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Zwangsversteigerung: Zwei Skilifte am Sudelfeld kommen unter den Hammer

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Von: Sebastian Grauvogl

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Raus an die frische Luft: Das Sudelfeld im Mangfallgebirge gilt als Skiparadies.
Das Sudelfeld im Mangfallgebirge gilt als Skiparadies. Jetzt werden hier zwei Schlepplifte zwangsversteigert. © Dietmar Denger

Eine eher außergewöhnliche Zwangsversteigerung geht am Amtsgericht Wolfratshausen über die Bühne: Dort kommen unter anderem zwei Skilifte am Sudelfeld unter den Hammer.

Bayrischzell – Wer schon immer mal einen eigenen Skilift haben wollte, hat dazu am Freitag, 12. August, die seltene Gelegenheit. Um 9.30 Uhr kommen im Sitzungssaal 1 des Amtsgerichts Wolfratshausen gleich zwei Schlepper unter den Hammer: der Mittlere Sudelfeld- und der Plattenlift. Sie sind Bestandteil zweier Flächen mit einer Gesamtgröße von knapp 22 800 Hektar, die für einen Verkehrswert von insgesamt 5,738 Millionen Euro zwangsversteigert werden sollen. „Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft“, wie es in der Bekanntmachung heißt.

Der Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld GmbH, Egid Stadler, wird auf jeden Fall im Gerichtssaal Platz nehmen, kündigt er auf Anfrage unserer Zeitung an. Ob er ein Gebot abgeben wird, lässt Stadler offen. Das hänge letztlich auch davon ab, welche und wie viele anderen Bieter sich an der Versteigerung beteiligen. „Das ist ein Buch mit sieben Siegeln“, sagt Stadler.

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Lifte stehen seit Jahren still

Mit der Sache kennt sich der Bergbahnenchef hingegen deutlich besser aus, liegen die beiden Lifte doch direkt im Skigebiet Sudelfeld. Lange Jahre lang beförderten sie die Hänge hinauf, doch seit 2019 stehen sie still. Wie berichtet, konnte sich die Erbengemeinschaft, der die Anlagen gehören, nicht auf eine Verlängerung des Vertrags mit den Bergbahnen Sudelfeld verständigen. Gegipfelt ist diese Uneinigkeit nun in der Zwangsversteigerung.

Egid Stadler Geschäftsführer der Sudelfeld-Bergbahnen
Egid Stadler, Geschäftsführer der Sudelfeld-Bergbahnen. © THOMAS PLETTENBERG

Für Stadler durchaus eine Chance, dass bald wieder Bügel an den Seilen hängen könnten. Darauf jedenfalls hoffen die Bergbahnen. Egal, wer am Ende den Zuschlag erhalte: Es brauche wieder eine gute Geschäftsbeziehung auf Basis eines marktüblichen Pachtpreises, sagt Stadler. Denn auch wenn die beiden Lifte nicht wesentlich für für das Funktionieren des Skigebiets sind: Gerade Anfänger würden die sie doch sehr vermissen.

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Doch was passiert, wenn das genaue Gegenteil eintritt? Also ein Bieter den Zuschlag erhält, der sich mit den beiden Liften quasi ein privates Skigebiet schaffen möchte? Das, sagt Stadler, sei nicht machbar. Die Pisten seien an die Bergbahnen Sudelfeld verpachtet, außerdem, führe eine öffentlich gewidmete Gemeindestraße durch sie durch. „Einfach aussperren kann man uns nicht“, ist Stadler überzeugt.

Lifte nur ein Teil der Auktionsmasse

Ohnehin sind die beiden Lifte nur ein Teil der Auktionsmasse. So gehört auch eine landwirtschaftlich genutzte Alm mit Wohn- und Stalltrakt sowie ein Maschinenstadel und ein forstwirtschaftlich nutzbarer Fichtenwald dazu. Die Wiederinbetriebnahme der Lifte dürfte laut Stadler wohl mit einigen Hürden verbunden sein. Angesichts des Alters (Baujahr 1960 und 1962) ist es mutmaßlich nicht damit getan, nur ein paar Knöpfe zu drücken. „Das ist wie bei einem alten Auto. Je länger es steht, desto mehr muss man tun“, erklärt der Skigebietschef. Von der technischen Abnahme ganz zu schweigen. Letztlich müsste man sich dann sogar fragen, ob nicht ein Abriss und Neubau die wirtschaftlichere Lösung wäre. Jetzt gelte es aber, zunächst den Ausgang der Auktion abzuwarten.

sg

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