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Saison der Superlative: Nicht nur am neuen Achter-Sessellift herrschte wochenlang Hochbetrieb. Der schneereiche Winter schlägt sich in der touristischen Winterbilanz Bayrischzells positiv nieder.

Weiße Pisten und schwarze Zahlen

Beeindruckende Winterbilanz in Bayrischzell 

Der diesjährige Skibetrieb auf dem Sudelfeld beschreibt sich als eine Serie aus Superlativen: „bezaubernd, sensationell, gigantisch“. Darüber waren sich Bürgermeister Georg Kittenrainer, Bergbahnen-Chef Egid Stadler sowie Tourismusleiterin Stephanie Hintermayr einig beim Bericht im Gemeinderat.

Aber nicht nur sprachliche Steigerungsformen, sondern auch Zahlen sowie meterhoher Schnee sprachen für die hervorragenden alpinen Bedingungen auf Piste und Loipe – auch die örtlichen Skischulen, Sportgeschäfte und Berggaststätten profitierten vom Gewinn.

Am 1. Dezember schwebte erstmals der neue Achter-Sessellift von der Grafenherberge zum Sudelfeldkopf hoch. Von diesem Tag an bis zum Weißen Sonntag am 8. April „lief der Skibetrieb ohne Unterbrechung durch“, erklärte Kittenrainer, der die beiden Vorjahre eher als „schwierige Winter“ bezeichnete.

Dieser Winter war jetzt besser. Das freute insbesondere die Skischulen, die der Tourismusleiterin Hintermayr „eine hervorragende bis sehr gute Rückmeldung“ gaben. „Ski- und Langlauflehrer waren diese Saison heiß begehrte Jobs“, berichtete sie. „Wir hätten dreimal so viele beschäftigen können.“ Auch alternative Wintersportarten wie Schneeschuhwandern hoben die Statistik laut Hintermayr um 100 Prozent. Sie führt den Erfolg neben dem schneereichen Winter auch auf die gute Beschilderung der rund 40 Kilometer Winterwege und gut präparierte Loipen zurück, die sich 100 Kilometer über Wiesen und durch Wälder schlängeln. Ihr Fazit: „Wir entwickeln uns von einem Wintersportort zu einem Winterurlaubsort hin“, sagte die Tourismusleiterin. „Die Leute tummeln sich nicht nur auf der Piste herum, sondern auch unten im Tal.“ Das Wintergesamtpaket sei für Bayrischzell ein Alleinstellungsmerkmal.

Aber Hintermayr hatte auch Kritikpunkte zu besprechen: „Uns fehlen Gästebetten.“ Zwei größere Betriebe sperrten voriges Jahr zu. In Summe verzeichnet der Ort 3000 Übernachtungsgäste weniger als im Jahr davor. Während 2017 noch 48 000 Gäste in der Wintersaison in Bayrischzell Quartier bezogen hatten, waren es heuer von Januar bis März rund 45 100. Hintermayrs Stimmung ist dennoch nicht getrübt. Sie hofft auf das neue Familienhotel auf dem früheren AOK-Gelände, das Weihnachten 2019 in Betrieb gehen soll. Wie berichtet, stehen dort dann gut 200 Betten für Urlauber bereit.

Stadler ist jetzt schon zufrieden: „Für die Bergbahn war es ein erfolgreicher Winter.“ Für die Liftbetreiber sei ein Schlüssel von 200 000 Gästen ausschlaggebend für einen Gewinn. „Diese Marke haben wir mit 25 000 Skifahrern überschritten.“ Insgesamt 125 Betriebstage schwebten und ratterten die Liftanlagen über das Sudelfeld, mit über drei Millionen Fahrten. Selbst die eher schlechter frequentierten Osterferien bescherten den Liftlern heuer zahlreiche Besucher. Stadler zählte 400 Ski- und Snowboardfahrer pro Tag in der letzten Saisonwoche.

Besonders lobte der Geschäftsführer der Bergbahnen GmbH den neuen Achter-Sessellift, der die Wartezeiten an den anderen Anlagen deutlich entlastet habe. Stadler nannte auch einen seltenen Rekord in Liftler-Kreisen: An drei Tagen schaufelte der Achter-Sessel täglich 19 000 Gäste auf den Gipfel. Der Ansturm ließ auch wieder kritische Stimmen über die Stellplatzsituation laut werden. „Wir haben nicht weniger Parkplätze als früher“, erklärte Stadler: Auch früher habe das Skigebiet schon Besucheranstürme von bis zu 10 000 Menschen pro Tag erlebt. „Wir wollen nicht mehr Parkplätze“, betonte er. Denn im Umkehrschluss würden somit auch wieder mehr Leute an den Liftanlagen anstehen müssen. Stadler wäre eine Rodelbahn mit Skiliftanbindung da lieber: „Die geht in Bayrischzell ab, da müssen wir uns was überlegen.“

Ein Rekord stellte sich auch bei den Loipeneinnahmen der Gemeinde ein: Die Gebühren haben heuer erstmals die 100 000 Euro-Marke überschritten. „Die Loipe ist eine wichtige Einnahmequelle, wir schreiben keine roten Zahlen mehr“, berichtete der Rathaus-Chef. Auch die Bergbahn GmbH ist mit ihren Einnahmen auf dem Sudelfeld höchst erfreut.

Daniel Wegscheider

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