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Bergidyll hoch über Bayrischzell: Die Geitauer Alm, die die Kreissparkasse bei der Aufarbeitung der Sponsoring-Affäre an das Kloster Scheyern verkaufte, soll mit Ziegen bewirtschaftet werden. 

Landratsamt bleibt entspannt

Ziegen auf der Geitauer Alm: Naturschützer fürchten Gefahr fürs Biotop

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Sind freilaufende Ziegen in einem Naturschutzgebiet Fluch oder Segen? Diese Frage beschäftigte nun das Landratsamt Miesbach. Es geht um die Geitauer Alm.

Geitau – Sind freilaufende Ziegen auf einer Alm in einem Naturschutzgebiet Fluch oder Segen? Diese Frage beschäftigte nun das Landratsamt Miesbach: Grund war eine Anfrage von Werner Fees, Ehrenvorsitzender der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Miesbach und langjähriges Mitglied des Naturschutzbeirats im Landkreis. Fees hatte sich anlässlich der Helikopter-Flüge zur Geitauer Alm, die Baumaterial für einen Stall lieferten, gefragt, ob Ziegenhaltung dort mit dem Naturschutz vereinbar sei. Wie berichtet, hat sich das Kloster Scheyern, das die Alm vor fast genau drei Jahren von der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee gekauft hatte, an die Instandsetzung des Stalls gemacht, um dort Ziegen zu halten.

„Die Almfläche besteht überwiegend aus geschützten Biotopen und liegt im Naturschutzgebiet Rotwand“, schrieb Fees in der Begründung seiner Anfrage. „Bei der künftig verhältnismäßig großen Anzahl von Ziegen auf dieser Alm kann meines Erachtens wegen deren scharfen Bisses und Trittes eine Gefährdung sensibler Biotope nicht ausgeschlossen werden.“ Fees wollte wissen, wer die Ziegen überwacht und ob es eine Obergrenze für die Tiere gibt. Sei dies nicht der Fall, könnte der Naturschutz geschäftlichen Interessen zum Opfer fallen, befürchtete er.

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Das Landratsamt hält diese Sorgen für unbegründet. Während der Almperiode sei der Auftrieb von Ziegen auf der Alm unbefristet und ohne weitere Genehmigung gestattet, teilt die Behörde auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Heißt: Das Kloster hat freie Hand, das Landratsamt kontrolliert den Viehbestand nicht. Ohnehin sehe man die Ziegen gerne auf der Alm: „Aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde sind die Ziegen zur Offenhaltung von Almflächen grundsätzlich erwünscht.“ Die Alm sei groß genug für eine Ziegenherde. Die Tiere bewegten sich zwar frei, würden aber nahe an der Alm gehalten. Sollten Probleme bekannt werden, schreite die Untere Naturschutzbehörde ein.

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So weit wird es nicht kommen, versichert Pater Lukas Wirth, Cellerar des Klosters Scheyern. Derzeit seien nur die Ziegen der Sennerin auf der Alm. Damit bewege sich die Zahl der Tiere im niedrigen zweistelligen Bereich. Erst nächstes Jahr wollen die Mönche eigene Tiere auftreiben. Dadurch bestehe keine Gefahr, die Kapazitäten des Biotops zu überfordern.

Auch da will Pater Lukas kein Risiko eingehen: „Wir machen das nicht hoppla-hopp. Wir haben uns gründlich informiert.“ Wie Studien gezeigt hätten, halten Ziegen Almweiden effektiv frei von Unkraut und ungewolltem Bewuchs. Dadurch könne man „die nötige Manpower“ und den Bedarf an staatliche Fördermitteln reduzieren. „Die Ziegen sind wichtig für das Landschaftsbild“, sagt der Pater. „Wir werden das ein paar Jahre beobachten. Dann wissen wir, ob es funktioniert.“

Fees beruhigt diese Nachricht, ganz zufrieden ist er aber noch nicht: „Immerhin gibt es keine akute Gefahr. Aber ob Ziegen wirklich der Almfreihaltung dienen, wird sich zeigen müssen.“

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