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Willkommen am Stadtplatz: Elisabeth Schwojer findet den Oberen Markt nicht so unbelebt, wie gemeinhin gesagt wird. In ihrem Café „Elisabeth’s Platzerl“ setzt sie auf Ideen und die Farbe Pink.

Café-Betreiberin Elisabeth Schwojer im Interview

"Der Stadtplatz ist gar nicht so leblos"

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Miesbach - Eigentlich sollte es nur ein kurzes Gespräch über ihren neuen Flohmarkt werden, aber bei Elisabeth Schwojer entwickelt sich schnell eine Eigendynamik. Das Ergebnis: ein etwas anderer Blick auf Miesbach.

Das Geschäftsgeheimnis von Elisabeth Schwojer heißt Lebensgefühl. Mit der Eröffnung ihres Cafés „Elisabeth’s Platzerl“ am Miesbacher Stadtplatz am Faschingsdienstag 2012 erfüllte sich die gelernte hauswirtschaftliche Betriebsleiterin einen Lebenstraum. Während der Vorgänger – das Stadtcafé – nicht mehr über die Runden gekommen war, schaffte es die 38-jährige Mutter zweier Töchter (13, 11), einen Kundenstamm aufzubauen, der sich fast schon als Freundeskreis bezeichnen lässt. Nebenbei entstand auch auf Facebook eine beachtliche Fangemeinde. Im Februar startete sie ihren ersten Flohmarkt in den ehemaligen Kik-Räumen am Habererplatz – nun folgt am Sonntag, 13. März, eine Neuauflage. Ein Gespräch über die positive Kraft der Eigeninitiative.

Frau Schwojer, was macht Ihren Flohmarkt so besonders?

Ich denke, es ist die besondere, andere Atmosphäre – mit einem Cappuccino in der Hand übern Flohmarkt schlendern. Es waren ganz unterschiedliche Leute da, ein bunt gemischtes Publikum. Viele haben da schon gesagt: Wir kommen wieder, weil es so viel zu sehen gab.

Haben Sie lange überlegt, was gut ankommt? 

Nein, gar nicht. Man muss einfach die Idee haben. Und dann machen. Ich habe früher selbst oft auf Flohmärkten verkauft und wollte das mal wieder machen. Einfach weil ich mal wieder Lust darauf hatte. Dann habe ich mir mit dem Stefan Moser, meinem Vermieter, einfach mal so die leeren Geschäftsräume in der Moser-Passage angeschaut. Da war dann klar: Wir machen einen Flohmarkt im ehemaligen Kik.

Und Moser hat mitgemacht? 

Sofort. Er hat mich bislang immer bei meinen Spinnereien unterstützt.

Diesmal findet der Flohmarkt am Sonntag statt – eigentlich kein Flohmarkttag. 

Stimmt, aber wegen des Ostermarkts ist es ein verkaufsoffener Sonntag, und da dürfen auch Flohmärkte stattfinden. Wir haben auch bewusst gleichzeitig geöffnet wie die Läden. 

Konkurrenz stellt der Flohmarkt ja nicht dar, oder? 

Darum geht es doch nicht. Mir ist wichtig, dass sich etwas rührt. Dass Menschen zusammenkommen, sich austauschen. Diese alte Denkweise „Wenn ich der einzige Anbieter bin, müssen alle zu mir kommen“ funktioniert heute nicht mehr. Ich glaube vielmehr: Wenn alle etwas zusammen machen und sich gegenseitig unterstützen, dann geht etwas weiter. Das zeigt ja der Flohmarkt: Er ist auch ein Ort, um sich auszutauschen. Viele, die da waren, sind anschließend in die Stadt zum Shoppen. 

Auf jeden Fall wurde so der Stadtplatz belebt... 

Mei der Stadtplatz. Ganz ehrlich? Ich finde, der ist gar nicht so leblos, wie es immer heißt. Da kommen schon viele Leute vorbei. Man ist hier mittendrin im Stadtleben. 

Ja, aber vom Auto aus. Für Fußgänger ist das wohl eher unattraktiv. 

Aber wenn es eine Fußgängerzone wäre, würde es nicht lebendiger werden. Weil es am Ende doch vielen gefällt, an der Straße zu sitzen. Da geht es um Sehen und gesehen werden. Allerdings hätte ich persönlich nichts dagegen, wenn der Verkehr an dieser Stelle ein wenig langsamer fließen würde. 

Sie kommen mit Ihrem Café und auf Facebook gut an. Woher wissen Sie denn, was den Leuten gefällt?

Darüber mache ich mir keine Gedanken. Es ist aus meiner Sicht auch nicht der richtige Weg, sich zu überlegen, was anderen gefallen könnte. Ich mache das, was ich mag und was mir gefällt. Und meistens geht es anderen ähnlich wie mir. Man sollte öfter aus dem Bauch heraus entscheiden. Und man darf sich nicht nur darauf konzentrieren, warum etwas nicht möglich ist. 

Ist man damit wirtschaftlich erfolgreich? 

Mei, reich wird man nicht mit Geld, sondern mit einem guten Gefühl. Ein Porsche macht Spaß, bis man ihn kennt, aber mit einem Bus kann immer wieder Neues erleben. 

Fehlt in Miesbach dieser Blick? 

Ich glaube, wir sind mit unserer Stadt zu streng. Wenn Leute von außerhalb kommen, sind die erstaunt, wie schön Miesbach ist. Tolle Läden, tolle Beratung. Aber Miesbach selbst sieht sich eigentlich zu kritisch. Man will direkt vor der Tür parken, dabei ist der Habererplatz für einen Münchner vor der Tür. Da sind wir a bissl verzogen. 

Wie wichtig ist Ihnen eine positive Einstellung? 

Sehr wichtig. Ich möchte etwas erreichen, immer etwas Neues machen. In unserem Café gibt’s auch keine Wochenkarte, weil ich am Montag nicht weiß, was ich am Freitag essen möchte. Klar muss eine gewisse Planung schon sein. Aber ich habe nie gewusst, was dieses Café wird. Und es ist auch nach vier Jahren immer noch am Entstehen. 

Zum Rumspinnen haben Sie ja auch Facebook. Ihre Fangemeinde wächst stetig. 

Auch das war überhaupt nicht geplant. Womit wir viel Reichweite erzielt haben, ist der Clip mit dem pinkfarbenen Rad auf dem Berg. 

Gefolgt von weiteren schrägen Aktionen wie Grillen auf dem Leonhardstein bei Kreuth. Warum macht man so was? 

Gerade weil es keiner macht – mit 30 Kilogramm Gepäck da rauf. Aber es ist ein tolles Video geworden.

Garniert mit Musik aus der Region.

Wir haben das Video mit dem Lied „Sommerkind“ von Lisa Ertl, einer Sängerin aus Miesbach, unterlegt. Auch wieder: austauschen, etwas gemeinsam machen, sich gegenseitig unterstützen. Weil’s Spaß macht. 

Bei so viel positiver Energie: Wie gehen Sie mit Stress um? 

Gute Frage. Man darf halt nicht vergessen zu schlafen.

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