Alm im Stümpflinggebiet
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Trotz schlechten Wetters waren die Teilnehmer auf den Almen im Stümpflinggebiet auf Informationstour.

Schäden an Informationstafeln

Kreisverband im Stümpflinggebiet: Was für Frust bei Almbauern sorgt

Schliersee – Bei einer Almbegehung im Stümpflinggebiet haben Teilnehmer viel Nützliches erfahren. Aber es gibt auch Frust: Unbekannte haben den Wolfszaun am Spitzingsee beschädigt.

Mitglieder des Kreisverbands Miesbach im Bayerischen Bauernverband (BBV) haben jüngst eine Almbegehung unternommen. Themen wie Wolf, Anbindehaltung, Wasserschutzgebiet und Erhalt der kleinbäuerlichen Landwirtschaft haben trotz schlechter Sicht zahlreiche Landwirte, Politiker und Landkreisakteure ins Stümpflinggebiet nahe Schliersee gelockt.

Neben den Landwirten waren unter anderem der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan, der agrarpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe in Berlin, Artur Auernhammer, Jörg Meyer mit den Mitarbeitern des Forstbetriebs Schliersee, AVO-Bezirksalmbauer am Tegernsee, Anton Maier, Max Weichenrieder vom Verband der bayerischen landwirtschaftlichen Wildhalter, AVO-Geschäftsführer Johann Stöckl mit Susanne Krapfl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen sowie der BBV-Bezirkspräsident Ralf Huber und Kreisbäuerin Marlene Hupfauer unter den Teilnehmern.

Hochleger zu den Suttenalmen

Kreisobmann Hans Hacklinger freute sich darüber, auch in diesem Jahr wieder Hans Huber, ehemaliges Mitglied des BBV-Kreisvorstands, als Organisator für die Tour über die Almen gewinnen zu können. Der Ehren-Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO), Michael Hinterstoißer, gab außerdem zu jeder Alm interessante Hintergrundinformationen aus früherer und aktueller Zeit.

Die Wanderung führte die Teilnehmer zuerst vom Parkplatz der Stümpflingbahn zur Stümpfling­alm, die der Hochleger zu den Suttenalmen ist. Dort wurde aufgrund des Wetters eine Pause mit Brotzeit eingelegt. Dabei kamen zwischen Politikern und Gästen rege Diskussionen zustande.

Weidewirtschaft für Erhalt der Landschaft

„In den Grußworten der teilnehmenden Politiker wurde hervorgehoben, wie wichtig die Weidewirtschaft für den Erhalt der Landschaft und somit auch des Tourismus sei“, heißt es in einer Mitteilung. „Das Thema Wolf ist dabei eines der wichtigsten, aber auch emotionalsten.“

Die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu erhalten, sei ein wichtiges Ziel für die Zukunft. Gerade das drohende Verbot der Anbindehaltung, die Ausarbeitung der gemeinsamen Agrarpolitik und die verpflichtende Herkunftskennzeichnung wurden unter den Anwesenden kontrovers diskutiert.

Rücksichtlose Wanderer und Mountainbiker

Anschließend führte der Weg über einen etwas steileren und durch das verregnete Wetter rutschigen Steig zur Oberen und Unteren Haushamer Alm. Zu jeder Alm erläuterten die Bewirtschafter ein paar Eckdaten und beantworteten aufkommende Fragen der Wanderer. Sie betonten vor allem, wie wichtig das Schwenden ist, um die Futtergrundlage und die Kulturlandschaft zu erhalten. Da würden vermehrt auch andere Tierarten wie Pferde oder Ziegen eingesetzt.

„Ein Problem, das auf jeder der drei Almen dargestellt wurde, ist die zunehmende Rücksichtlosigkeit von Wanderern und Mountainbikern gegenüber Weidetieren, da Bergsport in den vergangenen Jahren, auch durch die Corona-Krise, stark zugenommen hat“, erklären die Beteiligten weiter.

Angst vor dem Wolf

Ein Beispiel für Schäden kann der Kreisverband direkt liefern. Gemeinsam mit der Almgemeinschaft Rote Valepp haben dessen Mitglieder an den Valepper Almen einen Zaun errichtet, mit dem sie aufzeigen wollen, was in Zukunft notwendig und zu befürchten wäre, sollte sich der Wolf in diesem Gebiet ansiedeln. Die Informationstafeln und Banner wurden jedoch vor Kurzem von Unbekannten beschädigt und teilweise ganz zerstört.

„Mit unserem Herdenschutzzaun zu Demonstrationszwecken wollen wir einen sachlichen Dialog und Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft und Politik leisten. Wir wollen nicht gegen das Tier Wolf demonstrieren, sondern die Konsequenzen aufzeigen, die eine Ansiedlung bei uns mit sich bringt“, erklärt Kreisobmann Hans Hacklinger.

Runden Tisch starten

Auch die Almgemeinschaft zeigt sich enttäuscht: „Unsere Botschaft ist unsere Sorge um unsere Alm- und Weidewirtschaft. Dass nun Fremde unsere Darstellung beschädigen, macht uns betroffen und sauer. Wir sind stets offen für einen Austausch auf sachlicher Ebene, aber so eine aggressive und anonyme Art des Protestes bringt uns alle kein Stück weiter. Wir wünschen uns den direkten Dialog und Austausch.“

Soweit möglich wurden die Informationstafeln am Demozaun wieder erneuert. Nach einem Informationsabend mit einem Professor der TU München und einem Vor-Ort-Termin Zaun planen die Mitglieder des BBV nun, einen Runden Tisch im Landkreis Miesbach ins Leben zu rufen, um sich weiter auszutauschen. Letztes Ziel der Almbegehung war die Rote Valepp, von der aus die Teilnehmer wieder den nahegelegenen Parkplatz erreichen konnten. ksl

Quelle: DasGelbeBlatt

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