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Kein Platz für Wölfe: Bürgermeister im Landkreis Miesbach fordern Lösung

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Von: Fridolin Thanner

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Angst vor dem Wolf: Bürgermeister und Bauernvertreter fordern von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, dass er dem Landkreis auf EU-Ebene eine Handhabe gegen den strikt geschützten Wolf verschafft.
Angst vor dem Wolf: Bürgermeister und Bauernvertreter fordern von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, dass er dem Landkreis Miesbach auf EU-Ebene eine Handhabe gegen den strikt geschützten Wolf verschafft. © Ingo Wagner/dpa (Symbolbild)

Landkreis – Immer wieder wandern Wölfe durch den Landkreis Miesbach. Die Bürgermeister der 17 Kommunen wehren sich nun mit einem offenen Brief.

Dass Wölfe durch den Freistaat ziehen und in einigen Regionen wieder heimisch werden, sorgt für manchen Zwist. Während auf der einen Seite Freude über die Rückkehrer herrscht, wachsen auf der anderen Bedenken und Ängste. Auch im Landkreis Miesbach sind die Sorgen groß.

Nun zeigen sich die Bürgermeister der 17 Kommunen geschlossen. In einem offenen Brief schreiben sie an Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, dass der Wolf hier keinen Platz habe. Zudem fordern sie, dass auf Landkreis­ebene über einen notwendigen Abschuss entschieden werden darf.

Bürgermeister befürchten negative Effekte

Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt. „Wir müssen inzwischen leider überall in Bayern mit der Gefahr rechnen, dass Wölfe ungeschützte Weidetiere angreifen“, schreiben die Landkreisbürgermeister. Sie sind „der Überzeugung, dass bei uns im Landkreis Miesbach die Weidetierhaltung ohne unzumutbare Mehraufwendungen dauerhaft und flächendeckend möglich bleiben muss, denn sie prägt unsere Kultur und unsere voralpenländische Landschaft“.

Ohne Tiere auf den Almwiesen werden die freien Weideflächen ungepflegt schnell bewachsen, erklären die Bürgermeister. „Unsere vielfältige Landschaft in Berg und Tal wird sich für Mensch und Artenvielfalt sehr rasch negativ verändern“, heißt es in dem Brief weiter.

Wolf am Seehamer See gesichtet

Erfahrungen aus anderen wirtschaftlich vom Tourismus abhängigen Gegenden zeigten, dass durch die Anwesenheit von Wölfen rasch Wald auf nicht mehr beweideten Flächen wächst. Diese würden dadurch ihren Reiz für Urlauber verlieren. Negative Effekte gibt es laut den Bürgermeistern auch dort, wo Landwirte ihre Tiere mit Zäunen oder Herdenschutzhunden zu schützen versuchen. Entweder sei dort kein Durchkommen mehr möglich oder Touristen meiden die Gegenden, weil sie mit den Herdenschutzhunden Probleme haben, was sich beispielsweise in der Schweiz zeige.

„Unser Landkreis Miesbach eignet sich daher nicht für einen dauerhaften Aufenthalt von Wölfen“, steht für die Bürgermeister fest. Sie fordern deshalb „auf Landkreis­ebene Entscheidungskompetenzen, damit im Falle eines dauerhaften Aufenthaltes von Wölfen schnell wirksame Maßnahmen eingeleitet werden können, die bis zur Entnahme von auffälligen Wölfen reichen“. Zuletzt wurde ein Wolf nahe dem Seehamer See in der Gemeinde Weyarn gesichtet. ft

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