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Zu Bewährungsstrafe und Sozialstunden verurteilt

Haushamer Hausverwalter auf Abwegen

Hausham - Insgesamt 20 Mal hat ein ehemaliger Hausverwalter (51) aus Hausham Gelder von Hauseigentümern veruntreut. Entstanden ist ein Schaden von mehr als 38 000 Euro. Nun musste sich der Mann vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten.

Wer in die Schuldenfalle getappt ist, greift mitunter auch zu unlauteren Mitteln. So wie ein 51-jähriger Haushamer. Er veruntreute als Hausverwalter Gelder, um seinen Schuldenberg abzutragen. Und das nicht in einem, auch nicht in fünf oder zehn, sondern in 20 Fällen. Gesamtschaden: 38 313 Euro. Am Miesbacher Amtsgericht wurde er deshalb nun zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt.

Der 51-Jährige versuchte erst gar nicht, sich herauszuwinden. „Ich gestehe alles, bereue es und schäme mich sehr dafür“, räumte er ohne Umschweife ein. „Auch wenn ich wollte, kann ich die Zeit leider nicht zurückdrehen.“ Im Zeitraum von Oktober 2013 bis zum März des vergangenen Jahres hatte der Angeklagte als Hausverwalter die Verantwortung für sieben Objekte – eine Seniorenwohnanlage in Edelsfeld im Landkreis Amberg und eine Einrichtung in München zum Beispiel. Dort holte er sich Geld für angebliche Renovierungen – Malerarbeiten etwa – oder auch die Anschaffung einer Schneefräse sowie weiterer Geräte.

Tatsächlich standen aber gar keine Arbeiten an, für die Geld fließen hätte müssen. Vielmehr steckte der Angeklagte das Geld in die eigene Tasche. Während der Verhandlung gestand der derzeit Arbeitslose offen, dass er bei einer weiteren Anlage in Schliersee, die er damals ebenfalls betreute hatte, etwa 7000 Euro unterschlagen habe. Diese Summe hat er offenbar aber zurückgezahlt. Von den restlichen mehr als 38 000 Euro sind bisher nur rund 2200 Euro zurück an die Geschädigten geflossen – der Rest ist nicht mehr da.

„Ich wollte nie Geld stehlen, sondern es mir nur ausleihen“, beteuerte der Haushamer vor Gericht. Privat stecke er damals wie heute in einem tiefen Schuldensumpf. 12 000 Euro seien noch offen, die er an Privatleute zurückzahlen muss. Rund 25 000 Euro wolle das Finanzamt noch von ihm haben. „Ich hab’ das Geld nie verlebt, sondern immer nur meine Schulden abbezahlt“, sagte der 51-Jährige. Bei Amtsrichter Walter Leitner tat sich nun die Frage auf, wie der Angeklagte bei so einem Berg voller Privatschulden das Geld zurückzahlen hätte wollen. Eine Antwort darauf gab es nicht – der Haushamer schwieg.

Dabei war es ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis das Kartenhaus des Angeklagten zusammenfallen würde. Er führte die Aufwendungen für vermeintliche Sanierungen auf, fügte aber keine Belege hinzu. Über kurz oder lang musste zwangsläufig auffallen, dass keine Arbeiten erledigt wurden, jedoch Geld in der Kasse fehlt. „Die werden auch aus allen Wolken gefallen sein, als sie das gesehen haben“, entgegnete Leitner. Der Haushamer verwies immer wieder darauf, dass er keinen anderen Ausweg mehr gesehen habe. Noch nicht einmal eine Krankenversicherung könne er sich leisten, berichtete der Mann.

Aufgrund der enormen Summe handle es sich um besonders schwere Fälle der Untreue, fand der Staatsanwalt. Die kriminelle Energie des Haushamers sah der Ankläger aber immerhin als gering an. „Es war klar, dass Sie bei Belegprüfungen auffliegen würden“. Zwei Jahre auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 15 Euro hielt die Staatsanwaltschaft für angemessen. Pflichtverteidiger Dieter Kohlfürst plädierte für eine mildere Bewährungsstrafe, „da er nichts von seinem Geld verlebt und immerhin schon einen geringen Betrag zurückgezahlt hat“.

Angesichts des langen Zeitraums der Untreue-Fälle könne fast schon von Gewerbsmäßigkeit gesprochen werden, meinte Richter Leitner. „Sie haben sich eine auf Dauer angelegte Einnahmequelle verschafft“, sagte er zum Angeklagten. Letztlich verurteilte der Richter den Haushamer zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten und erlegte ihm zusätzlich 240 Sozialstunden auf. Der Richter ergänzte: „20 verschiedene Fälle muss man erst mal schaffen.“

hph

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