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Im Interesse der Tourismusregion: Die Bürger meister Georg Kittenrainer (l., Bayrischzell) und Alois Holzmaier unterzeichnen eine Zweckvereinbarung, die es Bayrischzell unter anderem erlaubt, Wassergebühren von dern Hüttenwirten im Sudelfeldgebiet zu verlangen.

Wasser und Abwasser am Sudelfeld

Darum ist die interkommunale Zusammenarbeit hier so wichtig

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Bayrischzell/Oberaudorf – Statt Quellwasser gibt es jetzt in den Gaststätten am Sudelfeld welches aus der Leitung. Dafür hat Bayrischzell gesorgt, obwohl die Wirte nicht auf dem Gemeindegebiet sind.

Per Luftlinie sind es von der Talstation des Waldkopflifts am Unteren Sudelfeld nicht mal drei Kilometer bis nach Bayrischzell. Nach Oberaudorf (Landkreis Rosenheim) sind es über zehn Kilometer, obwohl die Liftstation eigentlich auf diesem Gemeindegebiet liegt. Weil das komplette Sudelfeld in Sachen Wasser und Abwasser nun von Bayrischzell versorgt wird, hat Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) mit der Gemeinde Oberaudorf eine Zweckvereinbarung geschlossen. Sonst darf er nämlich von den Hüttenwirten im Sudelfeld keine Gebühren verlangen.

Die letzten Gaststätten wurden im vergangenen Sommer an das Leitungsnetz angeschlossen. Nicht ganz. Der Almgasthof Grafenherberg versorgt sich noch selbst mit Wasser – aus einer eigenen Quelle. So haben das beispielsweise das Waldkopfstüberl oder die Schindlberger Alm bisher auch gemacht. „Da gibt es aber oft Probleme mit der Verkeimung“, weiß Kittenrainer. Das Wasser müsse vorher behandelt werden. Bis Grafenherberg reicht das neue Leitungssystem aber nicht. Kittenrainer sagt: „Dafür ist unsere Pumptechnik nicht ausgelegt.“ Und bis Oberaudorf wäre es „irrsinnig weit“, wie Oberaudorfs Zweiter Bürgermeister Alois Holzmaier erklärt.

Auch an den Abwasserkanal von Bayrischzell ist das Sudelfeld jetzt angeschlossen. Am Oberen Sudelfeld ist das schon Anfang der 80er Jahre passiert. Beispielsweise aber an der Waldkopf-Talstation hat es bisher Klärgruben gegeben, eine eigene Kleinkläranlage also. Weder an die Wasser- noch an die Abwasserleitungen angeschlossen sind einige kleinere Hütten. „Die haben keinen Riesen-Bedarf“, sagt Kittenrainer. „Nur ihren Almbetrieb im Sommer.“ Die Hauptleitungen sind aber verlegt. Wenn der Wunsch also doch aufkommt, ließe sich das Netz ohne große Mühe erweitern.

Die Bürgermeister freut die neue Vereinbarung. „Beiden Gemeinden liegt das Sudelfeld am Herzen“, sagt Kittenrainer. Die interkommunale Zusammenarbeit sei da wichtig. Und auch die Gastwirte seien froh. Kittenrainer: „Im Sommer war das Wasser schon auch mal knapp.“ Auch Holzmaier nickt zufrieden. „Das ist jetzt eine praktikable Lösung.“

Bald könnte nicht nur Wasser und Abwasser durchs Sudelfeld fließen. Derzeit läuft in Bayrischzell ein Markterkundungsverfahren. Darin soll geprüft werden, ob am Sudelfeld schnelleres Internet möglich sei, verrät Kittenrainer. Das Ergebnis der Prüfung ist im Februar zu erwarten.

nip

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