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Schalterbetrieb zurückgefahren: Von Mitte April an gelten in der Bayrischzeller Sparkassen-Filiale andere Öffnungszeiten.

Kritik im Gemeinderat

Kreissparkasse schränkt Öffnungszeiten ein

Bayrischzell - Die Sparkasse schränkt auch in Bayrischzell ihre Öffnungszeiten ein. Im Gemeinderat sorgte dies jetzt für Kritik.

Die Nebenstelle der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee (KSK) wird nur noch an zwei Tagen in der Woche für ihre Kunden in Bayrischzell die Türen öffnen. Ab Montag, 18. April, wird der Schalterbereich jeweils am Dienstag und Donnerstag von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie von 13.30 bis 17.30 Uhr geöffnet haben. An allen anderen Tagen ist der Schalter nicht mehr zugänglich. Bargeld abzuheben sowie einzuzahlen, ist dann nur noch über den Automaten in Bayrischzell oder in den nächsten Geschäftsstellen in Fischbachau und Schliersee möglich.

„Dass der Bargeldbetrieb abgeschafft wird, trifft uns hart“, sagte Bürgermeister Georg Kittenrainer nun im Gemeinderat. Gerade für die örtlichen Gastronomen und Geschäftsleute sei diese neue Situation schlecht. Diese seien auf tägliches Kleingeld sowie Ein- und Auszahlungen angewiesen. Ebenso ist das Skigebiet Sudelfeld betroffen: „Wir brauchen dort oben viel Wechselgeld“, sagte Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld.

Aber auch ältere Leute werde die Teil-Schließung vor Probleme stellen, vermutet Stadler. „Wer berät diese jetzt bei Problemen?“, fragte er. „Angeblich betreiben viele ältere Leute bereits die Möglichkeit des Online-Banking“, sagte daraufhin Kittenrainer. Laut einem Informations-Schreiben der Sparkasse wickeln rund 66 Prozent der Geschäftskunden und 37 Prozent der Privatkunden aus Bayrischzell ihre Bankgeschäfte über das Internet ab.

Die Möglichkeit, sich persönlich beraten zu lassen, soll es freilich auch in Bayrischzell weiterhin geben. Die Sparkassenmitarbeiter Alexander Kosler und Andrea Birner stehen den Kunden künftig jederzeit nach telefonischer Terminvereinbarung für ein Gespräch zur Verfügung. Das Zeitfenster: Montag bis Freitag zwischen 8 und 20 Uhr.

Die Sparkasse nennt in ihrem Rundschreiben einen weiteren Grund für den zeitlich reduzierten Service: „Hinzu kommen die negativen Auswirkungen der lang anhaltenden Niedrigzinsphase auf den Bankensektor.“ Um auf diese Lage betriebswirtschaftlich zu reagieren, passe das Geldinstitut sein Angebot an die aktuelle Nutzung der Kunden an. Im Landkreis werden die Filialen in Städten und Gemeinden wie etwa Miesbach, Holzkirchen und Rottach-Egern regulär weiter betrieben. Kleinere Niederlassungen wie in Neuhaus, Weyarn und Irschenberg werden „auf den gleichen Modus wie Bayrischzell heruntergefahren“, erklärte Kittenrainer. „Der Landkreis möchte eine Fusion der Kreissparkasse mit einer anderen vermeiden“, berichtete der Rathaus-Chef.

„Mir gefällt das ganze nicht“, sagte Kittenrainer und formulierte seine Meinung klar: „Wenn örtliche Betriebe nach Schliersee zum Geldwechseln fahren müssen, werden diese auch woanders einkaufen.“ Natürlich könne er verstehen, dass die Sparkasse mit der Zeit gehen müsse. Aber für einen Tourismusort wie Bayrischzell sei es alles andere als glücklich, wenn das Service-Angebot des örtlichen Geldinstituts eingeschränkt werde. Dieses falle mit seiner Geschäftspolitik von einem Extrem ins andere: „Früher wurde viel gesponsert, und überall wurden neue Filialen gebaut“, sagte Kittenrainer. Heutzutage werde das Service-Angebot verschlankt. Das vertrage sich nicht so recht mit dem öffentlichen Auftrag einer Sparkasse. Immerhin: Unter z 0 80 23 / 2 41 sind die Mitarbeiter der Sparkasse weiterhin zu den bisherigen Öffnungszeiten zu erreichen.

Derweil bekräftigt Sprecher Peter-Friedrich Sieben, dass die Kreissparkasse vor Ort präsent bleiben will und keine Filial-Schließungen plant. Und die Öffnungszeiten benachbarter Niederlassungen würden aufeinander abgestimmt. Neuhaus zum Beispiel hat montags und freitags geöffnet – dies allerdings nur bis 16 Uhr.

Weiterer Zeitplan

Nach Kreuth, Schaftlach, Neuhaus und Weyarn (wir berichteten) ist Bayrischzell die fünfte Sparkasssen-Niederlassung im Landkreis, in der das Service-Angebot umstrukturiert wird. Als nächstes wird laut Sprecher Peter Friedrich Sieben die Irschenberger Filiale betroffen sein.

Von Daniel Wegscheider

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