Brustschwimmen statt Schläger schwingen: Der Minigolfplatz am Seeberg wird dem Seebergbad weichen müssen. Die Gemeinde ist zügig am Planen.
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Brustschwimmen statt Schläger schwingen: Der Minigolfplatz am Seeberg wird dem Seebergbad weichen müssen. Die Gemeinde ist zügig am Planen.

Bebauungsplanänderung beschlossen

Warmfreibad Bayrischzell: Gemeinderat treibt Planung am Seeberg weiter voran

Der Neubau des Warmfreibads am Seeberg rückt näher. Die erforderliche Bebauungsplanänderung hat der Gemeinderat nun beschlossen. Die Basis dafür stammt aus den 1990er-Jahren.

Bayrischzell – Die Gemeinde Bayrischzell nimmt ihren Bürgerauftrag ernst: Die Mehrheit der Bewohner wünscht sich bekanntermaßen ein beheizbares Freibad im Ort, so das Ergebnis bei Bürgerentscheid mitsamt Ratsbegehren. In der jüngsten Sitzung segnete nun der Gemeinderat einstimmig den zweiten Planentwurf für einen etwaigen Neubau des Schwimmbads am Seeberg ab: Darauf skizziert sind Bad, die daran angrenzende Grünfläche sowie Stellplätze. Die Änderung des Bebauungsplans enthält auch die Möglichkeit, Platz für den gleich beim alten Warmbad bestehenden Multifunktionsplatz an der Michael-Meindl-Straße zu schaffen, um diesen bei Bedarf umzusiedeln.

Ur-Plan stammt bereits aus den 1990er-Jahren

Im Wesentlichen sind die Flächen am Seeberg bereits genehmigt, dafür hatte ein Beschluss gesorgt, den der Gemeinderat bereits in den 1990er-Jahren gefasst hate. „Der Plan spielt uns in die Karten“, berichtete Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU). Wie berichtet, entschlossen sich die damaligen Ratsmitglieder, am Seeberg eine Freizeitanlage mit Ferienwohnungen sowie einer Tennishalle zu schaffen. Auch wenn aus dem Vorhaben nie etwas geworden ist, war die einstige Entscheidung wegbereitend: „Das hilft uns jetzt, da die vorgesehene Schwimmbadfläche im Geltungsbereich liegt. Wir können diese den neuen Bedürfnissen anpassen“, so Kittenrainer weiter. Im Geltungsbereich liegen auch die Minigolfanlage und der Wohnmobilstellplatz: Sicher ist, dass ersterer für den Badbau weichen muss. Was die Camper betrifft, versichert der Bürgermeister, dass diese im Rahmen des Gesamtkonzepts nicht vergessen werden. Allerdings könne deren Fläche, um den Bebauungsplan zügig voranzutreiben, bei der jetzigen Änderung nicht mit einbezogen werden. Grund: Das Verfahren würde zu umfangreich werden und zu lange dauern, „da zu groß in die Außenbereiche eingegriffen wird“. Die Freiluft-Tennisplätze sind vom Vorhaben nicht betroffen. Auch der Wanderparkplatz am Seeberg bleibt bestehen.

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Die am Bad angrenzende Hangfläche Richtung Seeberg könne dem Gästen möglicherweise als Liegewiese dienen. Dies habe die Untere Naturschutzbehörde bei einem Ortstermin in Aussicht gestellt, da das „Projekt von erheblichem öffentlichem Interesse sei“, berichtete Kittenrainer. Allerdings müsse die Gemeinde im Bebauungsplanverfahren auf jeden Fall in einen Umweltbericht erstellen sowie eine sogenannte naturschutzrechtliche Ausgleichsregelung aufnehmen, ergänzte Geschäftsleiter Josef Acher. Da es für den überplanten Bereich ja bereits einen Bebauungsplan gibt, besteht auch kein Landschaftsschutzgebiet.

Beckengröße noch nicht festgelegt

Nicht konkret festgelegt sind bisher Beckengröße und etwaige Betriebsgebäude. Kittenrainer betonte abschließend, „der Bebauungsplan hat erste Priorität“, da das Alpenfreibad am jetzigen Standort keine Zukunft habe. „Wir brauchen in den nächsten drei Jahren eine Lösung.“ In Stein gemeißelt sei der aktuelle Beschluss jedoch nicht. Den Bebauungsplan zu erweitern oder Einzelgenehmigungen nachzureichen, die Möglichkeit habe die Gemeinde immer, so der Rathauschef, und mit Blick auf die Verwirklichung des neuen Seebergbades ergänzte er: „Bis jetzt scheint es machbar.“

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