Güterzug Migranten Bundespolizei Rosenheim Raubling
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Die Rosenheimer Bundespolizei hat in einem Güterzug elf Migranten gefunden. Sie waren durch den Schlitz einer Lkw-Plane in das Innere eines beförderten Aufliegers gelangt. Unter den in Gewahrsam genommenen Personen befanden sich auch drei Kinder und ein Baby.

Am Bahnhof in Raubling

Bundespolizei findet Personen in Güterzug: Baby und Kinder unter Migranten

Raubling/Rosenheim – Ein Schlitz in einer Lkw-Aufliegerplane wurde bei einem Überwachungsflug bemerkt. Bundespolizisten beendeten daraufhin die gefährliche Fahrt mit dem Güterzug.

Die Bundespolizei hat am Sonntagvormittag (5. September) am Bahnhof in Raubling die Fahrt von elf Personen in einem Güterzug aus Italien beendet. Es handele sich um türkische und palästinensische Staatsangehörige. „Unter den Migranten haben sich drei Minderjährige sowie ein Baby befunden“, berichtet Sprecher Rainer Scharf von der Bundespolizeiinspektion Rosenheim. „Die höchst gefährliche Fahrt in dem auf der Schiene transportierten Lkw-Auflieger konnte mithilfe eines eingesetzten Hubschraubers der Bundespolizei entdeckt werden.“

Im Rahmen eines bahnpolizeilichen Überwachungsflugs entlang der Zugstrecke zwischen Kufstein und Rosenheim stellte die Besatzung des Polizeihubschraubers einen Schlitz in der Planenoberseite eines Lkw-Aufliegers fest. Dieser befand sich auf einem Güterzug, der in Italien gestartet war und über München weiter nach Norddeutschland fahren sollte. „Die aufgeschnittene Plane deutete darauf hin, dass sich Personen illegal Zugang zur Ladefläche verschafft hatten“, erklärt der Sprecher.

Halt des Zuges in Raubling

Erst einen Tag zuvor hatten Rosenheimer Bundespolizisten in Ostermünchen zwei Türken und einen Syrer in einem anderen Güterzug aus Italien gefunden. Zudem waren in den zurückliegenden Wochen wiederholt Migranten mit Güterzügen in München angekommen.

Die Besatzung des Hubschraubers verständigte die Leitstelle der Bundespolizeiinspektion in Rosenheim, sodass der Halt des Zuges in Raubling veranlasst und wenig später die Zugstrecke gesperrt sowie die stromführende Oberleitung abgeschaltet wurde. „Als sich die Bundespolizisten dem Waggon mit der aufgeschnittenen Aufliegerplane näherten, hörten sie bereits die Schreie des Babys“, teilt Rainer Scharf mit.

Ein Hubschrauber der Polizei hatte den Schlitz in der Plane auf dem Güterzug entdeckt.

Nachdem der Auflieger geöffnet worden war, fanden die Beamten elf Menschen, die auf den geladenen Holzkisten saßen. Sie wurden in Gewahrsam genommen und zur Dienststelle nach Rosenheim gebracht. „Wie sich herausstellte, dürfte es sich um drei türkische Männer – 21, 21 und 38 Jahre alt – und eine dreiköpfige türkische Familie handeln“, resümiert die Polizei. „Das Kind des 33-jährigen Vaters und der 31-jährigen Mutter ist erst mehrere Monate alt.“

In Aufnahmestelle für Flüchtlinge gebracht

Die übrigen fünf gaben an, Geschwister im Alter von 22, 20, 17, 14 und 7 Jahren zu sein sowie ursprünglich aus Palästina zu stammen. Papiere, mit denen sich die elf Personen hätten ordnungsgemäß ausweisen können, wurden von den Beamten nicht gefunden.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen sollen die Migranten an eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet werden. „Die Rosenheimer Bundespolizei ermittelt wegen der jeweiligen unerlaubten Einreiseversuche und schließt derzeit nicht aus, dass eventuell Schleuser die illegale und zugleich höchst gefährliche Güterzugfahrt organisiert haben“, berichtet die Polizei.

Die Migranten waren durch den Schlitz einer Lkw-Plane ins Innere des Aufliegers gelangt.

Die besondere Gefahr geht laut Bundespolizei nicht nur von der Beförderung auf oder zwischen der Ladung, sondern vor allem von den außergewöhnlichen Umständen des Zu- und Ausstiegs aus: An der Oberseite eines Waggons oder Aufliegers komme man der stromführenden Oberleitung sehr nahe, sodass ein tödlicher Stromschlag möglich sei. Außerdem könne man nach Verlassen eines Güterzugs jederzeit von einem anderen durchfahrenden Zug auf dem Nachbargleis erfasst werden. ksl

Quelle: DasGelbeBlatt

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