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483.000 Euro fürs Fischbachauer Bad: Beschluss noch nicht gefallen

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Von: Sandra Hefft

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Eingang Warmbad Fischbachau
Sanierungsbedarf ist gegeben, doch wie viel soll im Fischbachauer Warmfreibad erneuert werden? Damit befasst sich nun ein gemeindlicher Ausschuss. © Fischer

Fischbachau – Das Fischbachauer Warmfreibad ist in die Jahre gekommen und bedarf einiger Erneuerungen. Die bauliche Aufteilung ist zudem verbesserungswürdig. Planungsüberlegungen hierzu wurden in der vergangenen Gemeinderatssitzung vorgestellt und sorgten für Diskussionen.


Der Thekenbereich des Freibades wurde zusammen mit dem Verkaufsbereich der Cafeteria 1975 erstellt und ist stark sanierungsbedürftig. Eine weitere Nutzung wurde seitens des Gesundheitsamtes Miesbach für 2021 ausnahmsweise nochmals zugelassen. 2022 muss eine Erneuerung erfolgen.

Die Theke war ebenso Teil der Planungen wie eine Verbesserung des barrierefreien Zugangs. Eine Entzerrung der Eingangssituation kam hinzu. Schließlich gab es noch Überlegungen, eventuell die Gastronomiegegebenheiten zu verändern, sodass auch eine Bewirtung abends möglich sei, erklärte Michi Huber vom beauftragten Architekturbüro Atelier Glasnhof in Gmund.

Die Planungen sehen eine Trennung von Theke und Eingangsbereich vor. Drehkreuz und Pendeltür für den Einlass links und eine Lamellenkonstruktion zwischen beiden Arealen sollten verhindern, dass eintretende Besucher „praktisch in die Theke reinfallen“, wie Huber den Ist-Zustand beschrieb. Die bisher eher notdürftige Rampe für Rollstuhlfahrer würde verlegt und im Bad eine umfassendere Barrierefreiheit geschaffen werden, was auch förderfähig sei. Der Kassenautomat finde außen Platz.

Bei den Besprechungen mit Vertretern der Gemeinde und den Pächtern der Cafeteria regten letztere auch einen Umbau im Gastrobereich an – mit neuer Küche und einem Loungebereich für abendliche Bewirtung unabhängig vom Badebetrieb, erläuterte Huber. Es ergäben sich Gesamtkosten von 483.000 Euro, wobei auf die Theke 70.000 Euro und auf die Küche 100.000 Euro entfallen würden. Hierbei sei „das Teure die Ausstattung und nicht die eigentlichen Baukosten“.

Sichtlich schockiert reagierten die Gemeinderäte. Diese Kosten seien „etwas, was wir überhaupt nicht machen können“, erklärte Josef Obermaier (CSU). Er wollte wissen, wie es zu diesem Gesamtumfang kam. Es seien immer weitere Wünsche und Anregungen geäußert worden, erklärte der Planer. Von der angedachten Barrierefreiheit und dem Kassenautomaten außen zeigte sich Michael Gartmaier (CSU) angetan. Die Küche sei ein Pächterwunsch: „Aber wir sind nicht bei ,Wünsch dir was‘.“

Die Küche sei 2014 erstellt worden, dementsprechend noch nicht sehr alt und könnte zurückgestellt werden, sagte Peter Rauffer (FaB). „Aber die Theke müssen wir machen,“ verwies er auf die Anordnung des Gesundheitsamtes. „Wir müssen weiterkommen, sonst sperren wir im Frühjahr nicht auf.“ Dabei wollte er wissen, ob die alte Filteranlage auch zu Saisonbeginn ausgetauscht sein müsse. Dies sei auch noch im Herbst 2022 oder in 2023 möglich, erklärte Kämmerin Veronika Rauscher. Die Kosten dafür belaufen sich auf 300.000 Euro.

Eine genauere Aufschlüsselung aller Kosten wünschten sich mehrere Gremiumsmitglieder vor der Entscheidungsfindung. Hierbei solle man auch noch das Dach ansehen. Dies sei zuletzt vor 15 Jahren geschehen, regte Bernhard Kafl (FWG) zusätzlich an.

Schließlich befand man im Gemeinderat einstimmig, dass ein schneller Beschluss in der Sitzung angesichts der komplexen Situation nicht möglich sei. Der Infrastrukturausschuss wird sich nun des Warmfreibades annehmen. Dann soll eine Entscheidung im Gemeinderat gefällt werden. maf

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