Hotelanlage in Schliersee-Neuhaus
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Der neue Vorschlag, wie sich die Hotelanlage in Schliersee-Neuhaus entwickeln könnte.

Kreisbaumeister missfällt Projekt

Suche nach Kompromiss: Pläne für Hotel in Neuhaus missfallen

Schliersee – Eigentümer Wolf-Dieter Roetzer kommt weiterhin nicht voran mit seinem Hotelprojekt samt Vitalresort in Schliersee-Neuhaus. Auch aus dem Landratsamt kommt nun Kritik.

In der jüngsten Sitzung des Schlierseer Gemeinderats stellte Architekt David Cook in einer Informationsrunde die nach den Wünschen von Kreisbaumeister Christian Boiger geänderten Pläne für die Hotelanlage an der Stolzenbergstraße in Neuhaus vor.

Zweieinhalb Jahre ist es her, dass Grundstückseigentümer Wolf-Dieter Rötzer das Vorhaben im Gemeinderat vorstellte und in Absprache mit dem Gremium immer wieder abänderte. Im März 2021 ging es mit 16:4 Stimmen ins Verfahren. Jetzt, bei der Beteiligung öffentlicher Belange, meldete sich Kreisbaumeister Christian Boiger zu Wort.

Satteldach mit Gauben für Region unüblich

„Meine Einwände kann die Gemeinde abwägen“, sagte Boiger, der in diesem Fall als Berater für die Gemeinde fungiert. Er ist erst seit Mai im Amt. Üblicherweise beteiligt man den Kreisbaumeister zu einem früheren Zeitpunkt. „Aber die Position des Kreisbaumeisters war einfach nicht besetzt“, erklärte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer.

Boiger missfällt die enorme Geländeveränderung. „Man sollte versuchen, sensibel mit der Topografie umzugehen“, sagte er. Fünf verschiedene Baukörper sind ihm zu viel. Auch die polygonalen Hütten gefallen ihm nicht. „Das flache Satteldach mit Dachgauben ist für unsere Region ebenfalls nicht üblich“, erklärte Boiger weiter.

im September finale Entscheidung nötig

Architekt Cook stellte nun die abgeänderten Pläne im Gemeinderat vor. Das Biohotel soll nun verkürzt und angehoben werden. „Wenn man weniger in das Gelände eingreift, wird das Hotel 3,50 Meter höher“, sagte Cook. Die Dachlandschaften sollen ruhiger werden und die Dachgauben entfallen. „Wir suchen noch nach Alternativen für Dachgauben“, sagte Cook.

Um mehr Abstand zu den Nachbarn zu haben, würde man auf das Mitarbeiterhaus verzichten. Die Hütten würden von vier auf drei reduziert. Die Anzahl der Betten zu ändern, steht für Rötzer nicht zur Diskussion. „Wir brauchen Planungssicherheit“, sagte er auf Nachfrage. „Im September brauchen wir eine finale Entscheidung.“

Sogar Brecherspitze verdeckt

Aber nicht nur Rötzer war verunsichert von der Stellungnahme des Kreisbaumeisters. Horst Teckhaus (PWG) etwa kann mit einer Anhebung nichts anfangen. „Der Baukörper ist sowieso schon groß“, erinnerte er. Auch Jürgen Höltschl (CSU) ist erschrocken: „Jetzt haben wir immer versucht, das Gebäude in den Boden zu drücken. So sehe ich ja die Brecherspitze nicht mehr.“

Babette Wehrmann (Grüne) ist das Vorhaben grundsätzlich zu wuchtig, und auch Astrid Leitner (CSU) sagte: „Das ist das falsche Grundstück für diese Bebauung.“ Philipp Krogoll (Die Schlierseer) würde sich sogar dafür aussprechen, andere Varianten anzugehen. Der Gedanke, bei Null anzufangen, gefiel auch Kreisbaumeister Boiger.

Schaugerüst abgelehnt

Dies empfand Architekt Cook nach zweieinhalb Jahren gemeinsamer Beratungen ein bisschen unfair. Doch ans Aufgeben denke er nicht, auch wenn dies eine schwierige Situation sei. „Wir brauchen Betten in Schliersee“, erinnerte Karl Hiermeyer (PWG). Ein kleines Hotel auf ein Riesengrundstück zu bauen, nur um nirgendwo anzuecken, ist für ihn nicht sinnvoll. „Bei 100 Zimmern sind wir an der unteren Grenze für dieses Gesamtprojekt angekommen“, appellierte Wolf-Dieter Rötzer. Mit einer Lösung ohne Gauben könne er leben. Auch die Chalets von vier auf drei zu reduzieren, sehe er als möglich an. Ein von einigen Gemeinderäten gewünschtes Schaugerüst sei für ihn nicht zielführend. „Man kann das über anschauliche Modelle besser darstellen“, schlug er vor.

Schnitzenbaumer fasste zusammen, dass der Gemeinderat die neue Firsthöhe nicht akzeptiere. Über eine Reduzierung der Gebäude könne man diskutieren, weniger Aushub wäre wünschenswert. „Vielleicht gibt es eine Kompromisslösung“, sagte er. Die Beschlüsse sollen in der Septembersitzung gefasst werden, wenn möglich mit einer Klausursitzung davor. jw

Quelle: DasGelbeBlatt

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