+
„Wie Kraut und Rüben“: Parken am Habererplatz

Pongratz: „Aktuell wird da geparkt wie Kraut und Rüben“

Bezahlen oder laufen: Parken am Habererplatz kostet bald

  • schließen

Im Sommer wird es Ernst: Ab Juni will die Stadt den Parkplatz am Habererplatz bewirtschaften und von der Parkscheibe auf Parkgebühren umstellen. Es geht gegen die Dauerparker.

Miesbach - Gehen oder bezahlen – nach diesem Motto will die Stadt ab Juni den Habererplatz in Miesbach bewirtschaften. Während bislang zweistündiges und auch unbegrenztes Gratis-Parken möglich ist, sollen die Autofahrer künftig bezahlen. Diese Pläne stellte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) am Dienstagabend im Stadtentwicklungsausschuss vor. Und auch das Verbindungsstück rüber zum AOK-Parkplatz, das bislang als Dauerparkplatz genutzt wird, fällt weg: Dort soll künftig Parkscheibenpflicht gelten.

Die Bewirtschaftung des Habererplatzes basiert auf dem Plan, möglichst viele Fahrzeuge aus der Innenstadt zu bekommen, um dort Platz für Kunden zu schaffen. Das Prinzip: Je näher im Zentrum, desto teurer soll das Parken sein. Für den Marktplatz wurden im Zuge dessen bereits über sogenannte Ultra-Kurzzeit-Parkplätze diskutiert.

Das eigentliche Problem ist bekanntlich die Innenstadt. Die dort zahlenmäßig begrenzten Dauerparkplätze werden früh von den Pendlern in Beschlag genommen, weshalb sich wiederum die Geschäftsleute beklagen, dass ihre Kunden später keine Parkplätze finden. Prominentestes Objekt der Begierde ist der Parkplatz am Eisstadion, der bereits frühmorgens belegt ist von Berufstätigen. Alfred Mittermaier (CSU) sprach sich deshalb erneut dafür aus, dort ein Parkdeck zu bauen. Und auch Dritter Bürtgermeister Michael Lechner (FW) stellte fest: „Die Kommune hat die Verpflichtung, bahnhofsnah Parkraum zur Verfügung zu stellen.“ Ein Parkdeck sei jedoch vom Zuschnitt her zu schwierig.

„Heillos“ sei die Situation am Eisstadion erst mit dem Bau des Oberlandcenters geworden, stellte Verkehrsreferent Florian Ruml (FW) fest. „Wir brauchen beim Parkkonzept den großen Wurf“, betonte er. „Wir müssen den vorhandenen Parkraum intelligenter nutzen: Wohin mit den Kurzzeitparkern, wohin mit den Langzeitparkern?“ Dabei zähle die gesamte Situation. Deshalb stellte Ruml auch die kritische Frage: „Haben wir das allein im Kreuz?“

Als unmöglich wollte Geschäftsfrau Uschi Liebhardt die Parkplatzsituation tagsüber nicht verstanden wissen: „Man findet schon Parkplätze. Schlimm ist es nur während des Markts am Donnerstag.“ Am besten wäre es, vor allem jene Dauerparker auszulagern, die die ganze Innenstadt zustellen.

Franz Mayer (CSU) sprach sich dagegen für Parkgebühren am Habererplatz aus: „Die werden dort etwas verändern.“ Das Endziel sei ein Parkleitsystem, „aber jetzt brauchen wir das noch nicht, weil wir das alles noch dreimal umbauen werden. Diesen Weg müssen wir gehen.“

Der Zeitplan für die Umstellung ist aktuell noch unklar. Mittermaier regte an, zumindest die Umstellung auf Parkscheiben im Zwischenbereich umgehend umzusetzen, um so zügig Erkenntnisse über Auswirkungen auf die Parkplatzsituation am Marktplatz zu gewinnen. Doch so schnell geht’s nicht, bremste Pongratz: Die fünf benötigten Schilder würden allein für die Herstellung sechs Wochen benötigen. Bestenfalls im Juni könne es losgehen.

Ob die Umstellung auf einen Parkscheinautomaten am Habererplatz tatsächlich kommt, entscheidet sich wohl heute Abend im Finanzausschuss. Der prüft nichtöffentlich, ob der Haushalt vor allem die Kosten für die dann unverzichtbare Markierung hergibt. Gut möglich, dass das Vorhaben damit zumindest in der Warteschleife bleibt, wenn nicht sogar kippt. Dass das Markieren generell notwendig ist, gab Pongratz unumwunden zu: „Aktuell wird am Habererplatz geparkt wie Kraut und Rüben.“ Geplant war das Aufzeichnen ja bereits für das Jahr 2013, als die Asphaltdecke aufgetragen worden war – passiert ist jedoch nichts.

Lesen Sie auch unseren Kommentar zum Parkplatz-Thema. 

ddy

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundestagswahl von Miesbach bis Tegernsee - Alle Ereignisse und Ergebnisse im Live-Ticker
Wann gibt‘s die ersten Ergebnisse in den Gemeinden Miesbach, Tegernsee und Holzkirchen? Wie haben unsere Wähler abgestimmt? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle …
Bundestagswahl von Miesbach bis Tegernsee - Alle Ereignisse und Ergebnisse im Live-Ticker
Ein Fazit zur Bundestagswahl: AfD-Ergebnis trübt Radwans Freude
Der Jubel fiel verhalten aus: Zwar hat Alexander Radwan (CSU) das Direktmandat im Stimmkreis souverän gewonnen, das bundesweite Abschneiden der Union drückte jedoch …
Ein Fazit zur Bundestagswahl: AfD-Ergebnis trübt Radwans Freude
Veronika Burghard über ihre erste Bundestagswahl als Wahlhelferin
Heute ist Bundestagswahl. Die einen sind schon alte Hasen, die anderen wählen zum ersten Mal. Ein erstes Mal erlebt auch Veronika Burghard aus Miesbach: Sie ist heuer …
Veronika Burghard über ihre erste Bundestagswahl als Wahlhelferin
Feuerwehr verhindert Umweltschaden am Spitzingsee
Der Ford ist hin, doch es hätte schlimmer kommen können. Die Schlierseer Feuerwehren hatten am Samstag lange damit zu tun, eine Schädigung der Umwelt zu verhindern. 
Feuerwehr verhindert Umweltschaden am Spitzingsee

Kommentare