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Abrissarbeiten: Ihr Parkdeck müssen Carmen Fischer und Helmut Walter wohl oder übel entfernen. 

Sie müssen ihr Parkdeck wieder abreißen 

Zugezogene Familie muss Parkdeck abreißen - und fühlt sich unfair behandelt

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Ihr nicht genehmigtes Parkdeck in Osterhofen reißen Carmen Fischer und Helmut Walter gerade wieder ab. Doch sie fühlen sich als zugezogene Familie unfair behandelt. 

Osterhofen – Mit dem Abbau ihres Parkdecks haben Carmen Fischer und Helmut Walter bereits begonnen. Dass ihr Vorhaben im Bayrischzeller Gemeinderat quasi wie ein Schwarzbau behandelt wurde (wir berichteten), lässt den beiden Osterhofnern jedoch keine Ruhe. Deshalb melden sich die Eltern von drei Kindern nun öffentlich zu Wort. Sie fühlen sich als Familie vom Gemeinderat im Stich gelassen.

„Wir wollten nie eine Garage, sondern nur eine alltagstaugliche Möglichkeit, unser Auto abzustellen“, sagt Walter. Mit dem geforderten Rückbau des Parkdecks sei es ihm und seiner Frau „fast unmöglich“, ihr historisches Bauernhaus zu sanieren. Einen anderen praktikablen Stellplatz gebe es nämlich nicht. „Nur eine steile Rampe“, sagt Fischer. „Die ist für eine Familie aber kaum zu nutzen.“

Wie berichtet, hatte der Gemeinderat den Antrag der Osterhofner für ihr bereits errichtetes Parkdeck mit 7:4-Stimmen abgelehnt. Begründung: Die Holzkonstruktion sei nicht nur ohne Genehmigung, sondern auch noch zum Teil auf Gemeindegrund aufgestellt worden. Zudem störe sie das Orts- und Landschaftsbild.

Walter und Fischer wehren sich gegen diese Vorwürfe. So hätten sie bereits 2013 einen Bauantrag eingereicht, der auch genehmigt wurde. Die im Plan vorgesehene Variante mit einer Stahlbetonwand hätte gut 30.000 Euro gekostet. Mehr als 10.000 Euro wollten sie aber nicht ausgeben. Trotzdem sei ihm mündlich versichert worden, dass, „wenn eine große Lösung genehmigt ist, eine kleine Lösung kein Problem sei“, so Walter. Zumal die „smarte Balkenkonstruktion“ besser ins Landschaftsbild passen würde als die genehmigte Betonwand.

Als die Gemeinde ihm vorgeschlagen habe, für die Nutzung des öffentlichen Straßengrunds über einen Gestattungsvertrag jährlich 500 Euro zu bezahlen, habe er um eine „familienfreundliche Lösung“ gebeten, berichtet Walter. „Daraufhin wurde unser Antrag sofort abgelehnt.“ Erstaunlich findet Fischer auch, dass sich während der kompletten Bauphase niemand beschwert oder zumindest das Gespräch gesucht hätte.

Bauamtsleiter Josef Acher kann die Kritik nicht nachvollziehen. Hätten die Antragsteller das Vorhaben so umgesetzt wie ursprünglich im Antrag eingereicht und auch genehmigt, wäre dabei kein Gemeindegrund überbaut worden. „Jetzt ist aber einfach ohne zu fragen irgendwas gemacht worden“, sagt Acher. Deshalb habe der Gemeinderat den neuen Bauantrag abgelehnt. Damit sei auch der Gestattungsvertrag, den die Verwaltung zur Klärung der Haftungsfrage für das überbaute öffentliche Grundstück vorgeschlagen hatte, hinfällig.

Die Enttäuschung bei Fischer und Walter ist dennoch groß. Sie fühlen sich als neu zugezogene Familie nicht fair behandelt. Zumal sie der Allgemeinheit auch etwas zurückgeben, wie Walter betont. „Seit wir in Osterhofen wohnen, räumen wir freiwillig Schnee auf dem kompletten Wanderweg am Obernberg.“ Zudem sei die Familie ehrenamtlich in Schule und Kindergarten engagiert. 

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