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Bürgerversammlung in Schliersee: Finanzen und Baustellen

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Von: Sandra Hefft

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Bürgerversammlung Schliersee 2022
In Schliersee tut sich was: Nach zweijähriger Corona-Pause hatte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer in der Bürgerversammlung viel zu berichten. © Judith Weber

Schliersee – Am Mittwoch hatte Franz Schnitzenbaumer nach zweijähriger Coronapause zur Bürgerversammlung in Schliersee geladen.

Rund 60 Bürger waren Schnitzenbaumers Einladung ins Forum der Vitalwelt gefolgt. Dort berichtete der Bürgermeister am Mittwoch (16. November) von Haushalt und Investitionen und stand im Anschluss seinen Bürgern Rede und Antwort.

Schnitzenbaumer starte in die Schlierseer Bürgerversammlung mit einer Reihe von Zahlen. Wichtig ist ihm, den nachfolgenden Generationen keinen großen Schuldenberg zu hinterlassen. Deshalb ist er auch stolz, heuer alles aus dem laufenden Betrieb und aus Rücklagen finanzieren zu können und weiterhin Schulden zu tilgen.

Großes Ziel: unter 20 Millionen Euro Schulden bleiben

Für das nächste Jahr habe man bereits, vor der Zinssteigerung, einen Kredit aufgenommen. Der müsse dann für die neue Sporthalle nur noch abgerufen werden. Auch für das Feuerwehrhaus in Neuhaus und Schliersee und für Straßen und Brücken sind Investitionen notwendig. „Wir werden weiterhin das große Ganze im Auge behalten“, versprach der Bürgermeister. „Wir werden alles tun, damit wir bis 2025 unter 20 Millionen Schulden bleiben“, bekräftigte er.

Kuramtsleiter Mathias Schrön gab einen kurzen Einblick in die Arbeit der Gäste-Information und berichtete, dass Schliersee in der Corona-Zeit touristisch „mit einem blauen Auge“ davongekommen sei. Mit der Aufzählung, was heuer das ganze Jahr über in Schliersee geboten war, wollte er den Bürgern auch zeigen, welche Vorteile der Tourismus den Einheimischen bringt. Schnitzenbaumer stimmte ihm zu. Neben Vorteilen durch eine bessere Infrastruktur und einem größeren Angebot an Kultur, sei der Tourismus auch finanziell für Schliersee sehr wichtig. Rund zwei Drittel der Gewerbesteuereinnahmen kommen entweder direkt oder indirekt aus dem Tourismus.

Auch über sein „Lieblingsthema“, die Sporthalle in Neuhaus, gab Schnitzenbaumer einen Sachstandsbericht. Voraussichtliche Fertigstellung ist Herbst 2023, die Kosten sind weiter auf 11,1 Millionen Euro gestiegen. Großer Dank ging an dieser Stelle an seine Mitstreiter vom TSV Schliersee.

Bei der Frage, warum die Supermarkt-Baustelle in Neuhaus derzeit auf Eis liegt, konnte Gemeinderat (und Bauleiter) Phillip Krogoll (Die Schlierseer) aushelfen und Gerüchte aus dem Weg räumen. Von einem Gutachter wurde festgestellt, dass bei einem Jahrtausendhochwasser Wasser in die Tiefgarage drücken könnte. Deshalb arbeite man derzeit noch an der Detailplanung und das ziehe das Bauvorhaben in die Länge. „Es ist bitter“, sagte Krogoll. Aber im Frühjahr soll voll durchgestartet werden und er rechne mit einer Fertigstellung trotzdem in 2023.

Außerdem wartet im nächsten Jahr wohl auch wieder eine Baustelle auf die Schlierseer. Die Brücke über den Leitnergraben muss saniert werden. Es werde zwar eine Behelfsumfahrung geben, doch rechnet Schnitzenbaumer mit einer erneuten vier- bis fünfmonatigen Baustelle mitten im Ort.

Geplante Bauvorhaben wird es in den nächsten Jahren einige geben, darunter auch die sanierungsbedürftige Kläranlage am Spitzingsee. „Wir haben eine Machbarkeitsstudie beauftragt“, sagte er. Die Sanierung wäre sehr teuer und müsste von den Bürgern getragen werden. Der Wunsch von Franz Schnitzenbaumer wäre es, das Abwasser ins Tal zu pumpen und das Bauwerk abzureißen. „Das wäre auch ein Gewinn für die Natur“, sagte er.

Aus den Reihen der Bürger kamen nach Schnitzenbaumers Vortrag nur wenige Fragen und Anträge, die ausführlich abgearbeitet wurden. Die Themen der Bürger drehten sich hauptsächlich um die Energiekrise: Von Photovoltaikanlagen an Balkonen, über Biogas bis hin zur Notversorgung bei einem möglichen Blackout. jw

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