Warmbad Bayrischzell in ein Naturbad umgebaut werden

Es ist die Reaktion auf Signale, die Bürgermeister Georg Kittenrainer bei der Bürgerversammlung Anfang des Jahres ausgesandt hatte: Er gab bekannt, dass das örtliche Schwimmbad in der bestehenden Form keine Zukunft hat. „Fakt ist: Wir haben Probleme mit der Wärmepumpe, dem Becken und der Chloranlage“, betonte Kittenrainer nun ein weiteres Mal im Gemeinderat. Das jährliche Defizit beläuft sich bekanntermaßen auf rund 150 000 Euro. Auf Dauer zu viel. „Wir können mit dieser Technik nächstes Jahr so nicht mehr in Betrieb gehen.“ Auch werde die Haftungsfrage „immer schwieriger.“ Wie berichtet, prüft die Kommune als Alternative, das Warmfreibad in ein Naturbad umbauen zu lassen. Schilf und Sonnenwärme statt Chlor und Wärmepumpe. Eine Machbarkeitsstudie, die den Umbau untersucht hat, wird nun den Bürgern öffentlich vorgestellt. Am Dienstag, 9. Juli, kommt Claus Schmitt von der Wasserwerkstatt Bamberg in den Lesesaal des Bayrischzeller Rathauses und präsentiert die Ergebnisse. Beginn ist um 19.30 Uhr .„Die Diskussion ist transparent. Die Informationen bekommen alle, und jeder darf alles wissen“, bekräftigte Kittenrainer.

Einheimische und Gäste befürchten Schließung des Freibads Bayrischzell - Das sagt der Bürgermeister 

Dennoch: Der Ruf nach dem Erhalt des beheizten Warmbads ist unüberhörbar. Manche fürchten sogar, das Schwimmbad könnte komplett dichtmachen. Den Unkenrufen erteilte Kittenrainer derweil eine klare Absage. „Wir wollen dort das Beste für Bayrischzell.“ Das erkenne und begrüße er auch bei der Unterschriftenaktion: „Es ist schön, wenn ein Verein sich engagiert und ein deutliches Zeichen setzt.“ Dieses Signal und den Rückhalt lobte auch Tourismusleiterin Stephanie Hintermayr. „Wir kämpfen um unser Schwimmbad“, sagte auch sie in der Sitzung.

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In den ersten Wochen seiner Aktion hat der Tourismusverein rund tausend Unterschriften gesammelt, schätzt die Vorsitzende Gudrun Nopper, Notfalls, so sagt sie, könne sich der Verein auch ein Naturbad vorstellen. Aber: „Es wäre schöner, wenn es in seiner jetzigen Form erhalten werden kann.“ Das würden eben auch viele Bürger und Gäste so sehen. Insbesondere für Ältere und Kinder sei hygienisch einwandfreies Wasser wichtig. Durch die heißen Sommer „kippen viele Badeseen, und die Wasserqualität passt dort nicht mehr“.

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Die Wirtin des Gasthofs zur Post verweist auch auf die touristische Bedeutung des Bades – gerade bei Temperaturen wie an den vergangenen Tagen. Ohne Warmbad würden Urlauber nach Schliersee und Thiersee ausweichen. Energie für ein zu erhaltendes Warmbad könnte Noppers Meinung nach etwa durch eine Fotovoltaikanlage erzeugt werden: „Solche Möglichkeiten sollten getestet und eine genaue Kostenaufstellung gemacht werden.“

Von Daniel Wegscheider

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