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In seinem Rechenschaftsbericht zog Bürgermeister Georg Kittenrainer (l.) bei der Bürgerversammlung eine Bilanz des vergangenen Jahres.

Bürgerversammlung Bayrischzell

Urlauber fördern elektronische Gästekarte

Bayrischzell - Wieso werden veraltete Ortsschilder nicht entfernt? Warum wird die Talabfahrt Sudelfeld nicht beschneit? Und wie geht es mit der Entwicklung der elektronischen Gästekarte weiter? Diese und ähnliche Fragen kamen bei der Bürgerversammlung in Bayrischzell aufs Tapet.

Bürgermeister Georg Kittenrainer begann seinen Tätigkeitsbericht im Gasthof zur Post mit einer erfreulichen Nachricht: „Der hohe Schuldenstand im Jahr 2013 von rund vier Millionen Euro konnte deutlich verringert werden.“ Durch den Verkauf von Grundstücken wie dem AOK-Gelände beträgt er jetzt nur noch 2,2 Millionen Euro. Auch im Bereich der Gästeankünfte zeigt die Entwicklung nach oben: Von 32 000 Ankünften vor 15 Jahren ging es auf zuletzt über 53 000 nach oben. Die Statistik beinhaltet auch Gäste mit Zweitwohnsitz im Ort. Nichts geändert hat sich allerdings an der Tatsache, dass die Zahl der Übernachtungen generell rückläufig ist, die Verweildauer der Gäste also sinkt.

Auch der Zustrom von Flüchtlingen war Thema. „Unsere Asylbewerberunterkunft funktioniert grundsätzlich sehr gut“, sagte der Bürgermeister und lobte dabei besonders die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer. Trotz sprachlicher Barrieren versuche die Gemeinde, die 20 Flüchtlinge beispielsweise durch kleinere Arbeiten im Bauhof oder bei örtlichen Betrieben mit in das Dorfleben zu integrieren. „Aber wenn es mehr werden, siehe ich schwarz“, sagte Kittenrainer mit Blick auf die Hallen, in denen Hunderte Menschen zusammengepfercht leben.

Ein besonderes Augenmerk will der Rathauschef in nächster Zeit auf das innerörtliche Erscheinungsbild richten: „Wir haben viele Hinweisschilder zu Gästehäusern, die es zum Teil gar nicht mehr gibt. Da können wir einiges verbessern“, erklärte er. Im Rahmen einer Verkehrsschau mit dem Landratsamt sollen überflüssige Hinweistafeln abmontiert werden. Die Aktion sei fürs Frühjahr geplant.

Temperaturen wie im Frühjahr herrschten bekanntlich auch zur Weihnachtszeit. In einer Zeit, die für den Skitourismus in der Gemeinde sehr wichtig ist. „Die heftig kritisierte Beschneiungsanlage hat uns heuer ein Skifahren im Dezember ermöglicht“, berichtete Kittenrainer. „Eine Genehmigung zur Beschneiung der Talabfahrt Sauhöll haben wir ebenfalls“, ergänzte Vizebürgermeister Egid Stadler. Aber das Konzept der Bergbahnen GmbH sehe vor, das Skigebiet zuvor durch modernere Lifte für die Skifahrer attraktiv zu gestalten. „Davor rechnet es sich nicht.“

Als lohnenswert erweist sich indes die eingeführte elektronische Gästekarte. „Unsere Urlauber fördern diese bereits“, betonte Touristinfo-Leiterin Stephanie Hintermayr. „Es ist ein zeitgemäßes Medium.“ Als nächster Schritt soll der digitale Meldeschein in allen Gemeinden im Landkreis anerkannt werden. Das bedeute beispielsweise ermäßigte Leistungen wie Berg- oder Schifffahrten. Für Ende 2017 sei noch eine weitere Leistungserhöhung geplant, durch die sogenannte Umlagekarte. Bedeutet: Preisnachlässe bis zu 50 Prozent.

Daniel Wegscheider

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