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Gespannte Zuhörer: Im gut gefüllten Haushamer Bürgersaal lauschen die Haushamer, darunter viele Gemeinderäte und Vereinsvertreter, Bürgermeister Hugo Schreiber (r.).

Bissige Wortbeiträge bei Haushamer Bürgerversammlung

Hausham - Es verlief ruhig und endete emotional: Fast eineinhalb Stunden sah alles nach einer gemächlichen Haushamer Bürgerversammlung aus – bis nach dem Vortrag von Bürgermeister Hugo Schreiber. Dann kamen einige bissige Wortbeiträge.

Der Bürgermeister ist gut gelaunt bei seiner letzten Bürgerversammlung in Hausham. Hugo Schreiber (FW) steht am Mittwochabend das letzte Mal am Pult im Bürgersaal, erklärt Zahlen und Fakten zu Haushalt oder Bauvorhaben. Außerdem blickt er diesmal nicht nur auf das abgelaufene Jahr zurück, sondern auf seine komplette Amtszeit. Schreiber nennt die wichtigsten Ereignisse von 2008 bis 2013 – vom Projekt Alpengroßmarkt bis zum Umbau des Berggasthauses Huberspitz mit neuem Pächter und Konzept (wir berichteten). Zufrieden möchte der Rathaus-Chef das Treffen beenden. Dann gibt es aber doch noch Wortmeldungen.

„Man kann mit der Situation am Huberspitz nicht zufrieden sein. Durch die Verpachtung an einen exotischen Wirt sind die Haushamer ausgeschlossen“, klagte Manfred Kick. Er monierte, dass das Haus nicht mehr auf Tagesausflügler, sondern auf Gruppen und Veranstaltungen ausgelegt ist. „Der Wirt macht um fünf Uhr zu, und der Cappuccino ist teurer als am Markusplatz. Das ist eine Schickimicki-Gesellschaft, die sich eingekauft hat.“ Lautes Klatschen. Und Schreiber konterte: „Es ist richtig, dass der Wirt nicht auf Wanderer und Mountainbikefahrer wartet.“ In der Vergangenheit hatten die nämlich für zu wenig Umsatz gesorgt.

Wenig in die Kasse kommt auch beim Sportstüberl. „Da ist doch eh nix los. Baut doch Wohnhäuser drauf!“, sagte ein Haushamer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Gaststätte gehört der Gemeinde, die SG Hausham zahlt dafür Pacht – mit Ausnahme der Monate, in denen der Spielbetrieb ruht. „Ich weiß auch nicht, warum es nicht funktioniert“, sagte Schreiber. Der Wirt hört zum Jahresende auf. „Die Bereitschaft, dass jemand dort hingeht, ist gering“, ergänzt Schreiber auf Nachfrage. Viele Wirte gab es schon, keiner blieb. Ein Evergreen.

Wie die Verlegung des Bahnübergangs. „Wann bekommen wir denn endlich einen zumutbaren Bahnübergang?“, fragte Dieter Schwarz. Großes Gelächter. Die ersten Verhandlungen führte Schreiber zu Beginn seiner Amtszeit, derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung. Schreiber: „Ende 2014 müsste es abgeschlossen sein, dann entsteht Baurecht, damit man mit Baumaßnahmen beginnen kann."

Als weiterer Aufreger entpuppte sich das Thema Verkehr. 2013 installierte die Gemeinde eine Kurzparkzone in der Alten Tegernseer Straße, weil Dauerparker die Straße blockierten und Kunden vor den Läden keinen Parkplatz fanden. Diese Maßnahme sei laut Schreiber anfangs schlecht akzeptiert worden, habe sich nun aber bewährt. Bei Parkverboten und Tempolimit aber fehlt die Akzeptanz. Zum Beispiel bei Strafzetteln, weil jemand etwas auf dem Gehweg parke. „Da ist Fingerspitzengefühl gefragt“, fand Gemeinderat Willi Eisenlöffel (FW). Schreiber entgegnete: „Es gibt Regeln."

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