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Thront die Gams am Berg: Ein neuer Spielplatz mit Kletterpfad, Rutsche und mehr soll Kindern das Bergerlebnis versüßen.
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Thront die Gams am Berg: Ein neuer Spielplatz mit Kletterpfad, Rutsche und mehr soll Kindern das Bergerlebnis versüßen.
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Auf dem Wendelstein 

Am Wendelstein grüßt jetzt die Gams

Der Wendelstein, eine Dauerbaustelle. Gerade laufen Erweiterungsarbeiten an der Terrasse, und ein Spielplatz entsteht. Und es kommt noch mehr.

Bayrischzell – Bergwandern – ein Erlebnis in der freien Natur? Nicht wirklich das Konzept am Wendelstein. Der Gipfel des bekannten Massivs ist schon jetzt hochgradig erschlossen, und die Verantwortlichen tun viel dafür, dass es dort noch mehr zu erleben gibt als frische Luft und grandiose Aussicht. Und die Wendelsteinbergbahn tut viel dafür, noch mehr Menschen das Bergerlebnis zugänglich zu machen. Derzeit wird die Terrasse erweitert, und der Weg vom Wendelsteinhaus in Richtung Bergstation der Zahnradbahn barrierefrei gestaltet. Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen, die mit der Seilbahn kommen, können fortan auch den grandiosen Blick Richtung Chiemsee genießen. 600 000 Euro lässt sich die Wendelsteinbahn laut Geschäftsführer Florian Vogt den Ausbau kosten – inklusive Spielplatz mit Holzgams zum Klettern, Rutsche und Sitzgelegenheiten in Dohlenform.

Die Wendelsteinbahn nimmt Teil an der Kooperation, die das Leader-Projekt Themenwanderwege umsetzt. Jetzt waren Vertreter der beteiligten Stellen auf dem Gipfel: symbolische Übergabe des Förderbescheids für die Umsetzung des Projekts. 137 000 Euro kommen vom europäischen Fördertopf Leader, 60 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von rund 231 000 Euro. Der hohe Fördersatz ist möglich, weil zwei Leader-Aktionsgruppen zusammenarbeiten, die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Mangfalltal-Inntal und die LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land mit Michael Pelzer als Vorsitzendem. Der lobte das Projekt als symbolhaft für das, was Leader ist: grenzübergreifende Kooperation. Auch bei der Wahl der Themen für die fünf besonderen Wanderwege, die künftig auf den Wendelstein führen sollen. „Wasser“ als Grundlage allen Lebens, „Kunst“ im Sinne der Lebensverfeinerung als eine „originär menschliche Eigenschaft“, „Meditation“, „Familie“ und „Geologie“ als Sinnbild auch für Heimat.

Die Themenwanderwege werden ein Werk vieler Hände sein. Über 70 Menschen aus beiden Regionen haben an der Konzeption, die bereits über Leader gefördert worden war, mitgearbeitet. Die Themen passen auch zu den Gemeinden, die sich an dem Projekt beteiligen. Bayrischzell setzt ohnehin auf den Familientourismus, und von dort aus ist man auch am schnellsten auf dem Berg. Folglich passte das Thema Familie mit dem Wendelstein-Männchen-Weg am besten dorthin. Ein Brotzeitplatz wird zusätzlich entstehen, wo Kinder „die Saga nacherleben können“, wie Vogt sagte.

Fischbachau ist beim Thema Meditation prädestiniert – mit Start beim Wallfahrtsort Birkenstein und Endstation Wendelsteinkircherl. Den geologischen Lehrpfad gibt es seit Jahrzehnten auf dem Wendelstein. „Inzwischen gehen uns aber die Tafeln aus“, so Vogt. Eine gute Gelegenheit, das Thema neu anzugehen – etwa, indem man das 35 Meter tiefe Wetterloch mit einem Lot ausstattet. Mit dem Seil lässt sich die Tiefe ermitteln, das bei Wanderern beliebte Hinabwerfen von Steinen entfällt damit.

Eigentlich war Juni 2018 als Eröffnungstermin für die Themenwanderwege vorgesehen. „Ein sehr sportlicher Zeitplan“, sagte Vogt. Bis alle Tafeln und Mobiliar, etwa die Kunstwerke auf dem Weg von Brannenburg herauf, stehen, werde es wohl etwas länger dauern, zumal sich schon die Auftragserteilung – vorgesehen für August – verzögere. Der letzte Förderbescheid wurde gerade erst bewilligt.

Mehr Bergerlebnis – dabei haben die Politik und Touristiker natürlich Urlauber im Visier. Aber, so Vogt: „Wir haben auch die Einheimischen stark im Fokus.“ Diese sollen neue Sichtweisen auf ihre Region einnehmen können.

Daniel Krehl

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