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Gemeinderat Warngau erschließt neues Gewerbegebiet in Lochham

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Von: Selina Benda

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Plan für Gewerbegebiet Birkerfeld II in Warngau
Elf Hektar umfasst das neue Gewerbegebiet Birkerfeld II – hier auf dem Vorentwurf grün eingezeichnet. Es schließt östlich an das bestehende Gebiet im Warngauer Ortsteil Lochham an. © Werkbureau Architekten & Stadtplaner

Warngau – Die Gemeinde Warngau will mit Birkerfeld II bei Lochham ein neues Gewerbegebiet schaffen. Das soll nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch sein.

„Ökologie, Produktion und Arbeitsplätze an einem Ort – das wäre ein gutes Vermächtnis für die nächsten Generationen“ – mit diesen Worten beschrieb Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Pläne der Kommune. Neben dem bestehenden Gewerbegebiet im Ortsteil Lochham wird nun ein zweites Baugebiet mit dem Namen Birkerfeld II ausgewiesen. Dieses soll vor allem in Sachen ökologischer Nachhaltigkeit punkten.

Die östlich an das bestehende Gewerbegebiet angrenzende Erweiterungsfläche umfasst 11 Hektar und damit genügend Platz für mittelständische sowie größere Betriebe. Nachhaltige Erweiterung sei das vornehmliche Ziel. Den Vorentwurf stellte Stadtplaner Ludwig Hohenreiter von Werkbureau nun vor.

Stellplätze in Tiefgaragen

So soll eine 10 Meter breite Ausgleichsfläche das Gebiet umlaufen, Grünzonen dieses durchqueren und Grünstreifen die Straßen säumen. Nur absolut notwendige Versiegelung werde laut Hohenreiter vorgenommen. Demnach werden auf den kleineren Grundstücken mit 1.250 Quadratmetern Fläche zweigeschossige Gebäude mit bis zu 8 Metern Wandhöhe und auf den größeren Grundstücken ab 2.500 Quadratmetern auch drei Geschosse mit bis zu 12 Metern Höhe erlaubt sein.

Die nötigen Stellplätze der Betriebe gibt es laut Hohenreiter in Tiefgaragen. Die Entwässerung soll vor allem durch sogenannte Retentionsdächer verbessert werden. Die begrünten Dachflächen ermöglichen, Niederschlagswasser zunächst zurückzuhalten, damit es verdunsten oder gedrosselt in die Kanalisation abgeleitet werden kann. Um Start-up-Firmen und kleineren Betrieben ebenfalls die Möglichkeit zu bieten, sich im Gewerbegebiet anzusiedeln, soll ein Handwerkerhof im Zentrum realisiert werden. Dort können sich Betriebe einmieten, um ihr Geschäft langsam aufzubauen.

Vor allem für mittelständische Betriebe

Gerade, weil das Gewerbegebiet vor allem für mittelständische Betriebe gedacht sei, müsse es für Bauwerber finanziell tragbar sein, betonte Anton Bader (FWG). Der ökonomische Gedanke sei zwar lobenswert, jedoch störten er und einige seiner Ratskollegen sich an den Vorgaben für die Tiefgaragenstellplätze sowie die begrünten Dachflächen.

Die Retentionsdächer seien laut Engelfried Beilhack (CSU) mit enormen Kosten verbunden und auch Johann Gillhuber (Draxlhamer Liste) fragte, wie sich das etwa ein Handwerkerbetrieb mit fünf Mitarbeitern leisten können soll.

Ökologische Ausgleichsflächen

Die Bedenken von Adolf Schwarzer (CSU), dass die Dächer mit der Zeit undicht werden könnten, beschwichtigte der Architekt. Die Qualität der nötigen Unterbauten habe sich in den vergangenen Jahren verbessert. Zudem sei auf jedem Dach ein Aufbau von etwa 5 Zentimetern etwa durch Rollkies nötig.

Dass der Ausbau der Tiefgarage von Anfang an mitgemacht werde, sei laut Hohenreiter unumgänglich. „Aber dieser Punkt ist bei der weiteren Planung noch verhandlungsfähig“, erklärte Thurnhuber. Laut Bürgermeister müssen alle Bauwerber auch ökologische Ausgleichsflächen auf ihrem Grundstück nachweisen, wenn sie etwa ein Satteldach für ihren Betrieb bevorzugen. Diese Flächen würden im Laufe des Bauverfahrens zusammen mit dem Bund Naturschutz festgelegt.

Flächennutzungsplan wird geändert

Um auch Sonnenenergie bestens nutzen zu können, sind aufgeständerte Solaranlagen auf den Dächern angedacht. Um die Anlagen auch auf Satteldächern möglich zu machen, schlug Harald Stanke (FWG) vor, die zulässige Dachneigung von 10 auf 15 Grad zu erhöhen. Eine hochwasserangepasste Bebauung war Michael Spannring (Grüne) wichtig. Auf Vorschlag von Max Bauer (FWG) wurden die beiden Anmerkungen als Änderungen im Bebauungsplan aufgenommen. Genauso wurde die Verpflichtung zum Bau von Retentionsdächern durch die Möglichkeit zum Bau von Satteldächern mit ökologischer Ausgleichsfläche auf dem Grundstück ersetzt.

Mit diesen Änderungen sprachen sich die Gemeinderäte mit 16:1 Stimmen für den Vorentwurf aus und schickten diesen ins Auslegungsverfahren. Die nötige Änderung des Flächennutzungsplans war bereits vorab einstimmig beschlossen worden. sb

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