Parkplatz Birkenstein in Fischbachau
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Mit dem Automaten in Birkenstein begann die Parkplatzbewirtschaftung in Fischbachau. Dieses Thema scheint die Gemeinderäte noch eine Weile zu beschäftigen.

Halbe Rolle rückwärts

Park-Jahreskarte für Fischbachauer kommt erst mal probehalber

Fischbachau – Nachdem für weitere Parkplätze in Fischbachau Gebühren fällig werden sollen, arbeitet der Gemeinderat an einem Konzept.

Weil Parkplätze künftig stärker bewirtschaftet werden sollen, haben die Gemeinderäte nach ausführlicher Beratung im Juli beschlossen, dass alle Bürger mit Erstwohnsitz in Fischbachau eine Parkjahreskarte zum Preis von 40 Euro erwerben können. Vonseiten der Verwaltung wurde hernach darauf hingewiesen, dass der Vollzug des Beschlusses schwierig werden könnte.

Außerdem erreichte bereits eine schriftlich eingereichte Beschwerde dagegen das Rathaus. Die Mehrheit der Gemeinderäte wollte diesen Beschluss in der jüngsten Sitzung aber nicht gleich wieder kassieren, sondern hat sich dafür ausgesprochen, es zumindest für ein Jahr auszuprobieren.

Für Kirchenbesuche und zum Einkaufen

Wie Bauamtsleiter Werner Wagner erklärte, gilt die Parkjahreskarte ausdrücklich nicht für Dauerparker, die sich damit einen billigen Stellplatz sichern wollen, sondern beispielsweise für Kirchenbesuche und zum Einkaufen. Das Problem sieht Wagner darin, dies differenziert zu kontrollieren. Außerdem ist in der Beschlussvorlage zu lesen, dass es rechtlich möglicherweise bedenklich sein könne, Erstwohnsitzinhaber zu bevorzugen. Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG) fragte deswegen in die Runde: „Wollen wir uns das wirklich antun?“.

Über die erneute Abstimmung äußerte sich Josef Obermaier (CSU) verärgert: „Ich verstehe das nicht. Wir können doch nicht über einen Beschluss nach dem anderen zweimal abstimmen.“ Zumindest sollte es seiner Meinung nach eine einjährige Testphase geben: „Wenn unsere Bürger daran Interesse haben, warum nicht? Dann muss halt der Kommunale Zweckverband verstärkt kontrollieren.“

Zwei Stunden kostenlos parken möglich

Peter Rauffer (FaB) meinte, dass jeder Einheimische mit zwei Stunden kostenlos parken, wie dies ja an den Parkautomaten möglich ist, für tägliche Erledigungen auskommen sollte: „Wenn jemand wirklich länger stehen bleiben möchte, muss er halt zahlen.“

Für eine einjährige Probephase sprach sich auch Bernhard Padeller (FaB) aus, wobei er das Dauerparken nicht vordringlich als Problem sah: „Dafür haben wir ja eigentlich die Stellplatzsatzung, die wir auch kontrollieren können.“ Das Problem seien laut Wagner dabei die vielen alten Gebäude, bei deren Genehmigung vor 30 und mehr Jahren darauf niemand groß geachtet hat: „Wer ist seinerzeit davon ausgegangen, dass eine Familie zwei oder drei Autos hat?“

Sorge wegen Missbrauch

Dass mit der Parkjahreskarte sehr wohl Missbrauch getrieben werden könne, befürchtete auch Eva Köhler (Grüne): „Ich denke da an die Wohnmobile mit Miesbacher Kennzeichen, die jetzt schon wild in der Gegend herumstehen.“ Mit sechs Gegenstimmen beschloss das Gremium schließlich, die Park-Jahreskarte für ein Jahr auf Probe einzuführen.

In diesem Zusammenhang gab Wagner auf die Rückfrage Rauffers noch bekannt, dass die beschlossenen Parkautomaten für den Mühlenweg und bei der Tregler-Alm bereits angeliefert seien und diese, sobald die Stromversorgung anliege, aufgestellt würden. hac

Quelle: DasGelbeBlatt

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