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Caritas Kinderdorf Irschenberg: Mit dem Rad und Forderungen zum Deutschen Bundestag

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BDKJ-Bundesvorsitzende Lena Bloemacher Alexander Radwan Karl Bär Lisi Maier
Die BDKJ-Bundesvorsitzende, Lena Bloemacher, die Bundestagsabgeordneten aus dem Landkreis Miesbach, Alexander Radwan (2.v.l.) und Karl Bär (4.v.r.), bereiteten mit Lisi Maier (r.), Direktorin der Bundesstiftung Gleichstellung, der Delegation aus Irschenberg einen würdigen Empfang in Berlin. © GB

Irschenberg – Das Caritas Kinderdorf Irschenberg feiert heuer seinen 50. Geburtstag. Zum Jubiläum hatte das dortige Kinder- und Jugendparlament eine besondere Idee – eine politische Radtour nach Berlin.


Mädchen und Buben aus dem Kinderdorf sollten mit dem Fahrrad von Irschenberg nach Berlin zum Deutschen Bundestag fahren, um dort kurz vor dem Weltkindertag ihre Positionen kundzutun und auf ihre Rechte aufmerksam zu machen.

Bei Regen machten sich acht Kinder und Jugendliche in Irschenberg auf den Weg und kamen nach 700 Kilometern erschöpft, aber glücklich, in Berlin ebenfalls bei Regen an. Die Etappen dazwischen gestalteten sich für die Radler, was das Wetter anbelangte, deutlich freundlicher.

Begleitet wurde die Gruppe von einer Erzieherin, einem Sozialpädagogen und einem afghanischen Flüchtling, der als unbegleiteter Minderjähriger ins Kinderdorf kam. Bei ihren bis rund 100 Kilometer langen Tagesstrecken mit bis zu 1000 Höhenmetern übernachtete die Gruppe kostengünstig in Pfarrheimen, in einem leerstehenden Kindergarten und einmal unter freiem Himmel an einem See kurz vor der Lutherstadt Wittenberg, in der sich die Radfahrer eine längere Pause gönnten.

Die tat allen gut, denn am Tag zuvor hatten sie fast 130 Kilometer zurückgelegt und waren nach ihrem Start in Ostthüringen mitten durch die Stadt Leipzig geradelt. „Dort und immer wieder auf der Strecke gab es aufmunternde Zurufe von Passanten, die die Jugendlichen motivierten, trotz schmerzender Popos durchzuhalten“, teilt das Kinderdorf mit. Erzieherin Johanna Spessa war schon hier auf halber Strecke tief beeindruckt von der Leistung: „Wir sind bis hierher schon unsagbar stolz auf die Kids. Sie machen jeden Tag alles mit, radeln und radeln, achten aufeinander und kämpfen sich durch. Wir haben noch immer eine echt gute Zeit.“

Alexander Radwan, Karl Bär und Lisi Maier begrüßen die Gruppe

Und das Ziel rückte näher und damit wuchs die Vorfreude auf ein richtiges Bett und eine warme Dusche im Inklusionshotel Rossi in der Botschaft der Kinder. Dort in Berlin wurden die Radsportler von zwei bayerischen Bundestagsabgeordneten aus dem Landkreis Miesbach und der gebürtigen Irschenbergerin Lisi Maier, Präsidentin der Bundesstiftung Gleichstellung, und der Dorfleitung empfangen. Alexander Radwan, Karl Bär und Maier wollten den Jugendlichen so ihre Wertschätzung für deren Leistung entgegenbringen.

Idee: Anruf-Sammeltaxi als Nachfolger des Neun-Euro-Tickets

In lockerer Runde sah man sich gemeinsam Fotos von der Tour an und die Jugendlichen zeigten ihr Video mit ihren politischen Forderungen. Unter anderem ging es dabei um das dürftige Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln und den mangelnden Ausbau von sicheren Radwegen auf dem Land. Angebote in den nächstgelegenen Städten sind durch die schlechte oder fehlende Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr für entlegen lebende Kinder und Jugendliche so gut wie unerreichbar. Dabei ist für junge Menschen Mobilität ein wichtiger Faktor für deren Entwicklung und Lebensqualität. Diesen Standortnachteil machten die Jugendlichen in Berlin deutlich und schlugen vor, dass zum Beispiel das Anruf-Sammeltaxi in eine Nachfolgeregelung für das Neun-Euro-Ticket aufgenommen werden sollte. Die Politiker versprachen, dem Thema mehr Augenmerk zu verleihen.

Einladung in den Bundestag

Am nächsten Tag folgte noch eine Einladung in den deutschen Bundestag. Und als Anerkennung für ihr Engagement durften die Teilnehmer noch einmal in der Kinderbotschaft übernachten und am nächsten Tag Berlin erkunden. Zurück ging es dann spätabends mit dem ICE nach München. In Miesbach wurde die Gruppe dann abgeholt und zurück ins Kinderdorf gefahren. eb

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