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Gotteshaus mit Top-Ausblick: Die Wendelsteinkirche gilt als eine der Attraktionen auf dem Berg.

Festgottesdienst am Sonntag

Wendelsteinkirche: Wahrzeichen seit 125 Jahren

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Bayrischzell - Auf 1740 Metern steht Deutschlands höchstgelegenes geweihtes Gotteshaus: die Wendelsteinkirche. Seit 125 Jahren lädt sie die Gläubigen zu Messen auf dem Berg ein. Doch die exponierte Lage hat der Kirche inzwischen arg zugesetzt.

Mit einem Vorurteil muss Claudia Steimle, Pressesprecherin der Wendelsteinbahn, immer wieder aufräumen: Die meisten vermuten Deutschlands höchstgelegene Kirche auf der Zugspitze (2962 Meter). „Ein Irrtum, denn im kirchenrechtlichen Sinne handelt es sich bei dem Gotteshaus lediglich um eine Kapelle“, erklärt Steimle. In Wahrheit thront die höchste Kirche der Bundesrepublik auf 1740 Metern, auf dem Wendelstein. Seit 1890 trotzt die Wendelsteinkirche auf dem Bayrischzeller Hausberg extremen Temperaturschwankungen und starken Winden. Deshalb steht nun zum 125. Geburtstag, den die zuständige Pfarrei Brannenburg am Sonntag feiert, eine umfangreiche Sanierung an. 

Der Bau des Kircherls fällt in eine Zeit, in der es noch keine Bergbahn gab. Wer auf den Wendelstein wollte, musste laufen. Und alles, was ein Almerer oder Wirt benötigte, musste er mit Händen oder Mulis hinaufschaffen. So wie die erste Wirtin des 1882/83 gebauten Wendelsteinhauses, Rosa Krimbacher. Viel körperliche Arbeit, kein sakraler Ausgleich. „Sie hat gejammert, dass sie das ganze Jahr nicht in die Kirche kommt“, berichtet Steimle. Krimbachers Klage verhallte nicht ungehört. Wendelsteinfreund Max Kleiber, Kunstprofessor aus München, der schon zum Bau des Wendelsteinhauses beigetragen hatte, sagte zu ihr: „Dem kann man Abhilfe schaffen.“ Der Anstoß für den Bau der Wendelsteinkirche. 

„Kleiber hat Spenden gesammelt, wo es nur ging. Sogar von Buffalo Bill, der in München eine Wild-West-Show hatte“, weiß Steimle. Den Grund ließ sich der Münchner von drei Landwirten aus Brannenburg schenken. Kleiber organisierte den Bau und packte selbst mit an. Um die Kirche auf dem Fels zu errichten, sprengte er einen Teil des Gesteins weg, berichtet Hans Vogt, ehemaliger Betriebsleiter der Wendelsteinbahn und Berater der Pfarrei Brannenburg in Sachen Wendelsteinkircherl. Arbeiter aus Italien halfen beim Materialtransport. „Alles wurde zu Fuß raufgetragen, das war eine außergewöhnliche Leistung“, sagt Vogt. Kleiber schleppte sogar das 40 Kilogramm schwere, vergoldete Turmkreuz selbst auf den Gipfel. Die Grundsteinlegung erfolgte dann am 1. Juli 1889, am 20. August 1890 weihte der Münchner Erzbischof Antonius von Thoma die Kirche der Gottesmutter Maria – nach den Regularien des Pontifikales.

In den 125 Jahren ihres Bestehens wurde regelmäßig an der Kirche gearbeitet. „Das Wendelsteinkircherl erfordert wegen seiner exponierten Lage immer wieder kleinere Sanierungen“, sagt Vogt. Nun steht eine umfassende Renovierung an – die vorerst letzte war 1967. „Das Dach ist undicht und das Gemäuer feucht“, erklärt er. Im Winter hängt schon mal ein halber Meter Raureif an den Außenwänden. Neben dem Dach müssen laut Vogt die Grundmauern saniert und das Pflaster rund um die Kirche abgedichtet werden, ferner gibt es einen neuen Blitzschutz. Bis Mitte September sollen kleinere Maßnahmen erledigt sein. 2016 folgt die Hauptarbeit, wofür die Kirche ein Gerüst verpasst bekommt. 

Die Sanierungskosten stehen noch nicht fest, weil die Pfarrei Brannenburg erst die Anträge an das Ordinariat stellen muss. Vogt schätzt sie für 2016 aber auf 500.000 Euro, dazu rechnet er mit 50.000 Euro für die diesjährigen Arbeiten. Da ein Großteil der Finanzierung noch nicht steht, hat die Pfarrei Brannenburg bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling ein Spendenkonto eingerichtet. 

Während der Renovierung sollen die Gläubigen, so Vogt, auf die sonntäglichen Gottesdienste von Mai bis Oktober aber nicht verzichten müssen. Immerhin ist das Kircherl an schönen Tagen mit 50 Leuten voll, die teils sogar bis draußen stehen – vor dem Wahrzeichen des Wendelsteins. 

Der Festgottesdienst 

findet am Sonntag, 23. August, um 11 Uhr in der Wendelsteinkirche statt. Die Messe zelebriert Prälat Peter Neuhauser, für die Musik sorgen der örtliche Kirchenchor und Bläser. Im Anschluss lädt die Brannenburger Musikkapelle bei schönem Wetter auf die Terrasse des Wendelsteinhauses zum Standkonzert ein.

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