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Deutlich in die Jahre gekommen: das Warmfreibad Bayrischzell. Jetzt wird ein Umbau geprüft.

Machbarkeitsstudie ist im Auftrag

Warmfreibad Bayrischzell: Mit neuem Konzept in die Zukunft

Das Warmfreibad Bayrischzell ist in die Jahre gekommen. Weil eine Sanierung teuer wäre, überlegt die Gemeinde nun, das Bad in ein Naturbad umzugestalten – ohne künstliche Heizung und Chlor.

Bayrischzell – Mittlerweile ist das orange-rote Haar grau gesprenkelt, die grünen Schuppen verblassen. Die an die Wand gepinselte Meerjungfrau am Eingang des Bayrischzeller Freibads ist in die Jahre gekommen. Weil auch die Technik der in den 1950er-Jahren erbauten Anlage nicht mehr zeitgemäß ist, hat der Bayrischzeller Gemeinderat nun das Fachbüro Wasserwerkstatt aus Bamberg mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Das Büro soll prüfen, ob der Umbau des Alpenfreibads in ein Naturschwimmbad möglich ist und was er kosten würde.

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Warmfreibad Bayrischzell: Mit neuem Konzept in die Zukunft

Bei der Bürgerversammlung berichtete Bürgermeister Georg Kittenrainer über das Projekt. Der Grund für eine Neuausrichtung des Bades schwelt schon lange. Die Besucherzahlen sind rückläufig, jährlich gibt es Defizite. Zudem stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an: Chloranlage und Wärmepumpe müssten erneuert werden, das Becken ist undicht. „Die Risse verursachen einen Verlust von rund 50 Kubikmeter Wasser am Tag“, erklärte Kittenrainer. Das sei energetisch betrachtet „ein Wahnsinn“. Denn Kaltwasser müsse aus dem Wendelsteinbach zugeleitet und auf etwa 26 Grad aufgeheizt werden. Das alte Betonbecken auf ein Edelstahlbecken umzurüsten, würde laut Bürgermeister rund vier Millionen Euro verschlingen. „Da muss man kein Hellseher sein, dass diese Variante nicht infrage kommt.“ Auch die Alternative, das Becken mit einer Folie dichtzumachen, stelle sich als schwierig und „nicht billig“ heraus. Und die Risse per Sandstrahlung zu verspachteln, würde rund 350.000 Euro kosten. Eine neue Wärmepumpe schätzt Kittenrainer auf etwa 600.000 Euro. „Trotz Förderungen übersteigen diese Summen unseren Rahmen“, sagte er.

Generell habe das Alpenfreibad an Attraktivität verloren. „Andere Schwimmbäder rüsten auf, und die Bayrischzeller fahren woanders hin.“ Im Jahrhundertsommer 2018 nutzten lediglich 12 000 Besucher das Bad. Dennoch: Die Lage des Schwimmbads, im Tal mit Blick auf die Berge, sei ein „wunderschöner Fleck Erde“, betonte Kittenrainer. Zudem entsteht nebenan auf dem ehemaligen AOK-Heim ein Familienhotel (wir berichteten). „Wir brauchen eine Badegelegenheit für die dortigen Gäste.“ Daher möchte die Gemeinde das Bad auf alle Fälle erhalten.

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Warmfreibad Bayrischzell: Naturfreibad statt teurer Sanierung?

Die Überlegung sei nun, das Bad in ein Naturbad umzugestalten, wie es eines in Wörnsmühl und in Landl gibt. Also ein Bad, dessen Wasser durch Sonnenwärme aufgeheizt und durch einen Schilfgürtel am Beckenrand geklärt wird. Florian Müller könnte sich dieses Konzept in Bayrischzell als „Kneippdorf“ gut vorstellen. „Wir haben dort viele Quellen.“ Wichtig sei aber auch eine „schöne Gastronomie“ am Bad, betonte er. Vize-Bürgermeister Egid Stadler hob hervor, dass Planschen allein nicht reiche. „Schwimmen muss auch möglich sein.“

Kittenrainer informierte weiter, dass das Projekt Naturbad eventuell in die Zuständigkeit einer Leader-Förderung falle – dafür brauche es aber eine Bürgerbeteiligung. Bei ersten Gesprächen habe der Kinderförderverein bereits seine Hilfe angeboten „und möchte voll mitarbeiten“. Diese Saison wird das Schwimmbad jedenfalls noch wie gehabt in Betrieb gehen. Kittenrainer bittet aber um Verständnis, „wenn wir die gewünschte Wassertemperatur an manchen Tagen nicht erreichen“. Die Temperatur dürfte der Wassernixe am Eingang egal sein, aber vielleicht strahlt auch sie bald wieder in frischen Farben.

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