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„Gelbes Band“ für Landkreis Miesbach: Das steckt hinter der Aktion

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Von: Fridolin Thanner

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Apfelbaum
Äpfel direkt vom Baum pflücken? Wenn ein „Gelbes Band“ den Stamm ziert, ist das einfach so erlaubt. Das Projekt soll auch im Landkreis Miesbach ankommen. © Thanner

Miesbach/Landkreis – Damit Obst nicht verfault, sondern genutzt wird, soll der Landkreis Miesbach sich an der Aktion „Gelbes Band“ beteiligen.

Viel zu viele Lebensmittel landen in der Mülltonne. Viele schaffen es noch nicht einmal in den Handel oder auf den Esstisch, Obst etwa verrottet teilweise schon auf Wiesen. Damit möchte das Ernteprojekt „Gelbes Band“ Schluss machen. Mit ihrem Antrag, das Projekt auch im Landkreis Miesbach einzuführen, sind die Freien Wähler im Kreisausschuss zwar gescheitert. Ein endgültiges Aus bedeutet das aber nicht.

„Das ist eine einfache Möglichkeit, der Verschwendung von Lebensmittel entgegenzuwirken“, erklärte Gisela Hölscher zum Antrag ihrer Fraktion. Als ganz nett bezeichnete Landrat Olaf von Löwis die Aktion, äußerte aber auch Bedenken. So hafte der Grundeigentümer aufgrund seiner Sicherungspflicht, sagte der Landrat.

Das Projekt sieht vor, dass Obst von Bäumen in öffentlicher Hand entlang von Rad- und Wanderwegen von Passanten gepflückt werden darf. Dafür würde ein gelbes Band um den Stamm gebunden. Dieses bedeutet: Der Baum darf gratis und ohne Rücksprache für den persönlichen Gebrauch abgeerntet werden.

Helfer retten Obst

Die Wirkstatt Oberland rettet ebenfalls Obst und pflückt dieses, um es regional weiter zu verteilen. Anmeldungen sind unter Telefon 0171/2047090 und 08025/9243768 sowie per E-Mail an obstretten@wirkstatt-oberland.de möglich.

In der Region Regensburg etwa läuft die Aktion recht erfolgreich. Für von Löwis stellt sich aber auch die Frage, ob der Landkreis das unbedingt machen muss. Er würde das seinen Mitarbeitern nur ungerne auftragen. Fraglich ist zudem, ob der Landkreis selbst überhaupt eigene Obstbäume hat. Dem Landrat sind keine bekannt.

Josef Bierschneider (CSU) regte an, alle Kommunen im Kreis abzufragen. Für Andreas Hallmannsecker (FWG) ist der Landkreis dafür nicht zuständig. „Wir haben einen Kreisverband für Obst- und Gartenbau“, sagte er, „dem sollten wir nicht ins Handwerk pfuschen“. Der Kreisverband sei mit den örtlichen Gartenbauvereinen bestens vernetzt, sie könnten das Projekt einfacher umsetzen. „Es ist nicht erforderlich, dass der Landkreis das macht“, betonte Hallmannsecker.

Gisela Hölscher war letztendlich auch egal, von welcher Stelle das ausgehe. Ihr sei nur wichtig, dass es funktioniert. Nun soll beim Obst- und Gartenbau-Kreisverband angefragt werden. Dann kommt das Thema nochmal auf den Tisch. ft

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