„Genfood“
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Eine neue Studie der EU-Kommission beschäftigt sich mit der Regulierung neuer Gentechnikverfahren.

Auch andere Gruppen dabei

Gentechnik: Zivilcourage Miesbach schreibt an Ministerpräsident Söder

  • VonFridolin Thanner
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Landkreis – Grüne Gentechnik beschäftigt die Zivilcourage Miesbach. Die Mitglieder haben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dazu einen Brief geschrieben.

Der Landkreis Miesbach soll frei von sogenannter Grüner Gentechnik sein. Dafür kämpft seit Jahren die lokale Zivilcourage-Gruppe. „Schon lange gibt es Versuche, Gentechnik in der Landwirtschaft einzuführen“, machen Anneliese Blümel und Rüdiger Obermaier von der Zivilcourage Miesbach klar. Diese hat nun zusammen mit sieben weiteren Gruppen der Umgebung einen Brief an Ministerpräsident Markus Söder geschickt.

Obwohl die Mehrheit der Verbraucher Gentechnik auf dem Acker und auf dem Teller ablehne, erklären die Miesbacher Vertreter dazu, sei mit neuen gentechnischen Verfahren wie der Genschere CRISPR/Cas erneut ein Versuch gestartet worden, gentechnisch veränderte Organismen in Saatgut und Pflanzen über die Hintertür einzuführen. Die drohende Abhängigkeit der Bauern durch den zunehmenden Patentschutz von Saatgutkonzernen und der Verlust der Sortenvielfalt sind für die Zivilcourage Hauptgründe, die Agrogentechnik abzulehnen. Zudem entstünden dabei weniger stabile Organismen als durch konventionelle Züchtung.

Deshalb haben sich noch vor der Wahl die acht Zivilcourage-Gruppen aus den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz, Starnberg, Freising, Ebersberg, Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land zusammengetan und einen Brief an den CSU-Ministerpräsident Markus Söder geschrieben. Die Aktionsbündnisse für agrogentechnikfreie Landkreise, die sich nach 2006 um Christoph Fischer aus Rosenheim gegründet hatten, machen darin ihren Unmut deutlich. Dabei kritisieren sie auch, dass für eine Änderung des europäischen Gentechnikrechts keine ausreichenden Risikoprüfungen für die neuen Verfahren vorgesehen seien.

Das Schreiben erhielten neben Söder auch der örtliche Bundestags­abgeordnete Alexander Radwan, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Landrat Olaf von Löwis. Im Vorfeld hatte die Zivilcourage Miesbach bereits die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen, die CSU-Landesgruppe in Berlin und bayerische Europaabgeordnete angeschrieben und um Stellungnahmen zu den neuen Gentechnikverfahren gebeten. Mehr dazu ist unter www.zivilcourage-miesbach.de zu finden.

Mit dem neuen Schreiben möchte die Zivilcourage Miesbach nun in Richtung Politik und Gesellschaft Zeichen setzen. Die Vertreter kündigten zudem an, auch nach der Wahl die politische Richtung genau zu verfolgen, die Aufmerksamkeit auf die Abstimmung in Brüssel zu lenken und sich weiter energisch für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik und für den Verbraucherwillen einzusetzen. ft

Quelle: DasGelbeBlatt

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