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Gemeinderat Schliersee: Nur noch Mehrweggeschirr bei Festen

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Servieren mit echtem Geschirr statt Plastik
Die Sparte Eishockey beim TSV Schliersee macht es beispielsweise vor: Bereits beim Pfingst- und Seefest wurde auf echten Tellern serviert. Auch den Gästen gefällt das zumeist besser. © Weber

Schliersee – Soll es in Zukunft nur noch Mehrweggeschirr bei Veranstaltungen in Schliersee geben? Darüber hat nun der Gemeinderat entschieden.

Plastikgeschirr und -besteck gehören dank einer EU-Richtlinie der Vergangenheit an. Die Schlierseer Gemeinderäte gehen nun noch einen Schritt weiter und verlangen in Zukunft auf Schlierseer Festen Mehrweggeschirr.

Den ersten Antrag zu diesem Thema hatte Uschi Bommer (Die Schlierseer) bereits 2019 gestellt. Damals war der Wunsch: „Versuchen, auf Plastikgeschirr zu verzichten“, sagte Uschi Bommer in der jüngsten Sitzung des Schlierseer Gemeinderats. Durch Corona und die damit ausgefallenen Feste war die Thematik in den Hintergrund getreten.

Mittlerweile Plastikverbot der EU

Uschi Bommer möchte nun aber noch einen Schritt weiter gehen und dauerhaft auf Mehrweggeschirr umstellen. Der Verzicht auf Plastik ist zwischenzeitlich EU-Richtlinie geworden. „Mit Alternativen zu Plastik wie Bambus hat man auch ein Müllproblem“, sagte sie. Dass eine Umstellung auf Mehrweggeschirr machbar sei, habe das Pfingstfest der Sparte Eishockey beim TSV Schliersee gezeigt. „Das hat wunderbar funktioniert“, berichtete Uschi Bommer.

Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer fragte Wolfgang Mundel (CSU), der das Brunnenfest der Schlierseer Blasmusik mitorganisiert: „Wenn da nur ein paar hundert Leute kommen, kann man dann trotzdem Mehrweggeschirr bestellen?“ Grundsätzlich sei das laut Mundel ein Problem für kleinere Feste.

Geschirrverleih von „Josefstaler Elefant“

„Die Kosten für Geschirr sind sehr hoch. Sie liegen bei 2 Euro“, sagte er. Diese auf ein Grillfleisch aufzuschlagen, erscheine ihm sehr viel. Wenn dem Verein am Ende 2 Euro je Gericht fehlen, sei das auch nicht gut. Schließlich werde damit die Nachwuchsarbeit finanziert. Das heiße Wasser, das man zum Abspülen brauche, sei auch nicht zu vernachlässigen.

Sibylle Strack-Zimmermann (Grüne) berichtete von einem Geschirrverleih des Vereins „Josefstaler Elefant“ – fast 30 Jahre lang. Jedoch habe sich dafür kein Nachfolger gefunden. Derzeit sei das Geschirr bei der Skizunft Neuhaus gelagert, aber es müsse sich wieder jemand richtig kümmern. „Man kann da schon was machen, aber es bräuchte Freiwillige – junge, starke“, betonte sie.

Alternativ kompostierbares Einweggeschirr

Florian Zeindl (CSU) sprach sich für Pragmatismus aus. „Man sollte die kleineren Stände auf dem Seefest nicht vergessen“, sagte er. Diese können die Mehrwegvorgaben schwer umsetzen. Gerhard Waas (Grüne) wies darauf hin, dass auch kompostierbares Einweggeschirr Geld koste. „Und es wird irgendwo in der Welt produziert“, sagte er. „Je eher wir beim Mehrweggeschirr sind, desto besser.“

Dass etwa Pommes Frites in einer Papiertüte und Würstl in der Semmel mit einer Serviette verkauft werden können, darüber herrschte Einigkeit im Gemeinderat. Mit zwei Gegenstimmen entschied sich das Gremium für die Mehrweggeschirrpflicht in Zukunft bei Outdoor-Festivitäten in Schliersee. jw

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