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BRK-Rettungshundestaffel Miesbach richtet landesweite Trümmerprüfung aus

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Von: Sandra Hefft

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Der Bayerische Gebirgsschweisshund Franzi ist fleißig auf dem Trümmerkegel
Der Bayerische Gebirgsschweisshund Franzi ist fleißig auf dem Trümmerkegel. © Buitkamp

Landkreis – Eine besondere Übung hat die BRK-Rettungshundestaffel Miesbach jüngst durchgeführt. Dafür sind 17 Teams aus ganz Bayern zusammengekommen.

Ein Haus stürzt ein. Trümmer und Schutt überall. Wo sollen die Retter nun nach Verschütteten suchen, da doch Minuten über Leben und Tod entscheiden können? Für Situationen wie diese können die Helfer vor Ort auf ganz besondere Kollegen zählen: die Rettungshunde-Teams. Jüngst haben diese wieder Zuwachs bekommen. 17 Rettungshunde-Teams sind aus ganz Bayern nach Erding angereist, um dort die Trümmerprüfung abzulegen, darunter auch die BRK-Rettungshundestaffel Miesbach, die die Prüfung zudem ausgerichtet hat.

Weil im Einsatz nur geprüfte Hunde eingesetzt werden dürfen, müssen die sogenannten Trümmerhunde alle zwei Jahre ihre Prüfung wiederholen. In Erding fand die Miesbacher Rettungshundestaffel auf dem Gelände der Firmen Rohrdorfer, Hasit und Fehlberger ideale Prüfungsbedingungen vor. In Trümmerhaufen, Lagerflächen und in den Gebäuden wurden mit Hilfe von Paletten und anderem Material zwei Tage lang Verstecke gebaut. Denn bei der Prüfung muss der Hund die Verschütteten auch ohne Sicht anzeigen. Dabei verlassen sich die Tiere ganz auf ihre Nase. Auch trittsicher, furchtlos und selbstständig müssen sie sein.

Lärm, Qualm und anderen Menschen lenken ab

Die Prüfung besteht aus vier Teilen. Sie beginnt mit einem theoretischen Teil für die Hundeführer. Im zweiten müssen sich Hund und Hundeführer als Team mit verschiedenen Übungen wie Fuß, Sitz, Steh und Platz präsentieren. Guter Gehorsam ist in den oft gefährlichen Trümmerlagen unabdingbar. Danach folgt die sogenannte Gewandtheitsprüfung, in der der Hund über eine Wippe, eine Fassbrücke, eine Leiter und durch einen Tunnel gehen muss.

Wichtig ist, dass die Tiere diese Aufgaben ruhig und sicher erfüllen und jederzeit gestoppt werden können. Auch dieser Prüfungsteil ist kein Selbstzweck, denn in den Trümmern müssen Hunde beweglich sein und auch mit wackelnden, scheppernden Untergründen zurecht kommen. Manchmal ist der Zugang zu einem eingestürzten Gebäude nur über eine Leiter möglich.

Nur wer diese ersten drei Teile besteht, kommt in die eigentliche Suche, bei der der Hund in maximal 20 Minuten mehrere versteckte Menschen finden muss. Bei der Suche darf sich das Tier nicht von Lärm, Qualm und anderen Menschen ablenken lassen. Als sogenannter Versteckhelfer kann es manchmal ganz schön eng und ungemütlich werden. „Ich bin das gewohnt, da ich schon einige Jahre auch im Training der Trümmerhunde dabei bin“, sagt Kathrin Lichtenauer. Trotzdem ist es jedes Mal eine Erleichterung, vom Hund gefunden und durch Bellen angezeigt zu werden.

Verschiedene Arten der Rettungshundearbeit

Insgesamt haben an den beiden Tagen mit neun Teams etwas mehr als die Hälfte die anspruchsvolle Prüfung bestanden. „Ich bin froh, dass alles so gut geklappt hat, wir fantastisches Wetter hatten und ich so tolle Unterstützung von vielen Helfern hatte“, sagt Maria Gomolka, die die Prüfung vorbereitet und organisiert hat.

In der Rettungshundearbeit gibt es verschiedene Sparten. Die Trümmerhunde sind neben den Flächensuchhunden, die Vermisste vorwiegend im Wald, also in der Fläche suchen, und den Personenspürhunden, die gezielt einen Geruch verfolgen, ein eigener Bereich. Nicht alle Rettungshundestaffeln bilden Trümmerhunde aus, denn die Ausbildung erfordert viele zusätzliche Trainings unter speziellen Bedingungen und stellt auch besondere Anforderungen an Mensch und Hund. she

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